Bundesliga Union Berlin: Ärger um Platzverweis für Volland – Hoffenheimer gibt Provokation zu

Folgenschweres Scharmützel zwischen Kevin Volland (Union Berlin) und Stanley Nsoki (1899 Hoffenheim). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit flogen letztlich beide Spieler kurz nacheinander vom Platz.
Jan-Philipp StrobelDas 1:0 bei 1899 Hoffenheim ist für den 1. FC Union Berlin ein wichtiger Schritt aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga. Entsprechend glücklich sind die Eisernen nach dem Sieg im Kraichgau, doch sie bringen auch neue Probleme mit nach Berlin-Köpenick.
Mittelfeldspieler Rani Khedira musste früh verletzt ausgewechselt werden – und Neuzugang Kevin Volland kassierte bereits seinen zweiten Platzverweis in dieser Saison. In der Nachspielzeit musste er mit Gelb-Rot vom Platz (45.+6). Zuvor hatte er sich ein Scharmützel mit Hoffenheims Stanley Nsoki geliefert. Beide sahen dafür Gelb (45.). Bei der nächsten Aktion nahm Volland eine Berührung Nsokis dankbar an – die Ampelkarte für den Hoffenheimer war ziemlich hart.
Hoffenheims Kramaric gibt Provokation zu
Doch kurz darauf war auch Volland Opfer der harten Linie von Schiedsrichter Robert Hartmann. Eine minimale Berührung mit Hoffenheim Stürmer Andrej Kramaric – und Volland kassierte ebenfalls die zweite Verwarnung. Am „Sky-Mikrofon“ gab Kramaric zu, diese Platzverweis provoziert zu haben: „Ich habe nur den ersten Kontakt gesucht. Kevin Volland hat vorher das Gleiche gemacht.“
Union-Trainer Nenad Bjelica kritisierte: „Die Szene der zweiten Gelben für Volland, das ist lächerlich. Das ist, wenn überhaupt, ein Foul. Die Atmosphäre war ein bisschen überheizt, der Gegner macht auch ein bisschen Druck auf den Schiedsrichter – das kann nie eine Gelbe Karte sein.“
Der Kroate berichtete, dass er in jener Phase, in der sich die Stimmung in der mit 19050 Zuschauern nur halb gefüllte PreZero-Arena hochschaukelte, extra Kapitän Christopher Trimmel zu sich geholt hatte: „Er sollte Volli sagen, dass er ohne Foul spielen soll.“ Das hat nicht ganz funktioniert – aber Bjelica konstatierte: „Das war kein Gelb, ich kann Volland keinen Vorwurf machen.“
Nun ist Kevin Volland für das Heimspiel am kommenden Samstag gegen den 1. FC Heidenheim gesperrt. Weil Diogo Leite in der Schlussphase für ein Handspiel seine fünfte Gelbe Karte sah, muss der Verteidiger dann ebenfalls aussetzen. Bei Rani Khedira indes besteht Hoffnung, dass er wieder fit werden könnte. Nachdem die frühe Verletzung ein kleiner Schock gewesen war, weil Khedira in dieser Saison schon mehrfach verletzt gefehlt hatte, gab Bjelica zumindest leichte Entwarnung: „Es schaut nicht so schlecht aus.“
Reaktionen der Trainer von Union Berlin und 1899 Hoffenheim
Nenad Bjelica (Union Berlin): „Das Glück hat sich ein bisschen auf unsere Seite gedreht. Das ist sehr wichtig, für jeden der bei Union Berlin arbeitet – ich freue mich für jeden Einzelnen. Vielleicht werden wir dafür belohnt, weil wir als Team verteidigen. Obwohl Hoffenheim sicherlich die Chancen hatte, aber das kann gegen dieses Top-Team passieren.“
Pellegrino Matarazzo (1899 Hoffenheim): „Es ist schwer zu verdauen, dass wir dieses Spiel verlieren. In der zweiten Halbzeit spielen wir vom Gefühl her auf ein Tor – und bei der ersten Chance des Gegners machen sie das Tor. Wir sind nicht effizient genug. Wir haben eine Effizienz-Krise. Ich meine nicht nur das Tore schießen – sondern Punkte aus den Leistungen, die wir abrufen. Wir sind da nicht gut genug gewesen.“
Stimmen der Spieler von Union Berlin und 1899 Hoffenheim
Brenden Aaronson (Union Berlin): „Das Spiel war verrückt, es wurde nicht viel Fußball gespielt. So war es wichtig, fokussiert zu bleiben. Ich musste wie im ganzen Jahr Geduld beweisen, meine Zeit war noch nicht so richtig gekommen. So musste ich weiter arbeiten und dazu bereit sein, wenn meine Chance kommt.“
Kevin Vogt (Union Berlin): „Nach den gelb-roten Karten war es ein Abnutzungskampf mit Feldvorteilen für Hoffenheim. Es sah lange nach einem klassischen Unentschieden aus. Dann haben wir eine Lucky-Punch gesetzt, der sehr schön herausgespielt war. Ich will noch mehr Punkte holen, weil ich weiß, dass es bis zum Ende eng wird. Wir sind auf einem guten Weg, den Schritt rauszumachen.“
Florian Grillitsch (TSG 1899 Hoffenheim): „In der zweiten Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor. Wir haben so eine Fülle an Chancen, da muss man halt ein Tor machen. Wenn wir das Spiel heute 3:0 gewinnen, geht das wahrscheinlich auch in Ordnung. Aber dann kriegen wir so einen blöden Konter, das ist zum Haareraufen.“


