• Im Hauptstadt-Derby der Fußball-Bundesliga gewinnt der 1. FC Union Berlin gegen Hertha BSC mit 2:0 (2:0).
  • Überschattet wurde das Derby durch Corona-Sorgen. Trotz rasant steigender Infektionszahlen war das Stadion An der Alten Försterei mit 22 012 Zuschauern zum ersten Mal seit März 2020 wieder komplett ausverkauft.
  • Diese Vollauslastung hatten schon im Vorfeld für Kritik gesorgt.

So ist die Lage bei Union Berlin und Hertha BSC nach dem Derby

Zwischen Derby-Fieber und Corona-Irrsinn: Der 1. FC Union Berlin feiert einen sportlich verdienten, aber trotzdem viel diskutierten Derby-Triumph gegen den Hauptstadt-Rivalen Hertha BSC. Die Eisernen setzten sich im Samstagabend-Spiel der Fußball-Bundesliga dank einer starken 1. Halbzeit mit 2:0 (2:0) durch.  
Es war in der Bundesliga das fünfte Aufeinandertreffen der beiden Hauptstadt-Clubs, die höchstens eine gern gepflegte Abneigung verbindet. Anders als beim Krawall-Derby im November 2019 stand diesmal aber nicht die Sicherheits-Diskussion im Vordergrund, sondern die Angst vor vielen Corona-Ansteckungen. Trotz einer Zuspitzung des Infektionsgeschehens war das Stadion An der Alten Försterei am Samstagabend mit 22 012 zum ersten Mal seit März 2020 wieder ausverkauft.
Viele Kritiker dieser Vollauslastung stellten die Frage: Warum gerade jetzt? Die Clubs und die Politik setzen dagegen beim Schutz vor Corona auf die Eigenverantwortung der Fußballfans.
 

Union Berlin gegen Hertha BSC – so fielen die Tore

1:0 Taiwo Awoniyi (8.)
Nach einem Steilpassversuch von Gießelmann leistet sich Dardai einen kapitalen Schnitzer, sodass der Union-Torjäger plötzlich freie Bahn hat. Awoniyi schließt mit einem platzierten Flachschuss unten links ab.
2:0 Christopher Trimmel (30.)
Nach einer abgewehrten Ecke von Gießelmann landet der zweite Ball direkt vor den Füßen von Trimmel. Der Union Kapitän fackelt nicht lange und zieht von der Strafraumgrenze aus ab. Sein Schuss findet den Weg durch alle Spieler bis ins lange Eck.
 

So gingen Union Berlin und Hertha BSC ins Derby

Bei Union Berlin fehlten Kevin Behrens aufgrund einer Corona-Infektion und Paul Jaeckel aufgrund eines grippalen Infektes. Max Kruse kehrte nach überstandener Oberschenkelblessur in die Startelf der Gastgeber zurück.
Bei Hertha BSC musste Kapitän und Abwehrchef Dedryck Boyata aufgrund der Roten Karte im Spiel bei der TSG Hoffenheim (0:2) pausieren. Außerdem fehlte Stevan Jovetic. Der Stürmer aus Montenegro war in der Vorwoche in seiner Heimat positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Nach einer negativen Probe konnte er am Donnerstag zwar nach Berlin zurückkehren, wo es allerdings am Samstag bei einer Kontrolluntersuchung erneut einen positiven Test gab. Statt Jovetic setzte Hertha im Angriff auf Krzysztof Piatek.
 
In dieser Szene behauptet sich Marco Richter (M.) von Hertha BSC gegen und Union Berlins Timo Baumgartl.
In dieser Szene behauptet sich Marco Richter (M.) von Hertha BSC gegen und Union Berlins Timo Baumgartl.
© Foto: Andreas Gora/dpa

So lief das Derby Union Berlin und Hertha BSC

Union Berlin erwischte mit dem frühen Tor durch Taiwo Awoniyi in der 8. Minute einen Start nach Maß vor den euphorischen Fans im Stadion an der Alten Försterei. Auch in der Folgezeit waren die Gastgeber das zielstrebigere Team und erspielten sich eine Reihe von Torchancen. In der 11. Minute traf Grischa Prömel nur die Latte. Max Kruse verpasste aus spitzem Winkel ebenfalls den zweiten Treffer (22.). Mit dem 2:0 durch Christopher Trimmel (30.) krönten die Eisernen dann aber doch ihre starke Leistung in der 1. Halbzeit.
Hertha BSC konnte sich dagegen nur in selten in Szene setzen und jubelte dann kurz vor der Pause dennoch – aber eben nur kurz. Denn der Treffer von Peter Pekarik wurde nach dem Videobeweis trotz lautstarker Proteste der Gäste wieder annulliert, weil Krzystof Piatek knapp im Abseits gestanden haben soll.
Die Gäste verstärkten mit Beginn der 2. Halbzeit ihre Offensivbemühungen. Dafür boten sich Union Berlin jetzt reichlich Räume für Konter. Genki Haraguchi verpasste in der 62. Minute bei einem dieser Konter das 3:0. Hertha BSC wirkte zwar bemühter als im ersten Durchgang, insgesamt fehlte es der Alten Dame in diesem Derby jedoch an Durchschlagskraft in der Offensive.
 

Union Berlin gegen Hertha BSC – die Statistik

Union Berlin – Hertha BSC 2:0 (2:0)
Union Berlin: Luthe - Friedrich, Knoche, Baumgartl - Trimmel (90. Ryerson), Khedira, Gießelmann, Haraguchi (82. Öztunali), Prömel (71. Möhwald) - Awoniyi (82. Becker), Kruse (90. Voglsammer).
Hertha BSC: Schwolow - Pekarik (71. Jastrzembski) , Stark, M. Dardai, Plattenhardt - Ascacibar, Tousart (46. Belfodil) - Richter (86. Selke), Serdar, Mittelstädt (61. Prince-Boateng) - Piatek (61. Ekkelenkamp).
Tore: 1:0 Awoniyi (8.), 2:0 Trimmel (30.); Schiedsrichter: Brych (München); Zuschauer: 22 012 (ausverkauft); Gelbe Karten: Prömel/Serdar.

Union Berlin gegen Hertha BSC – die Reaktionen

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): „Union Berlin hat verdient gewonnen. Wir sind zwar gut reingekommen ins Spiel, aber dann ist Marton Dardai leider ein technischer Fehler unterlaufen. Union Berlin hat seine Stärke im Umschaltspiel gut ausgespielt. Unsere Mannschaft war heute nicht so spritzig und dynamisch wie in den letzten Spielen. Der letzte Pass und die letzte Konsequenz haben gefehlt.“
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): „Über 90 Minuten war das ein verdienter Sieg. Die Mannschaft hat sehr viel Leidenschaft gezeigt, war kompakt und sehr griffig. Wir haben nicht viel zugelassen. Das erste Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt. Es hat uns eine gewisse Sicherheit gegeben. Es waren genug Möglichkeiten da, um den Sack früher zuzumachen.“
Marvin Friedrich (Union Berlin): „Wir haben hochverdient die drei Punkte geholt. Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Wir hätten vielleicht auch noch das 3:0 oder 4:0 machen können.“
Christopher Trimmel (Union Berlin): „Wenn man als Verteidiger Tore schießt, dann ist das immer gut fürs Selbstvertrauen. In der Fünferkette hat man sowieso immer ein paar Möglichkeiten, offensiv mitzugehen. Heute ist es mir mal wieder gelungen.“
 

So sieht es in der Bundesliga für Union Berlin und Hertha BSC aus

Union Berlin liegt in der Tabelle der Fußball-Bundesliga auf Rang fünf. Hertha BSC muss sich als Tabellen-13. nach unten orientieren.
Nach der überraschenden 1:2-Niederlage von Bayern München beim FC Augsburg am Freitagabend rückte Borussia Dortmund bis auf einen Punkt an den Tabellenführer heran. Dortmund setzte sich gegen den VfB Stuttgart ebenfalls mit 2:1 durch.
 

So geht es für Union Berlin und Hertha BSC weiter

Für Union Berlin steht jetzt eine englische Woche an. Am Donnerstag spielen die Eisernen in der Europa Conference League bei Maccabi Haifa (18.45 Uhr). Union Berlin ist aktuell Letzter in der Gruppe E und benötigt einen Auswärtssieg, um die kleine Chance aufs Weiterkommen zu wahren. In der Bundesliga geht es am Sonntag in einer Woche mit der Partie bei Eintracht Frankfurt weiter (15.30 Uhr.) Hertha BSC erwartet am nächsten Samstag den FC Augsburg im Olympiastadion (15.30 Uhr).

Und sonst noch bei Union Berlin und Hertha BSC?

Die Vollauslastung des Stadions An der Alten Försterei hatte im Vorfeld des Derbys für viele Diskussionen gesorgt – auch unter den Fans der Eisernen. Trotz der rasant steigenden Corona-Zahlen war das Stadion mit 22 012 Zuschauern komplett ausverkauft. Der Amateursport steht dagegen teilweise still.
Es galt die 2G-Regelung – dabei sein durften also Geimpfte und Genesene. Zudem setzte Union Berlin auf die Eigenverantwortung der Fans und hatte appelliert, sich vor dem Stadionbesuch auf eine Corona-Infektion testen zu lassen.
Im gesamten Stadion galt die Maskenpflicht. Am Platz war der Mund-Nasenschutz dann allerdings keine Pflicht mehr – es gab lediglich die Empfehlung, die Maske auch hier zu tragen. Alkohol wurde nicht ausgeschenkt.
„Es ist eine 2G-Veranstaltung, insofern ist es zu rechtfertigen, weil es sehr strenge Regeln sind“, hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel die Zustimmung der Politik für die umstrittene Vollauslastung begründet.
Unterdessen bestätigte Sportchef Fredi Bobic, dass auch Hertha BSC für das kommende Heimspiel gegen den FC Augsburg eine Vollauslastung beantragt hat. Das Olympiastadion fasst rund 74 000 Zuschauer.
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