Das Fußballgeschäft ist schnelllebig: Erst am Sonntagmittag berichtete der Kicker, dass der abstiegsgefährdete VfL Wolfsburg Max Kruse noch in der aktuellen Transferperiode zurückholen will. Keine drei Stunden später verkündet Union Berlin den Abgang des Stürmers. Kruse spielte bereits in der Saison 2015/16 für die Niedersachsen, auch deren aktuellen Trainer Florian Kohlfeldt kennt Kruse aus seiner Zeit bei Werder Bremen bestens.
Für Union Berlin ist der Verlust Kruses schwerwiegend, mit fünf Toren und fünf Vorlagen ist der 33-Jährige nach Taiwo Awoniyi zweitbester Angreifer.

Für Union Berlin wäre es der zweite Transfer eines Stammspielers

Nach Marvin Friedrich verlieren die Eisernen damit in der Winterpause bereits den zweiten Stammspieler. Kruse bat in einem Statement um Verständnis für seinen Schritt: „Ich danke euch allen für euer Vertrauen in mich – und jetzt bitte ich euch um euer Verständnis für meine Entscheidung, ein Angebot das langfristig und hoch dotiert ist, anzunehmen. Dazu geht es um einen Verein, bei dem ich noch ein Kapitel offen habe, das ich nun zu Ende schreiben kann.“ Keine Entscheidung sei leicht, aber „es ist meine Entscheidung.“
Für den VfL Wolfsburg ist Kruse interessant geworden, da die Niedersachsen ihre Offensive umstrukturieren. Mit Admir Mehmedi und Daniel Ginczek sind zwei Angreifer bereits gegangen, Wout Weghorst soll folgen. Als Ersatz soll neben dem erfahrenen Kruse der junge Däne Jonas Wind (FC Kopenhagen) kommen.

Im Viertelfinale spielt Union Berlin daheim gegen FC St. Pauli

Die mit Spannung erwartete Auslosung für das Viertelfinale im DFB-Pokal (1./2. März), das der 1. FC Union durch einen 3:2-Erfolg im Stadtderby gegen Hertha BSC erreicht hat, geriet durch den Wechsel in den Hintergrund. Doch die Eisernen besaßen Losglück. Dortmunds Stadionsprecher Norbert Dickel schickte den FC St. Pauli in die Alte Försterei. Vor dem Duell der Tradionsclubs, dass Kruse als ehemaliger Paulianer sicher gerne gespielt hätte, seien die Eisernen gewarnt. Die Hamburger eliminierten immerhin den Bundesliga-Zweiten Borussia Dortmund. In anderen Partien des Viertelfinales muss RB Leipzig beim einzigen noch verbliebenen DFB-Pokalsieger, Hannover 96 (1992), antreten. Im Zweitliga-Duell empfängt der Hamburger SV den Karlsruher SC. Im Spiel VfL Bochum gegen SC Freiburg scheidet ein weiterer Bundesligist aus.

Am Samstag war Max Kruse bei „Schlag den Star“ auf Pro7 zu Gast

Bevor der Union-Angreifer am Sonntag für Bewegung auf dem Transfermarkt sorgte, schrieb Kruse am Tag zuvor noch nicht-sportliche Schlagzeilen. Am Samstagabend war der ehemalige Fußball-Nationalspieler in der ProSieben-Show "Schlag den Star" zu Gast. Kruse schlug TV-Moderator Steven Gätjen, zeigte aber überraschende Schwächen beim Fußballwissen.
Beim zweiten Spiel des Abends ("Tore") ging es um die Schützen wichtiger Treffer bei WM- bzw. EM-Turnieren. Kruse wusste nicht, wer das Siegtor bei der Heim-WM-1974 (Gerd Müller) erzielt hatte. "Keine Ahnung, alles vor meiner Zeit weiß ich nicht mehr", sagte der 1988 geborene Angreifer.
Bei der Nennung des Doppeltorschützen im EM-Finale 1996 (Oliver Bierhoff) war der Offensivspieler zu langsam und nannte nur den Vornamen. Kruse verlor das Spiel 5:7 gegen Gätjen, der kurzfristig für den mit Corona infizierten Schauspieler Frederick Lau eingesprungen war. Die Sendung verfolgten über sechs Millionen Zuschauer. Kruse gewann 100.000 Euro.