Als Schuss vor den Bug hat Trainer Urs Fischer den schwererkämpften 2:1 (0:0, 1:1)-Sieg nach Verlängerung des 1. FC Union Berlin beim Chemnitzer FC bezeichnet. „Jetzt haben wir das eine oder andere Thema, das wir besprechen müssen, und entsprechend werden wir die Analyse betreiben“, sagte Fischer vor dem Bundesliga-Auftakt am Samstag gegen den ausgeschiedenen Stadtrivalen Hertha BSC. „Klar ist, wir müssen uns steigern“, betonte der Schweizer.
Auch Kapitän Christopher Trimmel sieht Steigerungsbedarf für das Hertha-Spiel. „Wir müssen das Spiel genau analysieren, weil wir uns unbedingt mit dem Ball verbessern müssen“, sagte der Österreicher. Es sei ja ungewöhnlich, dass eine Saison gleich mit dem Derby beginnt. „Ich freue mich extrem darauf, das Stadion wird kochen und ich hoffe, dass wir ein ordentliches Spiel machen“, sagte Trimmel.

Mit Kevin Behrens hat Union Berlin einen Top-Joker auf der Bank

Als psychologischen Vorteil sehen die Unioner ihr Pokal-Weiterkommen im Vergleich zu den ausgeschiedenen Herthanern nicht. „Wir haben uns vorgenommen, ordentlich in die Saison zu starten mit einem erfolgreichen Spiel. Das ist uns gelungen, deshalb fühlen wir uns bereit. Wie das bei der Hertha aussieht, kann ich nicht beurteilen“, sagte Paul Jaeckel.
Jaeckels Trainer ist nicht nur vor dem Berliner Stadtduell aus mindestens einem Grund zu beneiden. Der Coach des 1. FC Union Berlin hat eine Torgarantie immer auf der Bank sitzen. Zumindest fast. Bringt er Stürmer Kevin Behrens, schrillen bei den gegnerischen Abwehrreihen die Alarmglocken.
Der 31-Jährige macht die wichtigen Treffer für die Köpenicker – und spielt damit bares Geld ein. Sein Siegtreffer in der Verlängerung des DFB-Pokal-Erstrundenmatches am Montag beim Regionalligisten Chemnitzer FC bescherte den Unionern immerhin 418 494 Euro als Antrittsgage für Runde zwei.

Behrens schoss gegen RB Leipzig bereits das Tor des Monats

„Es wäre schön, wenn es immer so klappen könnte, dass ich treffe, wenn ich reinkomme und das dann auch noch der Siegtreffer ist“, sagte Behrens. Es war nicht das erste Mal, dass er seinem Club so zum Erfolg verhalf. Beispielsweise traf er auch zum 2:1 bei RB Leipzig in der vorigen Saison kurz vor Schluss in der 89. Minute – das „Tor des Monats“ in der ARD.
„Ich bin auf sowas vorbereitet. Wenn ich von der Bank komme, will ich der Mannschaft helfen“, sagte Behrens nach dem Chemnitz-Spiel, mit dem er nicht zufrieden war. Daraus aber schon Motivation für den Bundesliga-Start mit dem Stadt-Derby gegen Hertha BSC zieht. „Das wird ein anderes Spiel. Da werden wir wieder gallig sein. Wir sind nach der Leistung gewarnt und werden unsere Sinne schärfen“, sagte der Edeljoker.

Union Berlin braucht einen breiten Kader für die Mehrfachbelastung

Der er gar nicht unbedingt sein will, aber auch mit dieser Rolle leben kann. „Der Trainer entscheidet. Wir haben generell viele Spieler auf der Bank. Da muss sich jeder im Training anbieten und auch den Trainer versuchen zu überzeugen, dass man einer für die erste Elf ist, wenn man von der Bank kommt“, sagte der Angreifer und ist optimistisch: „Die Saison ist lang, das wird schon.“

Neukirchen am Großvenediger

Sein Coach sah das Kopfball-Tor als Bewerbung für mehr. „Man darf ja froh sein als Trainer, wenn du solche Leute auf der Bank hast, sie dann bringen kannst“, lobte der Schweizer. Und Kapitän Christopher Trimmel fügte an: „Es ist sehr wichtig, dass wir so eine Ersatzbank haben. Speziell in dieser Saison, in der wir weiter eine Dreifach-Belastung haben. Da ist jeder Einzelne wichtig. Umso schöner ist es, wenn die frischen Leute dann den Unterschied ausmachen.“