Madrid: „Goebbels-Affäre“ um Tebas vor Spaniens Sportgericht

LaLiga-Präsident Javier Tebas warf Real Nazi-Methode vor. (Archivfoto)
Christian Charisius/dpa- Spaniens Sportgericht TAD prüft Tebas’ Aussagen über Real – Entscheidung steht aus.
- Der CSD leitete das Verfahren weiter und verhängte keine Disziplinarmaßnahmen.
- Tebas verglich Reals Angriffe auf Schiedsrichter mit Goebbels’ Propagandamethoden.
- Real fordert seinen Rücktritt und nennt die Aussagen zutiefst anstößig und unwürdig.
- Tebas betont, er meine Kommunikationspraktiken, nicht die Ideologie des NS-Regimes.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Die „Goebbels-Affäre“ ist für Spaniens Liga-Boss Javier Tebas noch nicht endgültig ausgestanden. Zwar verhängte der von Fußball-Rekordmeister Real Madrid angerufene Nationale Sportrat (CSD) keine Disziplinarmaßnahmen gegen den 64-Jährigen, leitete das Verfahren jedoch zur Entscheidungsfindung über einen etwaigen Verstoß gegen das spanische Sportgesetz an das Verwaltungsgericht für den Sport (TAD) weiter.
Tebas hatte in der Vorwoche Reals fortwährende Attacken gegen die spanischen Schiedsrichter mit den von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels benutzten Methoden verglichen. Die „Königlichen“ hatten daraufhin den Rücktritt des Liga-Chefs und Vizepräsidenten des spanischen Verbandes gefordert und die Instanzen eingeschaltet. Der Intimfeind der Madrilenen stellte später klar, Parallelen nur zwischen den Kommunikationspraktiken von Real und den Nazis gezogen zu haben und nicht zur Ideologie des Hitler-Regimes.
Vor dem TAD steht dennoch zur Debatte, ob die Aussagen von Tebas eine „offenkundige und öffentliche Handlung darstellen, die die sportliche Würde oder den Anstand verletzen“. Der CSD betonte in seinem Weiterleitungsbeschluss, dass „es entscheidend ist, die Werte zu bewahren, die den Sport zu einem Raum des Respekts, des Zusammenlebens und des Fairplay machen“.
Eine Verurteilung in diesem Sinne strebt Real auch an. Die Aussagen von Tebas seien „zutiefst anstößig, moralisch abstoßend und institutionell unwürdig“, lautet Madrids Standpunkt. Die Äußerungen stellten „eine neue Episode in Javier Tebas' wiederholten Angriffen auf Real Madrid, seinen Präsidenten und seine Medien dar“, hieß es weiter. Es sei „absolut unerträglich und außerordentlich ernst, dass jemand, der zwei Positionen mit höchster Verantwortung im spanischen Fußball innehat, auf einen Vergleich mit den Propagandamethoden des NS-Regimes zurückgreift."
Real und Tebas sind seit langer Zeit erbitterte Widersacher auf mehreren Ebenen des spanischen Liga-Fußballs. Der Funktionär weist immer wieder vor allem Madrids zumeist unterschwelligen Behauptungen von vorsätzlichen Benachteiligungen durch die Riege der Unparteiischen sehr scharf zurück.