Kapitän des VfB Stuttgart: „Alles bisschen drüber“: Teamkollegen nehmen Deniz Undav in Schutz

Glücklos: Deniz Undav vergibt beim 1:2 bei der TSG Hoffenheim die Großchance zum Ausgleich.
IMAGO/Sportfoto Rudel- VfB-Kapitän Deniz Undav vergibt in Hoffenheim beim 1:2 die große Chance zum 2:2.
- Er kam in der 65. Minute ins Spiel, hatte wenige Aktionen und traf erneut nicht.
- Teamkollegen stellen sich vor ihn: Grischa Prömel und Fabian Bredlow stärken ihm den Rücken.
- Trainer Sebastian Hoeneß betont seine Bedeutung für den Klub und widerspricht harter Kritik.
- Undav überzeugte zuvor gegen Viking Stavanger mit zwei Vorlagen – Formkurve nicht bedenklich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Pass kam punktgenau von rechts. Josha Vagnoman bediente Deniz Undav in der Mitte mustergültig, wie das dann so schön heißt. Der Kapitän des VfB Stuttgart stand frei vor dem Tor aus kurzer Distanz. Doch anstatt zu schießen, versuchte Undav den Ball quer zu legen. Die Kugel landete bei einem Hoffenheimer. Die große Chance zum 2:2 blieb ungenutzt.
Wieder war es also nichts mit dem ersten Pflichtspieltreffer für den Publikumsliebling in dieser Saison. In fünf Partien hat der Nationalspieler noch nicht getroffen. Am Samstag nun bei der TSG Hoffenheim (1:2) musste Undav den Joker geben, er kam in der 65. Minute in die Partie – die enttäuschend verlief. Denn bis auf die vermaledeite Ausgleichschance war Undav kaum zu sehen, er hatte kaum Aktionen und fand keine Bindung zum Spiel.
Dafür gab es nach dem schwachen Auftritt von Sinsheim Fürsprecher aus den eigenen Reihen. Mittelfeldmann Grischa Prömel, der Undav an alter Wirkungsstätte in Hoffenheim zunächst als Kapitän ersetzt hatte, sagte etwa: „Deniz ist ein unglaublich guter Spieler, wir sind glücklich, dass er bei uns ist, weil er die Mannschaft bereichert. Es ist eine Frage der Zeit, bis er wieder knipst." Und Keeper Torwart Fabian Bredlow ergänzte: „Das ist alles ein bisschen drüber, Deniz hat die volle Rückendeckung von der Mannschaft. Wir wissen, dass auf so eine Kritik meistens Spiele folgen, in denen er viele Tore schießt."
Fakt aber ist: Es läuft noch nicht rund für Undav in dieser Saison. Die lange vergangene Saison, die WM im Sommer mit enttäuschendem Ausgang für die DFB-Elf, der späte Einstieg in die Vorbereitung – damit scheint Undav zu kämpfen zu haben. Dabei hat er ja beim 3:1 zum Champions-League-Auftakt gegen Viking Stavanger wenige Tage vor dem Hoffenheim-Spiel mit zwei Torvorlagen überzeugt.
Nach dem 1:2 bei der TSG hielt nun auch Trainer Sebastian Hoeneß ein (wiederholtes) Plädoyer für seinen aktuell glücklosen Kapitän – am Mikrofon des Bezahlsenders Sky am Spielfeldrand. „Über die Chance von Undav könnte aufgrund der aktuellen Lage diskutiert werden“, sagte die Reporterin. Hoeneß antwortete energisch: „Jetzt muss ich mal fragen: Was ist denn die aktuelle Lage? Ich kann das nicht nachvollziehen. Das Thema kommt auf, weil es jetzt angesprochen wird.“
Auf die Frage, ob Undav nach dem Vagnoman-Pass hätte selbst schießen müssen, sagte Hoeneß: „Das ist ja offensichtlich. Das wird Deniz auch wissen. Er hat häufig in diesen Situationen den Blick für den Mitspieler. Hier war das nicht die richtige Entscheidung.“ Mit dem Blick auf die Diskussionen um seinen Torjäger sagte der Coach noch: „Ich gehe da nicht mit. Entschuldigung, dass ich Ihnen da ins Wort gefallen bin. Indem man das so anfängt, wird das zum Thema. Er hat in der Champions League am Mittwoch ein gutes Spiel mit zwei Vorlagen gemacht, hat im DFB-Pokal in Rostock zwei Vorlagen gemacht. Dieses Spiel wollen wir nicht mitmachen. Deniz hat eine große Chance vergeben, aber andere Spieler auch. Wir als Mannschaft waren nicht effizient genug.“


