Nationalmannschaft: Kimmich – der Kapitän geht schweren Herzens von Bord

Für Joshua Kimmich ist es nur schwer zu fassen, dass die deutsche Nationalmannschaft verloren hat.
IMAGO/Eibner-Pressefoto/Edward Cheung- Joshua Kimmich erhält im DFB-Team eine Auszeit – er verließ nach dem 0:1 in Augsburg das Team.
- Jürgen Klopp hält an seinem Plan fest, den zweiten Kader zu testen und neue Erkenntnisse zu sammeln.
- Kimmich versteht die Entscheidung, betont aber seine Verantwortung und nennt die Systemumstellung.
- Im DFB spielt er im 4-3-3 mit tiefer Sechs, bei Bayern in der Doppelsechs mit Aleksandar Pavlovic.
- Nächste Spiele ohne ihn: Donnerstag gegen Serbien, Sonntag in Thessaloniki gegen Griechenland.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Joshua Kimmich hat bis zuletzt gehofft. Auf ein Wort des Bundestrainers. Doch Jürgen Klopp ist bei seinem Plan geblieben – und der Kapitän erhält eine Auszeit. Also verließ er schweren Herzens vorübergehend die Nationalmannschaft und fuhr von Augsburg nach Hause. Auch mit schweren Gedanken, da die 0:1-Niederlage am Musterprofi des FC Bayern München nagt. „Es ist schwierig jetzt zu gehen“, sagt Kimmich, der einmal mehr die Last der Verantwortung spürte und der sich nach der mageren Ausbeute in der Nations League nicht einfach davon machen wollte.
Doch Kimmich ist nichts anderes übrig geblieben. Klopp hat den Personalwechsel vollzogen, um Erfahrungen mit dem zweiten Kader zu sammeln und neue Erkenntnisse zu gewinnen. „Ich verstehe, dass der Trainer einfach auch andere Jungs kennenlernen will“, sagt der Mittelfeldspieler, der mit Felix Nmecha sowohl in den Niederlanden (1:1) als auch gegen die Griechen im Zentrum agierte. In einer anderen Systematik als im Club. „Wir haben hier generell eine andere Raumaufteilung als bei den Bayern“, erklärt der 31-Jährige, „hier ist es ein 4-3-3 mit einer tieferen Sechs und Felix Nmecha auf der Acht. Bei den Bayern ist es eine Doppelsechs mit Aleksandar Pavlovic.“
Unabhängig von den Aufstellungen ist eines jedoch wie immer: Kimmich geht voran, Kimmich zieht die Bälle an sich, Kimmich zeigt sich im Guten wie im Schlechten. Seit Jahren stellt er sich erst auf dem Feld jeder Situation und danach in der Öffentlichkeit jeder Frage. Und da die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei großen Turnieren zuletzt ständig hinter den Erwartungen blieb, verbinden sich die Misserfolge mit dem Mann, der dauerhaft am Ball war.
An Kimmichs Qualität gibt es im Grunde keine Zweifel – und dennoch wird darüber diskutiert, ob der 116-fache Nationalspieler bei einem Neuanfang dabei sein muss. Seinen Leistungen wird das nicht gerecht, da er sich auf Weltklasseniveau bewegt. Und zur Wahrheit gehört, dass die DFB-Elf auf anderen Positionen nur durchschnittlich besetzt ist. Klopp will deshalb eine Einheit formen, die individuelle Schwächen ausgleicht. „Wir verfolgen einen neuen Ansatz und müssen noch zueinanderfinden. Das werden wir auch und wir werden besser werden“, sagt Kimmich.
Zunächst geschieht das in den beiden kommenden Länderspielen ohne die langjährige Führungskraft. Am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in München gegen Serbien und am Sonntag in Thessaloniki beim Rückspiel gegen Griechenland. Da wird sich viel um Pavlovic drehen. Tom Bischof ist ein weiterer Bayern-Profi für den Spielaufbau. Ebenso Felix Keidel und Yannick Engelhardt – zwei unbekannte Größen aus Elversberg und Freiburg. Da besteht für Klopp die Möglichkeit zu sehen, wie es ohne den Dauerrenner läuft. Eine Schlüsselfigur wird Kimmich dennoch bleiben.


Mit dem neuen Bundestrainer hat sich zwar die Stimmung gebessert, nicht aber die Qualität der Spieler. Die Veränderungen brauchen Zeit, die es aber nicht gibt.