Union Berlin
: „Wichtiger Punkt“ nach Fan-Protest – Trainer Bjelica überrascht in Freiburg

Der 1. FC Union Berlin punktet in der Bundesliga beim SC Freiburg. Trainer Nenad Bjelica überrascht mit seiner Startelf. Die Fans der Eisernen protestieren erneut. Zudem deuten sich Neuzugänge an.
Von
Jan Lehmann
Freiburg
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Die Offensive des 1. FC Union Berlin konnte sich beim SC Freiburg nur selten in Szene setzen. Mikkel Kaufmann hatte überraschend in der Startelf der Köpenicker gestanden.

Tom Weller/dpa

Der 1. FC Union Berlin startet mit einer Nullnummer ins Fußballjahr 2024 – doch das 0:0 beim SC Freiburg ist für die Mannschaft von Trainer Nenad Bjelica ein Punktgewinn im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Die Eisernen bleiben nach dem Remis am Samstag im Europa-Park Stadion in Freiburg in der Tabelle auf einem Nichtabstiegsrang.

„Natürlich ist das ein wichtiger Punkt“, sagte der überragende Berliner Torwart Frederik Rönnow bei Sky: „Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben gekämpft. Es ist gut für uns, den Punkt mitzunehmen. Wir müssen einfach weiterarbeiten, es ist noch lange nicht perfekt.“

Die Partie im Breisgau nutzten die 1700 mitgereisten Union-Anhänger, um gemeinsam mit dem Freiburger Fanlager erneut gegen die Investoren-Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu protestieren. In den ersten zwölf Minuten des Spiels gab es keinen organisierten Support. Auf Transparenten an den Fanblocks stand: „Es ist noch nicht zu Ende – Nein zu Investoren in der DFL“.

Ex-Bundestrainer Joachim Löw schaut zu

Union-Trainer Nenad Bjelica hatte mit seiner Startformation überrascht. Neuzugang Kevin Vogt, der erst am Donnerstag von 1899 Hoffenheim nach Berlin-Köpenick gewechselt war, stand sofort in der Anfangself. Mehr noch: Bjelica setzte Vogt gleich in der zentralen Position der Abwehr-Dreierkette ein. Medienberichten zufolge soll Vogt, der bei Hoffenheim noch bis 2025 unter Vertrag stand, rund 1,5 Millionen Euro Ablöse gekostet haben.

Unter den Zuschauern im Europa-Park Stadion des SC Freiburg befand sich am Samstag auch der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw.

Tom Weller/dpa

Ebenfalls überraschend in der Startelf waren Mikkel Kaufmann und Brenden Aaronson. Sheraldo Becker fehlte im Union-Kader.

Er gilt weiterhin als ein Wechselkandidat und ist unter anderem beim FC Villarreal ein Thema. Beim 1. FC Union wird in den kommenden Tagen mit weiteren Neuzugängen gerechnet. Unter anderem gilt der Belgier Yorbe Vertessen vom PSV Eindhoven als verheißungsvoller Kandidat. Nach dem Abschied von David Fofana, der inzwischen vom FC Chelsea zum FC Burnley in der Premier League verliehen worden ist, benötigen die Berliner noch mehr Alternativen für die Offensive. Das wurde auch am Samstag in Freiburg deutlich. Nur selten konnten sich die Berliner dort gefährlich in Szene setzen.

Unter den Augen des ehemaligen Bundestrainers Joachim Löw war indes Neuzugang Kevin Vogt im Abwehrzentrum als Ballverteiler und Antreiber seines neuen Teams eingebunden, konnte das klare Chancenplus und die Überlegenheit der Freiburger aber auch nicht verhindern. Es entwickelte sich eine teilweise eher zähe Partie, in der die Freiburger die bessere Mannschaft waren.

Kevin Vogt bekam als Neuzugang beim 1. FC Union Berlin gleich die Verantwortung in der Zentrale der Dreier-Abwehrkette. Gegen den SC Freiburg blieben die Eisernen ohne Gegentor.

Tom Weller/dpa

Etwas lauter wurde es trotz des Fanprotests schon, als Roland Sallais Schuss knapp rechts am Tor vorbeirauschte (11.). Beim Kopfball von Vincenzo Grifo rettete wenig später Union-Keeper Frederik Rönnow. Chancenlos wäre Rönnow wohl bei der riesigen Kopfballchance von Sallai nach einer guten halben Stunde gewesen – doch Freiburgs Offensivkraft köpfte knapp links vorbei. Von der Offensive der Gäste kam dagegen so gut wie gar nichts.

Die Fans des SC Freiburg hielten ein Plakat mit der Aufschrift „SCF: Für 50+1 Einstehen DFL - Abstimmung wiederholen“ hoch. Auch die Anhänger des 1. FC Union Berlin protestierten erneut gegen die Investoren-Pläne der Deutschen Fußball Liga.

Tom Weller/dpa

Auswärtsspiele in Mainz und München

„Wenn du glaubst, dass du gegen Union nicht wahnsinnig malochen musst und wahnsinnig aufpassen musst, dann verlierst du“, hatte SC-Trainer Christian Streich seine Elf gewarnt. Die Gastgeber bestimmten auch nach dem Seitenwechsel das Geschehen. Nach einem Zweikampf von Josip Juranovic und Sallai wurde nach rund einer Stunde der Videobeweis bemüht, aber gegen einen Strafstoß entschieden.

Auch Grifos Schuss in der nächsten Szene brachte nicht die erhoffte Freiburger Führung. Die Truppe von Streich ließ auch mit zunehmendem Spielverlauf wenig zu, brenzlig wurde es wieder im Strafraum der Gäste: Aber auch Freiburgs Röhl verpasste das Siegtor (83.). „Wir müssen das Spiel gewinnen. Wir haben absolut dominiert“, ärgerte sich Grifo: „Wir müssen uns nur vorwerfen, dass wir das Tor nicht gemacht haben.“

Die Eisernen müssen gleich noch zweimal in Auswärtsspielen ran: Am kommenden Freitag steht für den 1. FC Union das wichtige Duell beim Abstiegskonkurrenten FSV Mainz 05 an, ehe die Köpenicker zum Nachholspiel beim deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern ran müssen. (mit DPA und SID)