Tankrabatt ist in Kraft
: Teurer Sprit: So können Autofahrer richtig Geld sparen

Ab heute gibt es wieder einen Tankrabatt. Kraftstoff dürfte zwar direkt günstiger werden, doch das Preisniveau bleibt hoch. Warum Vergleichen wichtig ist - und wie Sie den Geldbeutel noch entlasten.
Von
Markus Brauer
Berlin
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Tankrabat

Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter. Wie vollständig dies an die Verbraucher weitergegeben wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Lennart Preiss/dpa
  • Seit Mitternacht gilt ein Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter für Benzin und Diesel.
  • Preise fielen sofort um etwa 10 bis 11 Cent, vielerorts kostet E10 unter 2 Euro.
  • Regionale Unterschiede: viele Angebote in München, Stuttgart, Leipzig; kaum in Köln.
  • Weitergabe des Rabatts ist offen, es gibt keine Pflicht zur Preissenkung.
  • Spartipps: Preise vergleichen, vor 12 Uhr tanken, kurz umfahren, sparsam fahren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Tankrabatt hat zum Start vielerorts für stark fallende Spritpreise gesorgt. Bereits um Mitternacht herum wurden Benzin und Diesel abrupt billiger. Auf dem Spritpreisportal Tankerkönig sackten die ermittelten deutschlandweiten Durchschnittspreise zwischen 23.41 Uhr und 0.41 Uhr um rund 10 bis 11 Cent ab. Auch am frühen Donnerstagmorgen ergab sich etwa diese Preisdifferenz zum gleichen Zeitpunkt am Mittwoch.

Vielerorts wurde Superbenzin der günstigeren Sorte E10 für weniger als 2 Euro angeboten, wie aus dem Portal des ADAC hervorgeht. Hier gibt es allerdings regionale Unterschiede:

  • In München, Stuttgart oder Leipzig gab es sehr viele, solcher Angebote.
  • In Berlin waren es zahlreiche, in Hamburg dagegen nur wenige, und in Köln wurden am Morgen keine Tankstellen unter 2 Euro angezeigt.
  • Die bundesweiten Durchschnittspreise bei Tankerkönig lagen allerdings deutlich über 2 Euro.

16,7 Cent pro Liter Steuerrabatt

Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter. Wie vollständig dies an die Verbraucher weitergegeben wird, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Es gibt keine direkte Verpflichtung der Tankstellen, die Preise zu senken. Zudem sind Berechnungen dazu komplex. Die Preise waren bereits am Dienstag und Mittwoch gefallen.

Schon beim vorigen Tankrabatt war umstritten, wie vollständig er weitergegeben wurde. Auch damals hatte sich aber bereits mitten in der Nacht ein deutlicher Rückgang gezeigt.

September war mit Abstand teuerster Tankmonat bisher

Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt als Reaktion auf die aktuell extrem hohen Spritpreise auf den Weg gebracht. Der September war der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. Das hatte sich sogar in der Inflationsrate niedergeschlagen.

Die Maßnahme ist umstritten, Kritiker verweisen unter anderem darauf, dass der Rabatt ungenau ist, den Anreiz Sprit zu sparen dämpft und nicht komplett beim Verbraucher ankommt. Die Mineralölwirtschaft widerspricht letzterem. Befürworter verweisen unter anderem darauf, dass es aktuell kein besseres Mittel gebe, um Autofahrer zu entlasten.

Tanken

Schon beim vorigen Tankrabatt war umstritten, wie vollständig er weitergegeben wurde. Auch damals hatte sich aber bereits mitten in der Nacht ein deutlicher Rückgang gezeigt.

Rolf Vennenbernd/dpa

Mit ein paar Kniffen kann man etwas Geld sparen. Hier sind die fünf Ratschläge, die einfach zu beherzigen sind:

1. Preise vergleichen

Wo ist der Sprit in der Umgebung am günstigsten? Preisvergleich-Apps und Websites wie „ADAC Drive“, „ACE-App“, „Clever Tanken“, „mehr-tanken“ oder „PACE Drive“ geben einen Überblick - es gibt eine Vielzahl zugelassener Dienste, die ihre Preise von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beziehen, so das Bundeskartellamt. Sie sind auf der Website der Behörde aufgelistet.

Auch die verbreitete Kartenapp „Google Maps“ zeigt Tankstellen und deren aktuelle Preise für einen Liter Superbenzin an. (Was E10, Diesel oder Super Plus kosten, wird mit einem Fingertipp auf die einzelne Tankstelle eingeblendet.)

Bestenfalls checkt man die Preise vor dem Losfahren. Die Vergleichsseiten bieten in der Regel eine Suche auf Basis der Postleitzahl. Nutzer können damit einen Umkreis festlegen, beispielsweise zehn Kilometer, und sehen so rasch auf einen Blick, wo der Sprit in der Nähe gerade am wenigsten kostet. Auf längeren Fahrten kommt man um den Vergleich unterwegs nicht herum.

2. Vor dem Mittag tanken

Auch die Uhrzeit spielt eine wichtige Rolle. In Deutschland gilt seit April die 12-Uhr-Regel: Das bedeutet, die Tankstellen dürfen nur einmal am Tag - um 12 Uhr - die Preise anheben, in der restlichen Zeit sind nur Preissenkungen erlaubt. Heißt: Bestenfalls vor der Mittagszeit tanken. Und dann wieder Richtung später Nachmittag bis Abend, denn erst ab etwa 17.30 Uhr liegen die Preise wieder unter Tagesdurchschnitt, wie Auswertungen etwa des ADAC nahelegen.

3. Kurze Umwege in Kauf nehmen

Ob sich ein Umweg fürs Tanken lohnt, hängt davon ab, wie viel man tanken möchte, wie viel Geld man pro Liter an der günstigeren Tankstelle spart und wie viel Kraftstoff das Auto für die mehr gefahrene Strecke dorthin verbraucht.

Einfach gesagt, gilt: Je länger die Strecke ist, desto niedriger muss der Preis an der anderen Tankstelle sein:

Ein kurzer Umweg, etwa zum Abfahren von der Autobahn, lohnt sich oft, da die Preisunterschiede dort teils enorm sind. Wer in der Nähe eines Nachbarlands mit deutlich geringeren Spritpreisniveau wohnt - Polen zum Beispiel -, sollte in Ruhe rechnen und dabei auch überlegen, ob die zusätzliche Fahrzeit, der Verschleiß des Autos und der Stress die errechnete Ersparnis wert sind.

4. Früh schalten und die Motorbremse arbeiten lassen

Auch mit der Fahrweise lässt sich der Verbrauch positiv beeinflussen. Der ADAC rät: flott beschleunigen, rechtzeitig hochschalten - und zwar schon bei einer Drehzahl von circa 2000 Umdrehungen pro Minute. Dann mit möglichst niedriger Drehzahl das Wunschtempo halten.

Beim Abbremsen gilt: möglichst lange die Motorbremswirkung nutzen. Wer auf eine rote Ampel zurollt, sollte also den Gang drin lassen.

5. Richtgeschwindigkeit statt Lichtgeschwindigkeit

Gerade auf der Autobahn macht es sich bemerkbar: Wer schnell fährt, verbraucht wesentlich mehr. Denn der Luftwiderstand steige schneller als die Geschwindigkeit, so der ADAC. Auch bei Strecken ohne Tempolimit drückt man aus Spritsparsicht nicht ganz so sehr aufs Gas und bleibt im Bereich von 130 km/h, also der Richtgeschwindigkeit, rät der Verkehrsclub.

Weitere kleine Stellschrauben: regelmäßig den Reifendruck kontrollieren und lieber am oberen Bereich der Empfehlung bleiben (steht im Tankdeckel, in der B-Säule oder der Bedienungsanleitung). Unnötige Ladung aus dem Auto räumen. Dachboxen und andere Aufbauten abmontieren, wenn sie den Dienst erfüllt haben. Klimaanlage und Standheizung mit Bedacht nutzen - auch sie steigern den Verbrauch. (mit dpa-/AFP-Agenturmaterial)