Traditionsfirma in Biberach: Schock bei Vollmer-Werken – Weltmarktführer meldet Insolvenz an

Die Schleifmaschinen der Firma Vollmer finden in der Automobilindustrie, bei Werkzeugbauern und in der Luftfahrt Abnehmer.
Vollmer Group- Vollmer in Biberach meldet überraschend Insolvenz an – 450 Jobs am Stammsitz sind bedroht.
- Der Betrieb läuft weiter, die Finanzierung für sechs Monate ist gesichert.
- Es wird ein Verfahren in Eigenregie angestrebt, Insolvenzverwalter ist Holger Leichtle.
- Gründe im Artikel: schwache Weltkonjunktur und Wegfall des Russlandgeschäfts.
- Stadtspitze und IG Metall zeigen sich erschüttert; ein Sanierungsplan soll erarbeitet werden.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Für Biberach ist es ein Schock: Das schwäbische Traditionsunternehmen Vollmer hat beim Amtsgericht in Ravensburg überraschend Insolvenz angemeldet. Bei einer Betriebsversammlung seien die rund 450 Mitarbeiter am Stammsitz in Biberach über die Entwicklung informiert worden. Weltweit beschäftigt die Gruppe rund 1200 Menschen. Man strebe ein Verfahren in Eigenregie an, hieß es. Zum Insolvenzverwalter wurde der Stuttgarter Rechtsanwalt Holger Leichtle bestellt.
„Die Nachricht vom Insolvenzverfahren der Vollmer-Werke hat mich sehr erschüttert“, sagte der Biberacher Oberbürgermeister Norbert Zeidler in einer ersten Reaktion. Vollmer sei ein wichtiger Teil der industriellen Identität Biberachs. Das Unternehmen, das Schärfmaschinen für die holz- und metallverarbeitende Industrie herstellt und in diesem Bereich als Weltmarktführer gilt, war vor mehr als 100 Jahren gegründet worden. „Ich hoffe und wünsche, dass die eingeleiteten Schritte der Grundstein sind, das Unternehmen, sein Know-how und die Arbeitsplätze zu sichern“, sagte Zeidler.
Wegfall des Russland-Geschäfts hinterlässt Spuren
Auch ein Sprecher der IG Metall gab sich überrascht. „Ich falle gerade aus allen Wolken“, sagte der Ulmer Gewerkschaftssekretär Eustachio Di Pelo der örtlichen „Schwäbischen Zeitung“. Allerdings kämpfte das Unternehmen in den vergangenen Jahren durchaus mit Problemen. 2025 hatte die Geschäftsleitung deshalb bereits einen Stellenabbau angekündigt. Die Personalkosten sollten um 15 Prozent gesenkt werden. Auch hatte es immer wieder Kurzarbeit gegeben.

Im Jahr 2024 gratuliert Oberbürgermeister Norbert Zeidler der Unternehmenspatriarchin Sieglinde Vollmer zum 100. Geburtstag. Wenige Monate später stirbt sie.
Vollmer GroupIm Jahr 2023 musste die Firma auch von einem geplanten Neubauprojekt abrücken. Zuvor waren die geschätzten Baukosten von 100 auf 150 Millionen Euro gestiegen. Gleichzeitig litt das Unternehmen unter der schwächelnden Weltkonjunktur. Insbesondere der Wegfall des Russlandgeschäfts nach Beginn des Ukraine-Kriegs machte sich in der Bilanz bemerkbar. Rund zehn Prozent des Umsatzes soll damit weggebrochen sein. Allerdings soll Vollmer laut einem Bericht der Tagesschau aus dem Jahr 2024 trotz des Embargos über Zwischenhändler weiterhin vereinzelt große Maschinen nach Russland geliefert haben.
Es gehe nun darum, einen Sanierungsplan auszuarbeiten, erklärte Leichtle der Schwäbischen Zeitung. Der Betrieb gehe weiter, die Finanzierung der kommenden sechs Monate sei gesichert. Offen ist allerdings, wie viele Arbeitsplätze am Ende erhalten bleiben.
