Wolfgang Grupp junior: „Das sollten wir uns eher fragen“ – Trigema-Chef hält Audi-Debatte für verfehlt

Trigema-Chef Wolfgang Grupp junior fordert eine Debatte über die Bedingungen für Investitionen in Deutschland.
Bernd Weißbrod/dpa- Trigema-Chef Wolfgang Grupp junior sieht Audi-Trump-Debatte als nachrangig.
- Er fordert eine Debatte über Investitionsbedingungen in Deutschland – nicht über Auftritte.
- Wichtiger sei, warum Audi vier Milliarden Dollar in den USA investiert und nicht hier.
- Genannt werden hohe Energie- und Lohnnebenkosten, Bürokratie und fehlende Planungssicherheit.
- Beispiel Trigema: Energiezentrale braucht sieben Monate für Baugenehmigung, Verzögerung kostet Geld.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Trigema-Geschäftsführer Wolfgang Grupp junior fordert angesichts des geplanten Audi-Werks in den USA eine Debatte über die Bedingungen für Investitionen in Deutschland. Weniger wichtig sei der umstrittene Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump. Wichtiger sei die Frage, warum Audi vier Milliarden Dollar in den USA investiere und nicht auch hierzulande, sagte Grupp im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Audi will nach eigenen Angaben im US-Bundesstaat Georgia ein Werk bauen. Dort sollen jährlich 200.000 Sportgeländewagen entstehen. Rund 4500 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. „Wir müssen uns eher fragen: Was haben die USA richtig gemacht, dass Audi vier Milliarden investiert?“, sagte Grupp. Die Diskussion über den Auftritt des Audi-Chefs verdecke das eigentliche Problem. Ob dieser richtig oder falsch gewesen sei, sei nicht die entscheidende Frage.
Vielmehr müsse Deutschland überlegen, wie Investitionen wieder ins Land geholt werden könnten. „Wir reden in Deutschland nicht über Standortaufbau, sondern über Standortschließungen“, sagte Grupp. Auch das Audi-Werk in Neckarsulm mit über 15.000 Beschäftigten steht wegen der VW-Krise und Sparplänen auf der Kippe. Bis Ende Juni 2027 soll der Standort ein neues Konzept vorlegen.
Wolfgang Grupp junior: Hohe Kosten und Bürokratie
Als Standortprobleme nannte Grupp hohe Energiekosten, hohe Lohnnebenkosten und Bürokratie. Die Gaskosten hätten sich im Verhältnis zum Jahresanfang vervielfacht. Die Energiekosten seien deutlich höher als in den USA. Unternehmen benötigten zudem Planungssicherheit.

Audi-Chef Döllner hat mit seinem Auftritt bei einer Wahlkampfveranstaltung Trumps eine Debatte ausgelöst.
Mike Stewart/AP/dpaAls Beispiel verwies Grupp auf den Bau einer Energiezentrale bei Trigema in Burladingen. Das Unternehmen investiere dafür mehrere Millionen Euro, um die Produktion aufrechterhalten zu können. Trotz frühzeitiger Gespräche mit den Behörden habe die Baugenehmigung sieben Monate gedauert. Dabei habe Trigema keine Förderung verlangt, sondern lediglich die Genehmigung für den Bau, sagte Grupp. Verzögere sich der geplante Start der Energiezentrale von 2027 auf 2028, koste das sein Unternehmen viel Geld.
Deutschland müsse Investitionen wieder stärker anziehen. „Wenn eine Investition in Deutschland gemacht werden soll, muss der rote Teppich für die Firmen ausgebreitet werden“, sagte Grupp. Energiekosten müssten auf ein planbares Niveau gebracht, Lohnnebenkosten kalkulierbar und bürokratische Hürden abgebaut werden.