Sonderveröffentlichung: Mittelstandspreis für Ansgar Kuhl

Die Auszeichnung mit dem Mittelstandspreis der IGA OPTIC eG erhielt Kuhl Augenoptik am 21. September in Velten überreicht.
Antje JusepeitisMit dem Motorrad reiste Christian Tomalla extra mehr als 1 000 Kilometer aus Müllheim im Markgräflerland an, um bei dieser Preisverleihung dabei zu sein. Der Augenoptikermeister gehört, genau, wie Ansgar Kuhl, der IGA OPTIC eG an, die diesmal den Unternehmer eines Veltener Traditionsgeschäftes ausgezeichnet hat. 15 Kolleginnen und Kollegen der IGA OPTIC eG sind nach Velten gekommen, um Ansgar Kuhl zu gratulieren, sich seine Filialen in Velten und Borgsdorf anzuschauen und beim gemütlichen Beisammensein im Hotel Schloss Groß Ziethen auch „Manöverkritik“ zu üben, erzählt Ansgar Kuhl und vermutet bereits, welche Hinweise es sein werden. „Ich weiß, denke ich, worum es gehen wird, ich bin nur noch nicht dazu gekommen, es zu verändern“, sagt er. Deshalb sei das Treffen ein guter Anstoß, die Verbesserung anzugehen. „Wir sind eine Vereinigung von Optikern mit in etwa denselben Betriebsgrößen und können so recht gut vergleichen, unsere Geschäftserfolge einordnen und uns gegenseitig Tipps geben. Denn wir bieten alle eine anspruchsvolle Dienstleistung an. Diese Qualität wollen wir halten und verbessern.“
Wer ein Familienunternehmen in vierter Generation übernimmt, erbt ein Stück Geschichte. Seit genau 25 Jahren schreibt Ansgar Kuhl diese bei Kuhl Augenoptik auf seine eigene Art weiter. Im kommenden Jahr wird das Veltener Unternehmen 120 Jahre alt, jetzt kommt ein weiterer besonderer Moment hinzu: Kuhl Augenoptik erhält den Mittelstandspreis der IGA OPTIC eG.
Fast 700 Fachgeschäfte
Die Augenoptikgemeinschaft mit fast 700 Fachgeschäften würdigt damit einen Betrieb, der tief in seiner Region verwurzelt ist und sich gleichzeitig immer wieder neu erfindet.
Eine so lange Familientradition fortzuführen, heißt für Ansgar Kuhl vor allem, ihr immer wieder neue Impulse zu geben. In den vergangenen 25 Jahren hat er Kuhl Augenoptik mit einer klaren eigenen Handschrift weiterentwickelt. Seine fachliche Neugier führte den Augenoptikermeister und Optometristen für Studium und Weiterbildung bis in die USA und nach Australien, wo er unter anderem seine Kenntnisse im Visualtraining vertiefte. Heute führt er Kuhl Augenoptik mit den beiden Fachgeschäften in Velten und Borgsdorf, sechs Angestellten und einem Lehrling.
Augenscreening
Wie sehr sich die Möglichkeiten der Augenoptik weiterentwickeln, zeigt das neue Augenscreening. Moderne Messtechnik liefert detaillierte Informationen über die Augen, KI unterstützt bei der Analyse und Ansgar Kuhl ordnet die Ergebnisse mit seiner optometrischen Erfahrung ein. Bei Bedarf kann eine telemedizinische Beurteilung hinzukommen.
Was braucht das Familienunternehmen von morgen?
Genau diese Frage beschäftigt viele der Kolleginnen und Kollegen, die am 21. September bei Kuhl zu Gast sind. Zur ERFA-Tagung der IGA OPTIC reisen Augenoptikerinnen und Augenoptiker aus ganz Deutschland nach Velten, unter anderem aus Angermünde, Gera, Kleinmachnow und Bayreuth. Viele führen selbst Familienunternehmen und kennen die Fragen, die damit verbunden sind: Welche Chancen bietet die Digitalisierung? Welche Entwicklungen verändern die Augenoptik? Und wie führt man einen Betrieb erfolgreich in die Zukunft? Entsprechend viel Gesprächsstoff gibt es in Velten.
„Nach 25 Jahren weiß ich, wie wichtig es ist, offen für neue Ideen zu bleiben“, sagt Ansgar Kuhl. „Gerade der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist dafür unglaublich wertvoll. Jeder bringt andere Erfahrungen mit – und am Ende nimmt man immer etwas für den eigenen Betrieb mit.“ Unter anderem geht es auch um Ideen für die Regelung einer Unternehmensnachfolge und um Lehrlingsausbildung. „Man darf sich nicht über Fachkräftemangel beklagen, wenn man nicht selbst ausbilden möchte“, so Ansgar Kuhl.
Im Rahmen der Tagung wird ihm der Mittelstandspreis verliehen. Mit Veltens Bürgermeisterin Manuela Nebel ist dabei eine besondere Gratulantin zu Gast – passend für ein Unternehmen, das seit beinahe 120 Jahren zur Stadt gehört und zum silbernen Dienstjubiläum von Union-Fan Ansgar Kuhl als Chef. Erst im Sommer hatte Manuela Nebel das Familienunternehmen besucht und sich vom Jubiläum berichten lassen. „Diese Rundgänge sind mir wichtig, denn im persönlichen Gespräch sind wir nah dran an den Sorgen und Nöten. Außerdem erleichtert es die Zusammenarbeit“, sagt Manuela Nebel.
Präzision mit Fingerspitzengefühl
Dass Fortschritt und klassisches Augenoptikerhandwerk bei Kuhl ganz selbstverständlich nebeneinanderstehen, zeigt ein Blick in die eigene Werkstatt.
Moderne CNC-Technik ermöglicht höchste Präzision, bei Reparaturen und anspruchsvollen Arbeiten sind weiterhin Erfahrung, Geschick und echtes Fingerspitzengefühl gefragt.
Vielleicht liegt darin auch ein Teil des Erfolgsrezepts von Kuhl Augenoptik: Das Unternehmen trägt seine lange Tradition mit sich, ohne sich auf ihr auszuruhen.
Nach 25 Jahren als Inhaber schaut Ansgar Kuhl weiter nach vorn. Und wenn im kommenden Jahr der 120. Geburtstag gefeiert wird, steht schon der nächste besondere Anlass vor der Tür.