Sonderveröffentlichung: Leidenschaft, Freiheit, Spaß = Fahrrad

Rund 1500 E-Bikes und Fahrräder können in der Filiale Berlin Pankow begutachtet und Probe gefahren werden. Dazu gibt es Zubehör und einen großen Werkstatt-Bereich.
Stefan Klug- Zweirad-Stadler feiert 90 Jahre und lädt am 4. und 5. September in Berlin zum Jubiläum.
- Beide Filialen bieten Programm mit Foodtrucks, DJs, Teststrecke und Verlosungen von Rädern.
- Berlin hat zwei große Standorte in Charlottenburg und Pankow mit historischen Hallen.
- Beratung setzt auf Bedarf der Kund*innen, wöchentliche Schulungen und ausgiebige Probefahrten.
- E-Bikes prägen den Markt, doch auch Gravelbikes und Räder ohne Motor bleiben wichtig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer die Zweirad-Stadler-Filiale im Berliner Prenzlauer Berg betritt, steht nicht einfach in einem Fahrradladen. Unter einem mehr als 200 Meter langen Hallendach reihen sich Cityräder, Gravelbikes, Mountainbikes und E-Bikes aneinander. Das Eisentragwerk erinnert daran, dass es früher andere Nutzungen gab. Einst wurden hier Rinder gehandelt. Am 4. und 5. September allerdings geht es ausschließlich um Deutschlands größten Fahrradhändler. Denn Zweirad-Stadler feiert den 90. Firmengeburtstag.
In Berlin und Brandenburg ist Josef Zimmerer das Gesicht des Unternehmens. Er leitet die Filialen im Prenzlauer Berg und Charlottenburg. Seit 28 Jahren gehört er zu Stadler, baute das Berliner Geschäft mit auf. Wenn Zimmerer über Fahrräder spricht, geht es selten nur um Rahmen oder Schaltung. „Wir verkaufen Leidenschaft, Freiheit und Spaß“, sagt er. Genau darin liegt für ihn der Unterschied zwischen irgendeinem Rad und einem, das wirklich zum Nutzer passt.
Vom kleinen Laden zur permanenten Fahrradmesse
Die Stadler-Geschichte beginnt 1936 in der Regensburger Altstadt. Josef Stadler eröffnet einen kleinen Handel für Fahrräder und motorisierte Zweiräder. Den Wachstumsschritt wagt sein Sohn Helmut 1981: Auf 7500 Quadratmetern entsteht ein Zweirad-Center, damals in Deutschland ohne Vorbild. Die Idee verbindet die Auswahl einer permanenten Fahrradmesse mit Beratung und Werkstattservice.
Aus dem Konzept wächst ein Unternehmen mit 22 Standorten in Deutschland und Österreich sowie einem Online-Shop. Geführt wird es von Bärbel Stadler und Peter Glötzl-Stadler; mit Vincent und Valentina arbeitet die vierte Generation inzwischen mit. Mehr als 1000 Menschen sind beschäftigt. Trotzdem, betont Zimmerer, solle Stadler Familienbetrieb bleiben. Das zeige sich in kurzen Wegen, langjährigen Mitarbeitern und der Übergabe von Verantwortung an die nächste Generation. Allein in Berlin gibt es rund 20 Auszubildende.

Berlin, August-Lindemann-Straße. Zweirad-Stadler im Osten der Hauptstadt.
Zweirad Stadler / Peter MeyerNach Berlin kam Stadler Ende der 1990er-Jahre. Die Suche nach einem passenden Großstandort hatte bereits 1996 begonnen. 1999 eröffnete zunächst ein Geschäft am Kleistpark. Am 1. Oktober 2000 zog es in die Königin-Elisabeth-Straße nach Charlottenburg. Das neue Zuhause war kein gesichtsloser Zweckbau, sondern ein denkmalgeschütztes Stück Verkehrsgeschichte: die von 1928 bis 1930 errichtete Wagenhalle des Straßenbahn-Betriebshofs, genutzt bis zur Stilllegung der West-Berliner Straßenbahn 1967. Hohe Einfahrtstore und die gewaltige, fast stützenfreie Halle erinnern daran. Auf 10.000 Quadratmetern Gesamt- und 6500 Quadratmetern Verkaufsfläche stehen nun Räder statt Straßenbahnwagen.
Zwei Berliner Fahrradwelten mit Industriegeschichte
Für den Berliner Osten begann einige Jahre später eine zweite Standortsuche. Den passenden fand Stadler auf dem früheren Zentralvieh- und Schlachthof. Die denkmalgeschützte Rinderauktionshalle an der August-Lindemann-Straße entstand 1878 bis 1881 nach Plänen von Hermann Blankenstein. Basilikaform, erhöhtes Mittelschiff, neun Seitenschiffe und 320 gusseiserne Stützen machen sie zu einem außergewöhnlichen Industriedenkmal. Der Umbau musste die Anforderungen eines modernen Verkaufscenters mit dem Erhalt der historischen Konstruktion verbinden. Nach aufwendiger Sanierung eröffnete Stadler dort am 8. Mai 2011. Rund 16.000 Quadratmeter stehen zur Verfügung, etwa 8000 davon für Verkauf, Werkstatt und Teststrecke. Beide Hallen machen das Stadler-Prinzip räumlich sichtbar: viel Auswahl, Platz zum Vergleichen und die Möglichkeit, mehrere Modelle direkt nacheinander Probe zu fahren.
Der Verkäufer soll zuerst den Menschen verstehen
Die riesige Auswahl ist Stärke und Herausforderung zugleich. Cityrad, Gravelbike, vollgefedertes E-Mountainbike oder wartungsarmes Pendler-Rad können jeweils richtig sein - aber nicht für denselben Menschen. Gute Beratung beginnt für Zimmerer deshalb nicht mit einer Marke, sondern mit Fragen: Wo wird das Rad untergebracht? Wie lang ist der tägliche Weg? Geht es über Asphalt, Waldwege oder Anstiege? Wie sportlich soll die Sitzposition sein? Wird es im Alltag, auf Reisen oder am Wochenende genutzt?
Erst danach geht es um Motor, Akku, Schaltung und Ausstattung. Für Pendler kann ein pflegeleichter Carbonriemen interessant sein, sportliche Fahrer profitieren eher von fein abgestuften Kettenschaltungen. Ein Gravelbike verbindet Tempo auf der Straße mit Reserven auf Schotter. Für Familien zählen dagegen häufig ein sicherer Einstieg, alltagstaugliche Beleuchtung und die Möglichkeit, Taschen oder Anhänger zu befestigen. Und manchmal, sagt Zimmerer, sei ein lebendiges E-Mountainbike besser als ein vernünftiges Trekkingrad – weil ein Fahrrad nur genutzt wird, wenn es Freude macht.
Damit Beratung nicht vom Zufall abhängt, werden die Verkaufsteams jede Woche geschult, meist digital über „Stadler Goes Digital“. Auf dem Programm stehen ausdrücklich auch Fremdmarken, neue Motoren und Schaltungen sowie Stärken und Schwächen einzelner Lösungen. Verkäufer sollen nicht lediglich Datenblätter wiedergeben, sondern Unterschiede übersetzen und einschätzen können, ob der Aufpreis für eine bestimmte Technik im jeweiligen Alltag überhaupt einen Nutzen bringt. Beratung kann deshalb auch bedeuten, von unnötiger Ausstattung abzuraten.
Mindestens ebenso wichtig sind Probefahrt, Rahmengröße, Griffposition und Sattel. Eine Vermessung der Sitzknochen kann mehr zum Komfort beitragen als die nächste Schaltstufe. Ergonomische Griffe, Helm und passende Bekleidung gehören zur sinnvollen Grundausstattung. Gerade bei E-Bikes sollte die Sitzposition vor dem Kauf stimmen, denn Umbauten können wegen innen verlegter Leitungen teuer werden. Nach Auswahl und Endmontage folgt idealerweise eine weitere Testrunde. An der Kasse endet die Beziehung nicht: Inspektionen, Software-Aktualisierungen und Reparaturen gehören zum Versprechen des Fachhandels.
Das E-Bike verändert Markt und Beratung
Der größte Umbruch der vergangenen Jahre rollt elektrisch. Im Stadler-Durchschnitt entfallen rund 70 Prozent des Fahrradumsatzes auf E-Bikes, in Berlin schätzt Zimmerer den Anteil auf etwa 55 Prozent. Die Hauptstadt ist für die modernen Räder ein schwieriges Terrain: Schwere Räder, Treppenhäuser und fehlende sichere Stellplätze oder Lademöglichkeiten bremsen den Kauf. Im Umland stehen häufiger Garage oder Schuppen zur Verfügung, weshalb viele Kunden aus Brandenburg kommen. Manche fahren bis zu 100 Kilometer für Beratung, Probefahrt und Auswahl.
Die Elektrifizierung verdrängt das klassische Fahrrad jedoch nicht. Rund 45 Prozent des Umsatzes entfallen weiterhin auf Räder ohne Motor. Besonders Gravelbikes gewinnen, weil sie Tempo auf Asphalt mit Alltagstauglichkeit und Reserven auf Schotter verbinden.

Leidenschaft Fahrrad. Filialleiter Josef Zimmerer.
Zweirad StadlerMit dem E-Bike steigt auch der Erklärungsbedarf. Reichweite hängt von Gewicht, Reifendruck, Strecke, Unterstützungsstufe, Gangwahl und Trittfrequenz ab. Wer im schwersten Gang und Turbo-Modus fährt, leert den Akku schneller und erhöht den Verschleiß an Kette und Ritzeln. Eine leichtere Übersetzung und höhere Trittfrequenz schonen Material und Gelenke. Ein jährlicher Werkstatttermin ist sinnvoll, um Bremsen und Verbindungen zu prüfen und Software zu aktualisieren. Das E-Bike erweitert den Aktionsradius, ersetzt die eigene Leistung aber nicht: In einer sparsamen Unterstützungsstufe bleibt der größte Teil der Arbeit bei der fahrenden Person.
Auch das Bezahlen hat sich verändert. Bei E-Bikes entfallen nach Zimmerers Berliner Erfahrung etwa 50 Prozent auf Leasing, 20 Prozent auf Finanzierung und 30 Prozent auf Bar- oder Kartenzahlung. Stadler arbeitet mit 38 Leasinganbietern; Online- und Filialpreise sind identisch. Der digitale Vertrieb ersetzt den Laden dennoch nicht. Viele Online-Käufer haben das Modell vorher bereits gesehen oder ausprobiert. Das Netz bietet bequeme Bestellung und Widerrufsrecht, die Filiale persönliche Einordnung, Montage, Probefahrt und einen späteren Ansprechpartner. Bei einem mehrere Tausend Euro teuren E-Bike kann diese Sicherheit wichtiger sein als der letzte Preisunterschied.
Trotz der Feierlichkeiten ist auch Verkauf. Die Fahrradwelt verbindet dabei Werkstatt, Teststrecke und Menschen, die erklären können, welche Technik zum Alltag passt. Nach 90 Jahren ist das vielleicht die modernste Seite des Fachhandels: nicht möglichst viel Fahrrad zu verkaufen, sondern möglichst das richtige.
Jubiläumsfeier am 4. und 5. September
Am Freitag, 4. September, und Sonnabend, 5. September, wird in beiden Berliner Filialen von 11.00 bis 18.30 Uhr gefeiert. Foodtrucks, Coffee-Bike, DJs und Hüpfburgen machen das Jubiläum zum Familienausflug. Dazu kommen Angebote und Verlosungen: Am Freitag gibt es in jeder Filiale ein Jugendfahrrad, am Sonnabend jeweils ein E-Bike zu gewinnen.
