Bei der Tante am Meer, auf Cape Code, inmitten all dieser „rich kids“ die hier in den Ferien Dauerpartys feiern - so hatte sich Daniel den Sommer eigentlich nicht vorgestellt. Doch dann lernt er Hunter und die Drogen kennen, gleich danach dessen Schwester McKayla und die erste Liebe. Das ändert alles.

Heiße Nächte am Cape Cod

Denn auf den Kopf gefallen ist der 17-jährige nicht, entwickelt schnell ein Gespür für noch schnelleres Geld und dass da noch mehr zu holen ist. So sehr er Hunter allein schon ob dessen Erscheinung bewundert, in Sachen Dope backt der jedoch deutlich zu kleine Brötchen. Als dann der Rubel rollt und zuerst gegen einen flotten roten Flitzer eingetauscht wird, steigt auch das Selbstbewusstsein von Daniel schlagartig.
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So küsst er McKayla einfach vor deren Freundinnen und eben jenen Sommervögeln, die hier außerhalb von Boston auf dicke Hose machen. Das schindet bei allen Eindruck. Und obwohl die Blondine der begehrteste heiße Feger weit und breit ist, fühlt sie sich magisch zum eher unscheinbaren Daniel hingezogen. Der weiß freilich nicht, dass sie die Schwester von Hunter ist und der ist ebenso unbekannt, dass sich ihr neuer Lover und der verstoßene Bruder kennen. Denn das Verhältnis zwischen den Geschwistern ist nicht das beste. Und wird noch schlimmer, als alles auffliegt, Daniel gleichzeitig Druck macht, das Geschäftsfeld über Hasch hinaus zu Kokain zu erweitern. So werden die Nächte am Cape Cod in jeder Beziehung richtig heiß.

Ein wenig wie James Dean

Der Stern von Timothée Chalame geht in Hollywood gerade auf. Aber auch schon vor „Call Me By Your Name“ hat der junge Mann Filme gedreht. Dieser hier ist einer davon und etwas zu Unrecht bisher wenig beachtet worden. Denn die Mischung aus Coming-of-Age, Crime und Lovestory ist eine durchaus sehenswerte. Irgendwie und sicher, ganz entfernt, erinnert das Thema an James Dean. Der schüchterne Typ, der unschuldige Blick, aber faustdick hinter den Ohren. Nicht nur die Charaktere im Film, auch der Zuschauer ist ein ums andere Mal überrascht, mit welcher Zielstrebigkeit und welchem Selbstverständnis Daniel sich seinen Zielen näher. Die darin innewohnende jugendlich Unbekümmertheit bringt Chalame mit jeder Faser seines Körpers, mit jedem Blick zum Ausdruck. Ebenso das Erschrecken, wenn er merkt, zu weit gegangen zu sein.

Sommerfeeling und Fernweh

Da macht es Spaß, zuzusehen. Auch, weil das Auf und Ab an Gefühlen und Spannung in einem sehr guten Verhältnis steht. Die Geschichte geht ohne Leerlauf über die Bühne, hat in jeder Beziehung ihre Höhepunkte und wirkt dennoch nie kitschig. Ein durchaus gekonnter Zusammenschnitt aus all jenen positiven Elementen, die amerikanische Jugendfilme bisher ausmachten. Und ganz nebenbei eine gehörige Portion Sommerfeeling und Fernweg für die Seele.

Hot Summer Nights

Genre: Unterhaltung; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 107 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Elijah Bynum; Timothée Chalamet, Maika Monroe, Alex Roe; USA 2017