Mit „Dare to win“ wirbt Asus für sein neues ROG Phone. Äußerlich etwas dezenter im Aussehen, sorgen aber die inneren Werte der Mischung aus Smartphone und Spielekonsole immer noch für einen imposanten Auftritt. Gewinnen ist also weniger eine Frage des Trauens, sondern vielmehr der überlegenen Technik.

Dezent-markanter Auftritt

Ein Zentimeter dick, fast 240 Gramm schwer und mit einem riesigen 6,8-Zoll-Display ausgestattet kommt das mittlerweile vierte Smartphone der Republic of Gamers schon recht gewaltig für ein Mobile daher. Nicht nur, dass man drinnen genügend Platz für all die Technik braucht, Größe hat auch einen rein praktischen Vorteil. Im Eifer des Gefechts möchte man natürlich sein Gerät sicher und fest in den Händen halten können. Da sollte es dann doch nicht zu filigran sein. Zudem hat sich Asus entschieden, das OLED Full HD+ Display nicht durch die Frontkamera stören zu lassen, was die Gesamtausmaße des Bodys dann noch einmal streckt. Und dennoch. Auf den besonderen Verwendungszweck weist bis auf ein LED-Licht im ROG Design auf der Rückseite, das auch als Infoleuchte dient, kaum noch etwas hin. Das war in der Vergangenheit auch schonmal anders.
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Im Innern sorgt ein Qualcomm Snapdragon 888 mit Adreno-660-GPU für genügend Vortrieb und minimal 8 GB RAM kommen mit auch jeder noch so komplexen Anwendung klar. So wird die Bildwiederholrate auf bis zu 144 Hertz beschleunigt, was natürlich für einen stets ruckelfreies Zocken sorgt. Zwar ist das 5er nicht mehr uneingeschränkt das schnellste Android-Smartphone der Welt wie einst das 2er, gehört aber ohne Frage zur Spitzengruppe. Damit der Gamer stets im Bilde ist, welche Titel die maximale Performance unterstützen, gibt Game-Genie als Zentrale Spiele-Basis den Überblick. Auch, welche Titel die Air-Trigger-Funktion unterstützen. Die Ultraschall-Schultertasten am Display machen das Handy dann endgültig zu einem Handheld. Insgesamt sieben Stereolautsprecher sorgen letztlich dafür, dass das Spielerlebnis auch akustisch hohen Ansprüchen gerecht wird. Und es gibt wieder einen Anschluss für eine 3.5-MM-Klinke. Interessant für alle, die die HiRes-Audio Zertifizierung auskosten wollen.

Leistung satt, Strom satt

Das freilich alles fordert Leistung und Strom. Zudem produziert der mitunter gestresste Prozessor Wärme. Wie schon in den Vorgängermodellen gibt es daher einen zweiten USB-C-Anschluss, in den der optional erhältliche Lüfter gesteckt werden kann. Bisher gab Asus die Kühlung frei Haus, nun muss man sie extra ordern. Ob mit oder ohne Lüfter, der 6000 mAh-Akku ist ausdauernd genug, mehr als zehn Stunden Spielspaß zu gewährleisten. Und mit einer Pause von einer knappen Stunde ist der Speicher dann auch schon wieder voll. Beides super. Nicht hingegen, dass induktives Laden weiterhin außen vor bleibt.

Konkurrenz zu Apple und Samsung

Basis für das OS ist Android 11. Darüber haben die Taiwanesen ihre eigene ROG UI-Ansicht gelegt. Wer dann noch in den Game-Modus (X-Mode) schaltet, hat allerlei Einstellmöglichkeiten von Netzwerkleistung über Bildwiederholfrequenz bis zur Tastenbelegung und einer Nicht-Stören-Variante. Denn das Phone ist ja wie gesagt auch ein Handy, das mancher zum anrufen nutzt. An Bord sind alle Funkstandards, die derzeit angesagt sind inklusive Bluetooth, NFC bis hin zu WiFi 6. In keiner dieser Kategorien leistet sich das ROG Phone eine Schwäche und spielt ganz oben bei der Konkurrenz von Apple und Samsung mit.

Gutes Licht, gute Fotos

Die Kamera ist ein nächster Pluspunkt, der das Smartphone von einer herkömmlichen mobilen Spielekonsole abhebt. Vor allem bei guten Lichtverhältnissen liefert die 64MP-Hauptkamera gute Bilder, kann aber nicht ganz zu den Mitbewerbern in der Preisklasse aufschließen. Wenn’s dann mit dem Licht schwierig wird, schwächelt auch die Optik. Zu viel Weichzeichner nimmt zwar die Unruhe aus dem Bild, aber eben auch Schärfe und Kontrast. Wegen der Kamera wird sich wohl niemand für das Asus-Gerät entscheiden. Und wenn wir schon bei den Mankos sind: Nach wie vor fehlt auch jeglicher Schutz vor Staub und Feuchtigkeit. Insofern ist sorgsamer Umgang mit dem teuren Accessoire angebracht.

Hochwertig und alltagstauglich

Denn Body und Display kommen schon sehr hochwertig daher. Die Verarbeitung ist tadellos, die Haptik sehr ansprechend. Insgesamt hat Asus hier ein sehr ordentliches Paket geschnürt. Das ROG Phone erweist sich als durchweg alltagstauglich und somit auch für jene geeignet, die nicht vordergründig nur zocken wollen. Da der Speicher nicht aufrüstbar ist, muss man sich von vornherein entscheiden, ob’s 128 GB oder doppelt so viel sein soll. Mit dem größeren Speicher wird dann allerdings auch mehr RAM spendiert, so dass die 100 Euro Aufpreis fast schon günstig sind. Am Ende sind mindestens knapp 800 Euro fällig. Kein Schnäppchen, aber für eine Kombi aus hochwertigem Smartphone und mobiler Spielekonsole durchaus angemessen. Um so mehr, als dass nicht beides versucht und nur halbgar, sondern richtig gut gemacht wurde.
Und für alle, die sich wundern, warum das ROG Phone 5 erst das vierte der Serie ist: Die Vier gilt in der Heimat von Asus als Unglückszahl, daher hat man sie einfach in der Bennenung ausgelassen. So einfach.

Test-Fazit

Mit dem aktuellen ROG Phone bietet Asus eine gelungene Mischung aus hochwertigem Smartphone und mobiler Spielekonsole. In beiden Einsatzbereichen liefert das neue 5er eine sehr gute Performance, lediglich die Kameras sind Mittelklasse. Wer also bereit ist, mindestens 800 Euro auszugeben und gern unterwegs zockt, sollte überlegen, ob er statt bei Apple oder Samsung hier vielleicht besser aufgehoben ist.

Asus ROG Phone 5

Maße: 173.00 x 77.00 x 9.90 mm, 239g
Display: 6,8’’, OLED Full HD+
Bildwiederholrate: max 144 Hertz
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 888 5G Mobile Platform
OS: Android 11
Speicher: 128/256 GB nicht erweiterbar
Preis: ab 799 Euro