Die Seychellen entdecken: Mahé und Praslin - zauberhafte Insel-Schwestern

Postkarten-Idylle: Anse Georgette auf Praslin.
Adam Bruzzone/ConstanceDie Seychellen gehören unstrittig zu den exotischsten Urlaubs-Destinationen auf dem Globus. Der jenseits von Afrika mitten im Indik gelegene Inselgruppe eilt zudem der Ruf voraus, auch ein sehr exklusives Reiseziel zu sein.
Kein Wunder, ist doch die Anzahl der Übernachtungsmöglichkeiten stark reguliert, Massentourismus hier immer noch ein Fremdwort.
Wer Seychellen sagt, meint vor allem Mahé und Praslin. Die beiden größten Inseln der sogenannten Inner Islands des Archipels im westlichen Indischen Ozean sind zugleich die touristisch am weitesten erschlossenen. Um das urbane Zentrum Mahé mit der Hauptstadt Victoria kommt ohnehin niemand drumherum, weil sich hier der internationale Flughafen des Landes befindet.
Massentourismus ein Fremdwort
Die Hauptinsel bietet zudem den höchsten Berg des Staates. Mit seinen 905 Metern überragt der Morne Seychellois alles, was sich auf den insgesamt 115 Inseln erhebt. Diese bestehen überwiegend - und im Unterschied zu anderen Inselformationen in Äquator-Nähe - aus Granit und nicht etwa Korallen wie die Malediven oder sind vulkanischen Ursprungs wie Mauritius. Vor allem die großen, abgerundeten Gesteinsformationen an den Stränden sind es, die das Seychellen-Bild prägen.
Davon lebt besonders der Tourismus, der 70 Prozent zum Volkseinkommens beisteuert. Rund 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind beim Fremdenverkehr beschäftigt. Und dennoch ist Massentourismus ein Fremdwort. Mit rund 16000 Betten liegt die festgelegte Obergrenze bei knapp einem Drittel dessen, was die Malediven an Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten haben. Umweltschutz steht in der Verfassung, daher müssen Bauprojekte besonderen Anforderungen genügen.
Seychellen - Die wichtigsten Reise-Infos
- Lage: Die Inselgruppe gehört geografisch zu Afrika, liegt ca. 1700 km östlich von Kenia und ca. 1000 km nördlich von Madagaskar.
- Tages-Rhythmus: Gelegen auf der Südhalbkugel, sind die Seychellen nur rund 500 Kilometer vom Äquator entfernt. Daraus ergibt sich ein fast durchgehend gleichförmiger Tagesablauf von Sonnenaufgang (6.00 Uhr) und Sonnenuntergang (18.00 Uhr).
- Klima: Mit durchschnittlich 29 Grad herrschen zudem ganzjährig fast konstante Temperaturen. Heftige, aber meist kurze Regenschauer sind alltäglich. Die relative Luftfeuchte liegt um die 80 Prozent.
- Beste Reisezeit: Die klimatischen Bedingungen machen die Seychellen zu einer Ganzjahres-Destination. Besonders ruhig und angenehm sind die Zeiten zwischen den Monsun-Wechseln von März bis Mai und September bis November. Während des Nordwest-Monsuns (Okt bis März) ist es mehr warm und feucht, das Meer ruhig. Die Monate des Südost-Monsuns (Mai - Sep) sind frischer und trockener, allerdings zeigt sich der Indische Ozean mehr aufgewühlt.
- Anreise: Von der Metropolregion Berlin-Brandenburg geht die Reise auf die Seychellen kaum an Qatar Airways vorbei. Die staatliche Fluggesellschaft des Emirats ist die einzige Airline, die derzeit direkt und zweimal täglich vom Berlin-Brandenburg in den Nahen Osten fliegt. Inklusive Stoppover in Doha dauert der Flug nach Mahé ca. 13 Stunden.
Mahé - Von Strand zu Strand
Auf der Hauptinsel wohnen 90 Prozent der Bevölkerung des Staates. Der üppig mit Regenwald bewachsene Morne Seychellois prägt das Bild und beeinflusst das Wetter. Wer vom Flughafen aus einmal über den Berg fährt, dürfte die Palette aller Möglichkeiten der Seychellen in kurzer Abfolge erleben. Neben üppiger Natur bietet Mahé aber ebenso traumhafte Buchten, Puderzuckerstände und anspruchsvolle Hiking-Trials durch den Dschungel. Victoria ist dann nicht unbedingt das, was sich der Mitteleuropäer unter einer Hauptstadt vorstellt. Holz- und Steinhäuser aus dem frühen 20. Jahrhundert prägen des Stadtbild, dem aber sonst alle „Errungenschaften“ hiesiger Städte abgehen.
Nur wenige Straßen (links befahren), keine Einkaufstempel oder reizüberflutende Werbe-Tafeln. Dazu eher gemütliches Stadtleben. Gleichwohl es Traffic-Jam zu den Stoßzeiten gibt, der aber eher der ausgedünnten Infrastruktur außerhalb des Zentrums geschuldet ist. Mit Eden Island etwas außerhalb zeigt Victoria aber noch ein anderes Gesicht. Auf der durch Landgewinnung entstandenen Fläche finden sich nicht nur luxuriöse Wohnmöglichkeiten, sondern ebenso Yachthafen und Shopping-Mall, Restaurants, Bars, Casino.

Dschungel trifft auf Strand. Der Port Launay Marine Park.
Neil Crespy/Constance Hotels, Resorts & GolfDschungel trifft Traumstrände
Zu den landschaftlich reizvollsten Gegenden Mahés gehört der Port Launay Marine Park. Er bietet selbst für die Seychellen eine außergewöhnliche Mischung aus Natur und Urlaubsvergnügen. Als einziger Meerespark des Archipels ist er sowohl land- als auch wasserseitig erreichbar. Ein unschätzbarer Vorteil für die Gäste des Constance Ephelia, denn die wohnen sozusagen mittendrin. Das mit 120 Hektar nicht gerade kleine Ressort zieht sich im wahrsten Sinne des Wortes über eine ganze Halbinsel hinweg, die landseitig von der Port Launay Road begrenzt wird. Hier ist genügend Platz für die Unterkünfte, Restaurants und Bars, Spa sowie viel Natur.
Mangroven lassen sich ebenso erkunden wie der Dschungel, den nicht nur Hiking-Trails durchziehen, sondern auch eine üppige Zip-Line. Die öffentlichen Strände sind so großzügig bemessen, dass hier nie auch nur ansatzweise ein Gefühl von „voll“ entsteht. Dazu gibt’s Wassersport für jeden Geschmack, sowohl vom Hotel aus als auch von lokalen Anbietern. Vor allem im Bereich des Marine Parks hat das Wasser dabei Badewannen-Qualität, ideal somit für SUP-Liebhaber.
Per Zip-Line durch den Urwald
Der westliche Teil des Ephelia-Geländes ist sehr hügelig und von Dschungel bedeckt. Diesen kann man über eine achtteilige Zipp-Line mal auf ganz andere Art erkunden. Mit rund 100 Metern sind die Abschnitte dabei durchaus lang, führen teils über Schluchten und an großen Granitformationen vorbei. Mit rund 30 Kilometern pro Stunde geht es recht flott voran. Knapp eine halbe Stunde dauert die gesamte Tour. Neulingen in Sachen Zip-Line steht zusätzlich eine Übungsstrecke zur Verfügung.
Praslin - Heimat der Coco de Mer
Die zweitgrößte Seychellen-Insel Praslin ist 37 Kilometer von Mahé entfernt. Auch beim Tourismus reiht sich das Eiland - in dessen Namen das „s“ nicht gesprochen wird - hinter Mahé ein, ist aber insgesamt deutlich ruhiger. In zwei Dingen allerdings steht Praslin in Sachen Aufmerksamkeit noch vor Mahé. An den weißen und von großen Granitblöcken gesäumten Stränden stehen die Palmen teils fast schon im Wasser. Damit erreicht die Wirklichkeit nahezu idealisiertes Postkarten-Niveau. Und nur auf Praslin ist die Coco-de-Mer-Palme zu Hause, deren Frucht an ein weibliches Becken erinnert.

Coco de Mer: Die erotische Frucht, berühmt, einzigartig, begehrt und teuer.
Adobe/Aleh VaranishchaMit bis zu 25 Kilogramm ist sie der größte Samen der Welt. Die Meeres-Kokosnuss ist natürlich geschützt und entsprechend wertvoll. Als Souvenir schlägt sie derzeit mit bis zu 1000 Euro zu Buche. Und auf dem Mini-Flughafen von Praslin wird das Gepäck vor dem Einchecken durchleuchtet, wohl um auch illegalen Export zu verhindern. Apropos Flug. Während die Überfahrt per Boot gut eineinhalb Stunden von Mahé dauert, benötigen die zwölfsitzigen Maschinen nur knapp 15 Minuten. Diese Art der Anreise hat den Vorteil, dass die Besucher schon vor Ankunft eine kleine Inselführung aus der Luft bekommen.
Spektakuläre Golfrunden
Nicht nur, dass die Vogelperspektive gleich den perfekten Draufblick auf zwei der schönsten Strände gewährt, auch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Insel lässt sich bestens überschauen. Denn Praslin verfügt über den einzigen Meisterschaftsgolflatz des Archipels. Der befindet sich auf dem Areal des Constance Lemuria. Gäste auch des Ephelia golfen hier unlimitiert.
Die Front Nine im flachen Bereich ähneln dabei vielen Plätzen in den Tropen. Aufregend wird es dann bei den Back Nine. Hier sind abenteuerliche Höhenunterschiede zu bewältigen und viele der Fairways vom Tee aus nicht wirklich einsehbar. Signature Hole ist die 15. Ein Par Drei bei dem es 100 Meter hin zum Anse Georgette in die Tiefe geht. Für viele der schönste Strand auf Praslin wenn nicht gar auf den ganzen Seychellen. Der Beach ist öffentlich und kann über eine gut ausgebaute Straße erreicht werden.

Anflug auf Praslin. Anse Kerlan, Petite Anse Kerlan, Anse Georgette von rechts sowie Golfplatz und Constance Lemuria dahinter.
Andrew Milton/Constance Hotels, Resorts & GolfDen Schildkröten ganz nah
Sowohl auf Mahé als auch Praslin leben Populationen von Riesenschildkröten, für die die Seychellen nicht minder bekannt sind. Der durchaus wilde Anse Kerlan ist dabei eines der Nistgebiete für die Meerestiere. Das Lemuria beschäftigt gar einen Eco-Verantwortlichen, der nicht nur die Plätze kennt, an denen die Eier abgelegt werden. Er behält die Gelege bis zum Schlüpfen der Jungtiere im Blick und weckte Gäste auf Wunsch, um bei diesem einmaligen Ereignis live dabei sein zu können.
Silhouette Island Urlaub wie Robinson
Während Praslin schon deutlich ruhiger als die Hauptinsel Mahé daherkommt, ist das drittgrößte Eiland dem Idealbild einer Robinson-Insel schon sehr nah. Das nordwestlich von Mahé gelegene Silhouette Island ist per Schnellfähre zu erreichen. Hier sucht man Straßen oder Landebahnen vergebens. Puderzuckerstrände, der sich auf knapp 750 Meter erhebende Mont Plaisir und dichter Dschungel drumherum geben dem Eiland einen ursprünglichen Charakter.




