Die USA entdecken
: Westküsten Roadtrip, von Vegas nach LA

4000 Kilometer von der Hitze Nevadas zu den nebelverhangenen Küsten des Pazifiks. Die größten Überraschungen und Enttäuschungen an der US-Westküste.
Von
Stefan Klug
Las Vegas/Los Angeles
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The Road that built America: Historische Route 66 in Arizona, Sinnbild für die Weite und Freiheit Amerikas.

The Road that built America: Historische Route 66 bei Oatman in Arizona, Sinnbild für die Weite und Freiheit Amerikas.

Stefan Klug
  • 4000 Kilometer Roadtrip: Von Las Vegas nach Los Angeles durch Nevada, Arizona und Kalifornien.
  • Highlights: Grand Canyon, Route 66, Yosemite Nationalpark, San Francisco und Pacific Coast Highway.
  • Herausforderungen: Wetterextreme in Wüstenstaaten und Nebel an der kalifornischen Küste.
  • Tipps: Mietwagen vorab buchen, Tankstellen in Wüsten beachten, Navigation per Handy.
  • Fazit: Beeindruckende Naturwunder, Städte mit Charme, aber auch überfüllte Orte und Verkehrsprobleme.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Freiheit auf zwei oder vier Rädern steht sinnbildlich für die Vereinigten Staaten von Amerika. Das Land ist groß genug, um Tage, Wochen oder gar Monate in eine Richtung zu fahren und täglich etwas Neues kennenzulernen. Wer gut plant, schafft ordentlich Kilometer in vergleichsweise kurzer Zeit. 4000 in unserem Fall von Las Vegas nach Los Angeles, ein wenig Nevada, ein gutes Stück Arizona und ganz ordentlich Kalifornien. Eine Fahrt voller Überraschungen, positiver wie auch negativer Art.

Tag 1. Start in Las Vegas. Die Sonne brennt. Das Thermometer zeigt knapp über 40 Grad. Wer tagsüber die Spielermetropole erreicht, bekommt bereits vom Flieger aus eine ziemlich gute Orientierung. Denn die Landebahn verläuft parallel und sehr nahe zum berühmten Strip mit all den ikonischen Hotels. Typisch Amerika ist alles ein wenig größer als in Europa. Und so hat der Airport ein eigenes Rental-Car-Terminal.

Bei Budget, dem Partner von Sunny Cars aus Deutschland, braucht es für den Checkin keine fünf Minuten. Führerschein, Pass, Kreditkarte vorlegen. Fertig. Alle notwendigen Daten waren bereits online von zu Hause aus übermittelt worden. Und nochmal typisch: Man bekommt kein Auto zugewiesen, sondern sucht sich unter den bereitstehenden der gewählten Kategorie einfach eins im Parkhaus aus. Tageskilometer 15

Viva Las Vegas – Sin City und rote Felsen

Tag 2: Die relative Kühle des frühen Morgens ist perfekt für eine Tour ins Umland. 80 Kilometer nordöstlich von Las Vegas liegt das Valley of Fire. Der älteste Nationalpark Nevadas gilt vielen auch als der schönste. Die roten Sandsteinformationen, die im Sonnenlicht fast zu glühen beginnen, sind 150 Millionen Jahre alt. Eine gut ausgebaute Straße führt in großer Runde drumherum und mittendurch. Es gibt Aussichtspunkte, die teils sehr schöne Überblicke ermöglichen. Zurück in der Stadt bleibt genügend Zeit, in der frostig gekühlten Fashion Show Las Vegas zu shoppen, im MGM-Grand beim Dinner die guten alten Zeiten von Sin City nachzuempfinden und dann natürlich die Fontänen-Show vor dem Bellagio zu bestaunen. Autofahren in Vegas ist easy, die Straßen breit, alles per Ampel geregelt. Sämtliche Hotels verfügen über ausladende Tiefgaragen, in denen man immer unterkommt. Tageskilometer rund 200.

Mit eigenem Parkplatz. Das berühmte Eingangsschild von Las Vegas in Nevada.

Mit eigenem Parkplatz. Das berühmte Eingangsschild von Las Vegas in Nevada.

Stefan Klug

Tag 3: Ziel Grand Canyon, Arizona. Es geht Richtung Osten und damit am berühmten Las-Vegas-Sign vorbei. Im Autofahrer-Land hat man natürlich an all die Besucher gedacht. Und so findet sich mitten auf der vierspurigen Ausfall-Straße einen extra Parkplatz für den Fotostopp. Der nächste kommt nach ca. einer Stunde. Direkt an der Staaten-Grenze von Nevada nach Arizona wurde der Colorado-River angestaut, der Hoover-Damm vor 90 Jahren errichtet. Dessen Art-Deko-Stil und die 221 Meter hohe Staumauer mit imposantem Blick auf Lake Mead lohnen in jedem Fall. Unten an der Sohle ist es brütend heiß, oben auf der Krone extrem windig. Gut das Handy festhalten beim Insta-Shot.

Grand Canyon – Einmalige Aussichten

Weiter nach Süd-Osten und immer geradeaus. Zumindest die ersten 130 und die letzten 50 Kilometer nach Tusayan am South Rim. Dazwischen ab Kingman auch mal ein Stück auf der historischen Route 66. Es ist aber nur noch der Name, der Rest moderner Highway. Wer die Erinnerungen sucht an die Mother Road, muss sich abseits der großen Verkehrswege umschauen und etwas Zeit mitbringen. Nach insgesamt rund vier Stunden ist der Eingang zum Grand-Canyon-Nationalpark erreicht. Für die Erkundung des Naturwunders gibt es verschiedene Möglichkeiten: selbst fahren immer die Südkante entlang. Oder sich die Hotspots von Profis wie Bugwild Hummer-Tours zeigen lassen. Die spektakuläre Variante mit perfektem Überblick wäre die mit Papillion-Helicopters 1000 Meter über dem grünlich schimmernden Colorado-River. Tageskilometer je nach Anschlussprogramm 500.

Tag 4: Ziel Page. Die Stadt hinter dem North Rim am Lake Powell ist eine der jüngsten in den USA. Unter Reisenden aber gut bekannt. Denn 15 Minuten außerhalb, mitten in einer Mondlandschaft, die Navajo-Gebiet ist, liegt der Antelope-Canyon. Er ist ein sogenannte Slot Canyon, ein vom Wasser in den Stein gespültes schmales und tiefes Tal. Die Erosion des roten Sandsteins hat Farben und Gebilde geschaffen, die einem den Atem verschlagen. Angehörige der Navajo leiten die Führungen und kennen die besten Fotospots und Tricks für einmalige Aufnahmen. Tageskilometer: 250.

Wasser in der Wüste. Lake Havasu

Wasser in der Wüste. Lake Havasu entstand durch den angestauten Colorado-River. Die Stadt zum See gehört zu den heißesten im Bundesstaat Arizona.

Stefan Klug

Tag 5. Ziel Lake Havasu City. Die Fahrt führt ein ganzes Stück zurück Richtung Las Vegas, geht aber bei Kingman erst geradeaus, bevor man nun wirklich der originalen Route 66 in die Berge folgt. Die Straßen werden schmal und einsam. Handyempfang negativ. Nach ca. einer Stunde dann der wilde Westen des 21. Jahrhunderts. Oatman Arizona. Hier trifft sich die Harley-Gemeinde der Welt. Die Zweiräder ersetzen im Ortsbild die Pferde, wilde, aber gezähmt Esel sorgen überall für tierische Bereicherung. Kurzer Stopp und weiter mit Ziel Staaten-Grenze zu Kalifornien. Die ist bei Lake Havasu City fast erreicht. Das Thermometer am Abend zeigt am London Bridge Resort nach Sonnenuntergang noch 112 F, mal eben knapp 45 Grad C. Dennoch ist es überall voll. Der zum See angestaute Colorado River mitten in der Wüste zieht die bootsverrückten Amis von bis aus Los Angeles an. Die London Bridge, in der englischen Hauptstadt ab und hier in den 1970 Jahren wieder aufgebaut, komplettiert die surreale Ansicht von Wüste, Wasser, Palmen und Old England. Tageskilometer: 600.

Kalifornien – Wüste und Weite

Tag 6. Oakhurst Kalifornien. Ein reiner Autotag mit ordentlich Strecke. Erst westwärts, dann nach Norden. Knapp die Hälfte auf der Interstate 40, einer der längsten Autobahnen der USA, durch die Mojave-Wüste. Abwechslung zumindest anfangs kaum, später weicht die sandige Eintönigkeit, wenn es Richtung Bakersfield durch die „golden hills of California“ geht. Jene goldgelben Graslandschaften aus Wildhafer (wild oats). Je näher wir dem Ziel am Yosemite Nationalpark kommen, desto bewaldeter und hügliger wird die Landschaft. Nach neun Stunden Ankunft. Tageskilometer 800.

Tag 7 und 8. Yosemite Nationalpark. „Early Bird avoids Traffic“. All jene, die wie wir diesen Hinweis „übersehen“ haben, warten nun gemeinsam am Parkeingang. Zwei Stunden gehen so locker in den Tag. Danach wird es kaum besser. Denn die gigantischen Ausmaße des Parks glaubt nur, wer sie erlebt. Die Fahrt zu den Riesenmammut-Bäumen (Sequoia) ist per Bus gut organisiert. Nächster Stopp Tunnel-View. Von zwei hoffnungslos überfüllten Parkplätzen nach dem einzigen, 1933 fertiggestellten Tunnel des Nationalparks (Wawona Tunnel) aus, hat man einen Blick auf das, was noch kommt. El Capitan und Half Dome schimmern am Ende des Tals in der Ferne.

Yosemite Nationalpark. Glacier Point. Drei Stunden Autorfahrt für diesen Ausblick auf El Capitan (r. ) und Half Dome (L.).

Yosemite Nationalpark. Glacier Point. Drei Stunden Autofahrt für diesen Ausblick auf El Capitan (r. ) und Half Dome (l.).

Stefan Klug

Näher ran kommen wir am nächsten Morgen. Eineinhalb Stunden Serpentinen hoch hinauf auf 2200 Meter zum Glacier Point. Hier begegnet man dem größten frei stehenden Granit-Monolithen der Welt sozusagen auf Augenhöhe. Denn die über 900 Meter hohe und glatte Felswand des El Capitan endet auf knapp 2300 Metern über NN. Das Panorama zusammen mit dem Half Dome ist atemberaubend und lässt die knapp zehn Grad Außentemperatur im kalifornischen Hochsommer kaum spüren. Einziger Wermutstropfen: Zurück bergab geht es auch nicht schneller. Nochmals eineinhalb Stunden. Tageskilometer jeweils rd. 170.

San Francisco – Besser autofrei

Tag 9. San Francisco. Geschafft. Nach etwas mehr als drei Stunden durch hüglige und grüne Landschaften ist San Francisco erreicht. Fünfspurig über die (Oakland) Bay Bridge ist der Pazifik nun ganz nah. Wer rund um den beliebten Union Square nächtigt, dem bleibt eine Fahrt über die vielen Hügel der Stadt und durch die Hochhausschluchten erspart.  Die Sonne lacht und gaukelt Sommer vor. 18 Grad und Wind allerdings belehren den Ankömmling eines Besseren. Warm ist anders. Tageskilometer 310.

Tag 10 und 11. Das Auto bleibt stehen. In SF fährt man Cable Car für neun Dollar pro Person und Strecke oder Uber. Oder es geht zu Fuß durch die Stadt, was im Bereich von Mission District bis Fisherman’s Wharf gut zu schaffen ist. Für die erste grobe Orientierung und um alles Wichtige auf einmal gesehen zu haben, empfiehlt sich eine Big Bus Tour. Die führt auch über die Golden Gate Bridge, mit etwas Glück ohne viel Nebel, der hier sogar einen eigenen Namen hat: Karl, the Fog! Autofahrer sollten auch den Stopp Lombard-Street nicht verpassen. Am Russian Hill reihen sich acht Haarnadelkurven steil bergab aneinander. Dicht und bunt bewachsen, dazu die roten Ziegel der Straße sind ein perfekter Insta-Spot. Und nebenbei versucht so mancher Pickup erfolglos, kontaktfrei über den Parcours zu kommen. Spektakel garantiert.

Ein weiterer Tag muss für Alcatraz eingeplant werden, solange die Anlage noch steht oder gar wieder in Betrieb genommen wird. Die Insel dient zwar schon seit 1963 nicht mehr als Gefängnis, hat aber von ihrem morbiden Charme nichts verloren. Zwei Stunden Knast reichen dabei völlig aus, um zu wissen, was man nicht möchte. Das einzig schöne dort ist der Panorama-Blick auf San Francisco. Zurück in der Stadt bietet sich, auch rein entfernungsmäßig, die Vergnügungsmeile Fisherman's Wharf als perfektes Kontrastprogramm an. Tageskilometer je 15, zu Fuß.

Wahrzeichen von San Francisco: Golden Gate Bridge - fast ohne Nebel.

Kein San Francisco ohne Golden Gate Bridge. Mit etwas Glück ohne „Karl, the Fog“, den typischen Nebel.

Stefan Klug

Pacific Coast Highway 1 - Die schönste Küstenstraße der Welt

Tag 12. Richtung Süden. Nächstes Ziel Monterey. Hier startete 1967 mit dem Pop Festival musikalisch die Hippi-Kultur. Jimi Hendrix’ Auftritt ist gar in einem Film verewigt worden. In der Neuzeit zieht es vor allem PS-verrückte Amis jährlich auf die Halbinsel. Monterey Car Week. Wer Anfang August dort hineingerät, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, wenn gefühlt die Jahresproduktion an Bugattis, Ferraris oder McLarens einem entgegenkommt. In all dem Motoren-Sound erweist sich das Hilton Garden In als geschätzte Ruhezone, verkehrstechnisch dazu ideal gelegen. Beispielsweise, um dem malerischen Carmel-by-the-Sea einen Besuch abzustatten. Hollywood-Ikone Clint Eastwood war hier mal Bürgermeister. Golfverrückten indes sagt der Ort wegen Peable Beach etwas. Denn der berühmte und exklusive Course ist vom gleichnamigen Strand aus zu bestaunen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Bei 17 Grad, einem Wolken-Nebel-Gemisch und leichtem Niesel konnte davon allerdings nicht die Rede sein. Tageskilometer 250.

Pacific Coast Highway No. One. Eine der schönsten Panoramastraßen der Welt.

Pacific Coast Highway No. 1. Eine der schönsten Panoramastraßen der Welt.

Stefan Klug

Tag 13. Santa Barbara. Schade um so mehr, als dass von Monterey aus die Fahrt über den Pacific Coast Highway No. 1 erfolgen soll. Nicht ganz unbescheiden bezeichnen ihn die Kalifornier als schönste Küstenstraße der Welt. Da bei Big Sur aber im Frühjahr 2025 auf über 500 Metern Länge der Hang abgerutscht und die Straße gesperrt ist, bleibt ohnehin nur der Umweg durchs Hinterland. Hier sind die Temperaturen angenehm und der Himmel blau. Immer dann, wenn die Fahrt dem Pazifik nahe kommt, schlägt das alles in Dauergrau um, fallen die Temperaturen von knapp 30 auf etwa 20 Grad. Mal eben die Hälfte dessen, was man noch in Arizona gewohnt war. Santa Barbara dann, die Stadt mit den malerischen Ansichten zwischen Palmen-Hainen entlang der Küste und der dramatischen Gebirgskulisse der Santa Ynes Mountains, zeigt sich versöhnlich am Abend. Vollmond, laues Lüftchen und entspanntes Treiben um den Pier komplett aus Holz. Tageskilometer 400.

Tag 14 und 15. Das Auto bleibt stehen. Die Küstenstadt kann man im Zentrum komplett erlaufen oder mit dem Fahrrad erfahren werden. Strategisch dafür sowie Beachlife perfekt gelegen ist das Hilton Santa Barbara Beachfront Resort. Direkt gegenüber vom Strand, nur durch eine Straße getrennt. Ein wenig trübt am Morgen allerdings jeweils wieder Nebel die gute Laune. Palmen im Dunst erinnert irgendwie an Herbst, dabei ist Hochsommer. Das Wetter bessert sich im Tagesverlauf, gleichwohl lässt der stete Wind weder die Temperaturen noch die Lust nach einem Bad im Pazifik steigen. So verbummelt man die Zeit im Häuser-Wirrwarr der City, geprägt vor allem durch spanisch-kolonialen Baustil. Vom Frühstück bis zum Late-Night-Drink ist das Ausgeh-Angebot mehr als üppig. Am Ende dann doch Urlaubsfeeling pur. Tageskilometer je 10, zu Fuß und per Rad.

Santa Barbara. Idyllische Stadt zwischen Pazifik und Bergen.

Santa Barbara. Idyllische Stadt zwischen Pazifik und Bergen.

Stefan Klug

Tag 16 und 17. Die letzte Etappe, Ziel Los Angeles. Bis auf wenige Ausnahmen kann der PCH1 nun doch seine Schönheit entfalten. Vor allem da, wo bekanntermaßen sich die Prominenz in den Bergen mit Blick aufs Meer niedergelassen hat, wird es voller: von Malibu über Pacific Palisades bis Santa Monica. Hier tobten im Frühjahr große Brände, die statt der Villen an den Steilküsten nur noch deren Betonsäulen übriggelassen haben. Ein verrosteter 911er steht unter angekokelten Palmen, dahinter weite Strände und der unendliche Pazifik. Ein surreales Bild. Übernachtung in Culver City, irgendwo mittendrin. Tageskilometer 150.

Los Angeles - Kaum Freude am Fahren

LA ist keine Stadt im eigentlichen Sinne, sondern eine Aneinanderreihung von Nachbarschaften (Neighborhoods), ein Moloch aus Straßen und meist flacheren Gebäudekomplexen. Ein Auto ist geradezu Pflicht, gleichwohl man eigentlich immer im Stau steht. Die Carpool-Spuren auf den Highways sind jenen vorbehalten, die nicht allein im Wagen sitzen. Alle anderen bilden eine endlos scheinende Blechlawine. Die Lage der Unterkunft sollte daher nach den Zielen gewählt werden, die auf dem Wunschzettel stehen. Zwischen Strand und Griffith Observatory liegen gut 30 Kilometer, rund zwei Stunden Fahrt. Doch von hier oben hat man den besten Blick über Los Angeles - vorausgesetzt - man ahnt es - das Wetter spielt mit. Eine Wanderung durch den Griffith Park bietet den besten Überblick und Ausblick auf das berühmte Hollywood-Sign. Die Guides von Bikes and Hikes haben gar die Adresse jener Stelle, an der man ganz nah rankommt.

Das Zeichen, das jeder kennt. The Hollywood Sign im Süden des Griffith Parks von Los Angeles.

Das Zeichen, das jeder kennt. The Hollywood Sign im Süden des Griffith Parks von Los Angeles.

Stefan Klug

Wer einmal hier oben ist, fährt am besten weiter nach Beverly Hills. Celebrities spotten oder zumindest am Rodeo Drive die Welt der Reichen und Schönen erkunden. Doch Obacht, Parkplätze sind rar und entsprechend teuer, kaum unter 25 Dollar für zwei Stunden. Der Blick aufs Beverly Wilshire Hotel ist dafür kostenlos. Julia Roberts und Richard Gere haben es mit „Pretty Woman“ einst berühmt gemacht.

Fehlt noch was? Na klar: Venice Beach. Sehen und gesehen werden am feinsandigen Strand und der ewigen Welle des Pazifiks. Arnold Schwarzenegger hat hier open air trainiert, löste damit den Fitness-Boom aus und sorgte zugleich für den Beinamen „Muscle Beach“. So war das früher einmal. Geblieben ist der gut 200 Meter breite Traumstrand. Und immer Surfer auf den Kämmen. Hier kann man bei Sonnenschein Stunden mit Zugucken verbringen. Das Hinterland dagegen hat schon deutlich bessere Tage gesehen. Tattoo-Studio reiht sich an Smoke Shop, billiger Krimskrams und nur wenige Cafés oder Restaurants laden ein. Dazu immer mehr jene, die den American Dream sichtbar verpasst haben. Tageskilometer 70.

Venice Beach. Berühmter Strand in Los Angeles.

Venice Beach. Berühmter Strand in Los Angeles und Surfer-Hotspot.

Stefan Klug

Tag 18. Abreise. Das Hilton Culver City liegt strategisch perfekt nur um die Ecke von LAX, dem berühmten Flughafen von Los Angeles. Der ist in knapp 15 Minuten erreicht. Natürlich ist die Rückgabe des Mietwagens perfekt organisiert. Während man seine persönlichen Sachen zusammensucht, checkt ein Mitarbeiter das Auto aus. Dank Vollkasko entfällt die leidige Kontrolle, ob man vielleicht irgenwo angeeckt ist. Zeit für den Abschied vom zuverlässigen motorisierten Begleiter, LA, der Westküste, den USA. Tageskilometer 10. Gesamtdistanz auf dem Mietwagen-Beleg: 2460 Meilen, 4000 km.

Die Westküste entlang - Tops und Flops

Drei Wochen im Auto durch die USA können noch so gut geplant werden, Überraschungen gibt es dennoch. Dass es in Nevada und Arizona heiß sein würde, war absehbar. Wie sehr dann doch, überrascht vor allem jene, die erstmals dorthin oder im Sommer reisen. Gleiches Bild nur umgedreht in Kalifornien. Der kalte Pazifik und die warmen Landmassen sorgen im Hochsimmer regelmäßig für Nebelbänke, die sich direkt und teils über hunderte Kilometer an der Küstenlinie entlangziehen. Obwohl High Season ist somit ein Sommerurlaub nicht garantiert.

Gerade die Wüstenstaaten Arizona und Nevada überraschen dann mit deutlich abwechslungsreicherer Landschaft als angenommen. Vor allem der Grand-Canyon-State weiß mit vielen Seen, teils Hochgebirge und den beeindruckenden Gesteinsformationen zu gefallen. Mal abgesehen vom Wetter an der Küste kann auch Kalifornien beeindrucken. Ob Nationalparks oder die Städte wie San Francisco oder Santa Barbara, hier gibt es viel zu entdecken und zu erleben. Das gilt natürlich ebenso für LA. Allerdings ist die Erwartungshaltung, v.a. geprägt durch klassische Medien und Social Media deutlich überhöht.

Roadtrip durch die USA - Gut zu wissen

Mietwagen: Am sinnvollsten ist, das Auto schon von Deutschland aus zu buchen. Sunny Cars beispielsweise arbeitet mit ausgesuchten Partnern vor Ort. Vollkasko-Versicherung und eine höhere als ortsübliche Deckungssumme sind wichtig. Kostenloser zweiter Fahrer und eine faire Tankregeleung - also so abgeben wie übernommen - wünschenswert. Noch besser, die erste Tankfüllung ist inklusive, dann geht das Auto einfach leer zurück. Wer das Komplettpaket wählt, muss sich in den USA um keine zusätzlichen Leistungen mehr kümmern.

Tanken: Tankstellen gibt es eigentlich wie Sand am Meer, nur bei den Wüstendurchquerungen werden es weniger. Daher vorher checken, dass genug Benzin an Bord ist. Diesel ist für PKW eher unüblich, ebenso wie Handschaltung. An moderen Tankstellen wird wie in Deutschland getankt und meist direkt an der Zapfsäule mit der Kreditkarte bezahlt. Mitunter muss die Postleitzahl eingegeben werden, was nicht funktioniert, da dort nur US-Städte hinterlegt sind. Dann muss man, wie bei einer weiteren Variante zum Kassierer und eine bestimmte Bezin-Menge zu kaufen, die dann freigeschaltet wird. Die Preise für Benzin schwanken je nach Bundesstaat und Region von 3,50 bis über 5 Dollar die Gallone (3,785 Liter). Billig, aber die eher großen Motoren der Mietwagen sind auch durstiger.

Verkehr: Das Speed-Limit ist deutlich ausgeschildert und sollte vor allem an Schulen und in Ortschaften (City Limit) penibel eingehalten werden. Außerhalb und v.a. auf den Highways nehmen es die Amis hingegen nicht so genau. Trotz aller Warnungen, der Verkehr würde per Kamera, Hubschrauber oder Flugzeug überwacht. An Kreuzungen mit mehreren Stoppschildern hat derjenige Vorfahrt, der zuerst da war. Generell ist man hier immer sehr vorsichtig, wird eher defensiv gefahren.

Maut und Navigation: Es gibt Mautstraßen, vor allem große Brücken. Die Abrechnung erfolgt mittlerweile meist über die Kennzeichenerkennung. Man muss also nichts tun und bekommt ggf. von der Mietwagenfirma eine Abrechnung. Auch wenn die meisten Autos über eingebaute Navigation verfügen, dürfte eine deutsche Sprachausgabe eher unüblich sein. Daher lohnt es in jedem Fall, das eigene Handy zu nutzen. Mit einer internationalen esim gibt's für wenige Euro am Tag unlimitiertes Datenvolumen. Auch praktisch, um über Social Media Kontakt in die Heimat zu halten.

Website

*Der Roadtrip wurde teilweise von Partnern vor Ort unterstützt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Art der Berichterstattung.