DreameBot L10s Pro Ultra im Test
: Fußbodenreinigung: Das Runde muss ins Eckige

Die neue Generation der Saugroboter putzt auch an Stellen, an denen viele Konkurrenten scheitern.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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  • Putzt fast allein und hört aufs Wort.  Der L10s Pro Ultra Heat, Saugroboter der neuesten Generation.

    Putzt fast allein und hört aufs Wort. Der L10s Pro Ultra Heat, Saugroboter der neuesten Generation.

    Dreame Tech
  • Bis zu 75 Tage autark. Die Basisstation übernimmt Absaugen des Schmutzes, Reinigung der Mops und natürlich das Laden des Roboters.

    Bis zu 75 Tage autark. Die Basisstation übernimmt Absaugen des Schmutzes, Reinigung der Mops und natürlich das Laden des Roboters.

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Saugroboter erobern immer mehr die Haushalte. Mittlerweile gibt es sie analog zur Auto-Branche von Budget bis Luxus, steigen einfache Modelle bei wenigen hundert Euro ein, muss man für andere schon vierstellige Summen hinblättern.

Einher geht der Preissprung allerdings meistens mit einem deutlich Plus an Leistung und Ausstattung. Während beim Einsteigermodell die Wohnung entsprechend vorbereitet werden muss und der Helfer dann eben nur mal einigermaßen fegt und durchfeudelt, darf der Eigner höherklassiger Geräte schon erwarten, dass ihm der Robo ohne menschliches Zutun wirklich alle Arbeit abnimmt.

Wir haben den neuen DreameBot L10s Pro Ultra auf Putz-Reise geschickt und ihn am Ergebnis seines Vorgängers L10 S Ultra sowie des Yedi Cube gemessen. Preislich stellt der Neuling den eingangs beschriebenen Aufstieg in die Champions-League dar und hat erwähnte neue Features an Bord. Das wichtigste ist wohl die sogenannte MopExtend-Technologie. Denn Bauart typisch sind Saugroboter rund, was ihnen von Hause aus Schwierigkeiten mit Ecken und Kanten einbringt. Dreame minimiert diese, indem die rotierenden Wischscheiben nach außen gefahren werden, sodass sie im Maximalfall über die Grundkonstruktion hinausreichen.

Ecken und Kanten kein Problem mehr. Der L10s Pro Ultra fährt die Mops aus.

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Damit sind Parkettkanten, früher Scheuerleisten genannt, kein Problem mehr. Und da die Wischer aus weichem Material bestehen, gelangen sie bei Ecken fast bis in den Winkel. Den letzten halben Zentimeter allerdings erreicht auch der Mensch kaum mit herkömmlichen Wischutensilien. In dieser Disziplin ist der Pro Ultra den Konkurrenten mindestens also eine Mobumdrehung voraus.

Mehr Hygiene dank heißem Wasser

Apropos: Das gilt ebenso in Sachen Hygiene der sich schnell drehenden Feudel. Während Vorgänger und Konkurrenz diese dank eigenem Frisch- und Schmutzwassertank schon reinigten und danach trockneten, nutzt unser Testkandidat dafür fast 60 Grad heißes Wasser. Zudem fährt er auch während der Arbeit mal immer wieder an der Basisstation vorbei, um das Textil zu spülen. Die Intervalle dafür können über die App manuell eingestellt werden. Im Ergebnis sorgt der höhere Aufwand an Selbstreinigung im Endeffekt natürlich dafür, dass auch die Wohnung sauberer und der Dreck womöglich nicht nur gut verteilt wird. Der L10s Pro Ultra erkennt zudem grobe Verschmutzungen und legt dann einen Spülgang zwischendurch rein.

Erkennt Teppiche automatisch und kann die Wischeinheit bis zu zehn Zentimeter anheben.

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Deutliche Fortschritte sind auch bei der Teppichreinigung zu erkennen. Nunmehr saugt der Motor mit bis zu 7000 Pascal und damit rund 40 Prozent stärker als die Konkurrenten. Textile Bodenbeläge werden automatisch erkannt und entsprechend der Beschaffenheit die Saugleistung angepasst. Zudem ist der Neuling in der Lage, die Mops um bis zu 10,5 Zentimeter anzuheben. Damit kann er drei Zentimeter mehr als sein Vorgänger und muss auch um hochflorige Teppiche keinen Bogen mehr machen. Die Saugkraft kann der User entweder über die App einstellen, ebenso wie die Feuchtigkeit der Wischer, oder aber man wählt „intensive Reinigung“. Dann legt der Robo abhängig von der Bodenbeschaffenheit und dem Verschmutzungsgrad eine Schippe drauf.

Haare? Kein Problem!

Ebenfalls eine Überarbeitung hat die zentrale Bürste erfahren. Die rotierende Einheit besteht aus breiten und sehr flexiblen Gummilamellen. Die sammeln nicht nur alles Lose auf dem Boden auf. Sie sorgen konstruktiv auch dafür, dass sie nicht von Haaren umwickelt wird, die letztlich den Betrieb beeinflussen. Dieser Aspekt dürfte vor allem für Nutzer interessant sein, die langhaarige Mitbewohner oder Haustiere haben. Denn die Körperbedeckung wird jeweils nach außen geleitet und bildet dort mit der Zeit eine Rolle, die jedoch Wochen braucht, um wirklich störend zu werden. In dieser Zeit sollte jedoch jeder Roboter einmal gründlich gereinigt werden. Im Prinzip können die Inspektionsintervalle bis auf 75 Tage ausgedehnt werden. Erst dann wird der Staubbeutel in der Station wirklich voll sein. Schon eher allerdings muss Schmutzwasser entfernt und Frischwasser aufgefüllt werden. Hier allerdings meldet sich das System über die App beim Besitzer. Mit allen vorgenannten Features schlägt der L10s Pro Ultra die Konkurrenz mehr als deutlich aus dem Feld.

App als Steuereinheit. Die Karten werden sehr genau erstellt.

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Das gilt zu Teilen auch für die Erstellung der Karte und die Arbeitsgeschwindigkeit generell. Beim Erstdurchlauf dauert das Mapping einer Etage von rund 40 Quadratmetern keine zehn Minuten. Das ist wirklich beeindruckend. Zumal Kamera plus KI Hindernisse nicht nur sehr genau erkennen, sondern diese, etwa Stühle, Betten, Kabel auch auf der Map genau darstellen. Das klappte zwar auch schon beim Vorgänger recht gut, aber nicht in diesem Tempo.

Effiziente Karten-Erstellung und Hinderniserkennung

Bei späteren Reinigungsgängen dann wird der Pro Ultra wohl nie mit Einrichtungsgegenständen oder Hindernissen zusammenstoßen. Es ist tatsächlich beeindruckend, wie sich der Robo seinen Weg sucht, selbst dann, wenn sich Dinge im Raum verändern. Während der Yeedi Cube eher nach dem Prinzip „Try&Error“ verfährt, macht der Dreame den Eindruck, genau zu wissen, was er tut. Bis zu rund 200 Quadratmeter kann der mittlerweile sehr sparsame Helfer am Stück reinigen, bevor er wieder an die Dose muss.

Smarte Steuerzentrale: Die App

Die App ist, wie bei anderen auch, die Steuerzentrale. Hier kann die Karte bearbeitet, etwa virtuelle No-Go-Zone angelegt oder aber die Reinigungsrichtung festgelegt werden, um die Maserung der Belege nicht zu beschädigen. Intensität und Rhythmus der Arbeit legt der User fest, ebenso die Bereiche, die beackert werden sollen. Räume oder Bereiche oder eben das ganze Stockwerk. Wie schon gewohnt ist der Pro Ultra ebenso in der Lage, mehrstöckige Karten anzulegen. Er braucht dann freilich Hilfe, von oben nach unten oder umgekehrt zu kommen. Last but not least lässt sich der Roboter per Stimme über Alexa steuern und wird somit ins Smart Home eingebunden. Hier erfüllt er, wenn gewollt, auch eine gewisse Kontroll-Funktion. Denn die Kamera zu Hindernisvermeidung kann ebenso für den Blick unter Möbel oder Hindernisse oder einfach nur in die Räume genutzt werden - remote von überall aus der Welt. Um Missbrauch zu verhindern, meldet sich der L10s Pro Ultra allerdings in regelmäßigen Abständen lautstark und weist darauf hin, dass er zuguckt.

Wartungsfreier Helfer zum stolzen Preis

Der DreameBot L10s Pro Ultra ist mit knapp 1000 Euro sicherlich kein Schnäppchen, aber er bietet einen nahezu wartungsfreien Helfer für das Saugen und Wischen, der mit allen Arten von Fußböden zurechtkommt. Die Qualität der Reinigung ist durchweg hervorragend, und dank der MopExtend-Technologie erreicht er auch schwer zugängliche Stellen. Dank der herausragenden Hinderniserkennung müssen die zu reinigenden Räume nicht vorbereitet werden. Das selbstreinigende System erfordert lediglich nach Bedarf das Auffüllen oder Entleeren von Wasser und den Austausch des Staubbeutels alle zehn Wochen. Nicht unerwähnt sollte jedoch die gestiegene Größe der Basisstation des L10s Pro Ultra bleiben, die sich kaum noch charmant in einer Nische verstecken lässt.

L10s Pro Ultra - Test-Fazit

Willkommen in der Luxusklasse der Saugroboter. Doch nicht edle Materialien oder Schnickschnack treiben den Preis bis fast in den vierstelligen Bereich, sondern die auf künstlicher Intelligenz basierenden Features wie die Hindernis- und Verschmutzungserkennung. Darüber hinaus arbeitet der L10s Pro Ultra schnell, effektiv und ist über Wochen hinweg nahezu wartungsfrei. Insofern wird er zum fast unsichtbaren Helfer im Haushalt, der auch noch aufs Wort hört.

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