Mähroboter im Test: M9 Pro von Anthbot - Wie gut mäht der Roboter mit Laser?

Anthbot M8 Pro. Laser- und Satellitennavigation sorgen für sichere Orientierung im Garten.
Stefan Klug /AI gen.- Anthbot M9 Pro: kompakter Mähroboter mit LiDAR, Dual-Kamera und RTK bzw. NetRTK.
- Einrichtung per App mit WLAN, Bluetooth und 4G, Kartierung automatisch oder manuell möglich.
- Navigiert parallel mit U-Wenden, meistert enge Passagen, hat teils Schwächen bei Kleinteilen.
- EdgeWiz schneidet Kanten an Pflaster, an Mauern bleibt ein Rand stehen – Trimmer nötig.
- Für 1000 m² mehrere Einsätze nötig, leise im Betrieb, 4G ab dem zweiten Jahr kostenpflichtig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mähroboter nehmen die regelmäßigen Schnittrunden ab und halten den Rasen auf gleichmäßiger Höhe. Weil sie häufig nur Halmspitzen kappen, bleiben feine Schnipsel als Mulch liegen, der sich zersetzt und Nährstoffe zurückführt. Besonders angenehm wird diese Arbeitsteilung, wenn auch die Einrichtung wenig Mühe macht. Hier setzt Anthbots M9 Pro für bis zu 1000 Quadratmeter an.
Die chinesische Marke hat ihre Wurzeln in der Robotersensorik. 2022 entschied sich das Gründerteam für den Einstieg in die Rasenpflege. Auf die Genie-Reihe folgte die kompakte M-Serie. Beim M9 Pro ergänzt ein Laserscanner die Satellitenortung und zwei Frontkameras, was gegenüber dem M9 vor allem die Navigation bei schwierigem Empfang verbessert.
M9 Pro – Lieferung und Aufbau
Der rund zehn Kilogramm schwere Roboter kommt weitgehend betriebsbereit an. Im Karton liegen Ladestation, Netzteil und Verlängerungskabel, die RTK-Antenne samt Stange und Erdspieß sowie Bodenschrauben, Werkzeug und fünf Ersatzklingen. Eine Garage ist angebotsabhängig. Vor dem Start werden die Schaumstoffsicherungen an den Rädern entfernt; außerdem muss der Sicherheitsschlüssel stecken.
Die Station braucht einen ebenen Platz mit freier Zufahrt und wird gegen Verrutschen befestigt. Danach werden Kabel und Netzteil angeschlossen. Das gelingt allein ohne Spezialkenntnisse. Kabel müssen außerhalb der Mähfläche liegen, Stufen dürfen die Zufahrt nicht blockieren. Die beworbenen drei Minuten Einrichtung sind deshalb eher ein Idealwert.
M9 Pro – WLAN und RTK einrichten
Die Anthbot-App für Android und iPhone führt durch Anmeldung, Gerätekopplung und Einbindung in das WLAN. Bluetooth dient zum direkten Steuern, WLAN und das eingebaute 4G-Modul ermöglichen die Internetverbindung. Vor der Kartierung empfiehlt sich ein angebotenes Firmware-Update, also eine Aktualisierung der Gerätesoftware.
Für die genaue Ortung gibt es zwei Wege. Beim klassischen RTK korrigiert eine eigene Referenzantenne die Satellitenposition. Sie wird auf der Stange montiert, mit freiem Blick zum Himmel aufgestellt und per Kabel angeschlossen. NetRTK holt die Korrekturdaten über das Internet aus einem Referenzstationsnetz. Die Gartenantenne entfällt, Netzabdeckung und Dienstaktivierung sind dafür erforderlich. In der App wird NetRTK eingerichtet und der Empfang geprüft. Satellitenempfang am Mäher bleibt nötig.
M9 Pro – App und Kartierung
Im Zentrum der App steht die Karte mit Roboterposition und Mähfortschritt, ergänzt um Status und Einsatzverlauf. Neben Start, Pause und Rückkehr lassen sich Zeitpläne, Regenverhalten und Diebstahlschutz verwalten. Der Funktionsumfang ist ordentlich, manche deutschen Bezeichnungen wirken allerdings holprig. Ein Kameralivebild gibt es nicht. Am Gerät selbst ersetzen wenige Tasten und Leuchtanzeigen ein Display.
Die Kartierung beginnt an der Ladestation. Steht sie außerhalb des Rasens, wird der Mäher zunächst per App an dessen Rand gefahren. Beim Auto-Mapping erkundet er die Begrenzung selbstständig. Erkennbare Übergänge zu Pflaster erleichtern das Verfahren. Das klappt sehr gut. Der Robo hält allerdings teils großzügige Sicherheitsabstände zu Mauern und Begrenzungen. Wer es knapper haben möchte oder bei unklaren Grenzen und verwinkelten Beeten wählt die manuelle Methode: Per Smartphone wird die gewünschte Gebietsgrenze abgefahren und gespeichert. Das erlaubt gezieltere Korrekturen.

Anthbot M9 Pro. Die App ist die zentrakle Steuer- und Informationszentrale und klar strukturiert.
Stefan Klug / AI gen.Danach lassen sich Ränder verändern, Beete als Sperrflächen aussparen und bis zu 30 Zonen verwalten. Getrennte Rasenstücke benötigen befahrbare Verbindungswege, sogenannte virtuelle Brücken. Dort fährt der Roboter mit ausgeschaltetem Mähwerk. Für die Bereiche sind eigene Zeitpläne und Schnitteinstellungen möglich. Die Schnitthöhe wird elektrisch zwischen drei und sieben Zentimetern eingestellt; außerdem lassen sich Mährichtung und ein oder zwei Durchgänge wählen.
M9 Pro – Mähen und Navigieren
Bei der Arbeit fährt der M9 Pro parallele Bahnen mit U-förmigen Wenden. Sein 20 Zentimeter breiter Mähteller trägt fünf bewegliche Klingen. Auf gepflegtem Rasen entsteht ein sauberes Schnittbild mit sichtbaren Streifen. Regelmäßige Einsätze sind entscheidend, weil lange Halme gröberes Schnittgut ergeben. Nach Mähpausen empfiehlt sich deshalb ein höherer erster Schnitt, bevor die Wunschhöhe schrittweise erreicht wird.
Die HoloSense genannte Navigation kombiniert mehrere Sensordaten. LiDAR misst Entfernungen mit Laserlicht und erfasst die Umgebung rundum. Gebäudekanten oder Baumstämme helfen dadurch bei der Orientierung, wenn die Satellitenortung schwächelt. Die Kameras ergänzen Bildinformationen. In der Praxis hielt der Roboter sogar nach Abschalten der RTK-Antenne seine Spur; auch Durchgänge um 70 Zentimeter waren für ihn passierbar.

Anthbot M9 Pro. Dank Lader und NetRTK navigiert der Robo sicher auch durch engere Passagen.
AnthbotEin nicht so eindeutiges Bild ergab sich bei der Hinderniserkennung. Größere Gartenobjekte werden gewöhnlich umfahren, kleine Gegenstände können dagegen mal übersehen oder seitlich berührt werden. Updates schärfen zwar die Objekterkennung regelmäßig nach, wer jedoch ganz sicher gehen will, räumt Spielzeug vorher weg und lässt bei Dämmerung oder Nacht den Mäher in der Station.
Anthbot verspricht bis zu 45 Prozent Steigung, entsprechend etwa 24 Grad. Nässe, Löcher und Querhänge erschweren den Einsatz jedoch. Die angetriebenen Hinterräder und die Traktionskontrolle helfen. Dennoch passt das getriebene Zweirad-Konzept besser zu ebenen oder moderat geneigten Gärten als zu steilen Grundstücken.
M9 Pro – Ränder und Arbeitstempo
Die Randfunktion EdgeWiz führt den Mäher präzise an der Begrenzung entlang. An bündigem Pflaster kann er die Rasenkante überfahren und vollständig schneiden, sofern die Karte das erlaubt. Neben Mauern bleibt dagegen Gras stehen: Der mittige Mähteller endet ungefähr neun Zentimeter vor dem Gehäuserand. Hier und in unzugänglichen Ecken ist ein Trimmer nötig. Randmähen funktioniert zudem nur für die gesamte Karte, nicht für unterteilte Zonen.
Für knapp 200 Quadratmeter braucht der M9 Pro gut zweieinhalb Stunden pro Akkuladung. Grundstück und Einstellungen machen den Unterschied. Der Akku lädt etwa 90 Minuten bis knapp zwei Stunden; danach wird weitergemäht. Für 1000 Quadratmeter sind mehrere Einsätze samt Ladepausen nötig. Für den Roboter sind 58 Dezibel Arbeitslautstärke ausgewiesen und tatsächlich bleibt das Gerät relativ leise.
M9 Pro – Pflege und laufende Kosten
Zur Pflege werden Grasreste entfernt und Klingen auf Schäden sowie Beweglichkeit geprüft. Kameras, Lasersensor und Ladekontakte müssen sauber bleiben. Dank IPX6, dem Schutz gegen starkes Strahlwasser, ist eine Reinigung per Gartenschlauch erlaubt, mit Hochdruckreiniger jedoch nicht. Vor Arbeiten am Mähwerk wird das Gerät ausgeschaltet und der Sicherheitsschlüssel entfernt.
Das erste Jahr Mobilfunk ist inklusive. Danach kostet der 4G-Dienst derzeit 39,99 Euro jährlich; NetRTK wird darüber ohne separates Zusatzabo bereitgestellt. Mit eigener RTK-Antenne bleibt Mähen ohne Mobilfunkabo möglich. Als weitere laufende Kosten fallen vor allem Strom und Ersatzklingen an.
Anthbot M9 Pro Test-Fazit
Mit derzeit knapp 1300 Euro kostet der M9 Pro deutlich mehr als der ab 649 Euro angebotene M9. Der Aufpreis bezahlt zusätzliche Orientierungssicherheit, die sich auf verwinkelten Grundstücken mit Bäumen eher nutzt als auf offenen Flächen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt vor allem bei schwierigem Empfang. Für unkomplizierte Flächen gibt es günstigere Lösungen. Insgesamt aber navigiert der Roboter sicher, lässt sich einfach bedienen und liefert ein mehr als zufriedenstellendes Schnittbild. Nacharbeiten bleiben allerdings an Kanten.
