Probefahrt
: Das Mercedes GLC Coupé im Autotest

Über den Sinn eines SUV mit Coupé-Linie lässt sich trefflich streiten. Wer ein solches Design aber mag und die Stern-Preise zahlen kann, sollte sich das GLC Coupé näher anschauen.
Von
Hajo Zenker
Berlin
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Mercedes GLC Coupé

SUV mit abfallender Dachlinie: Mercedes GLC Coupé

Hajo Zenker

Mercedes liegt auf dem Heimatmarkt in diesem Jahr bisher im Minus – mit 7,1 Prozent. Der Gesamtmarkt dagegen konnte in Deutschland um 7,8 Prozent zulegen. Beim Stuttgarter Traditionsunternehmen verkaufen sich etwa A-, B-, C- und S-Klasse schlechter als im Vorjahr. Dagegen konnten die E-Klasse sowie die höhergelegten Modelle GLA, GLE und GLS zulegen.

Motor

Ein wenig elektrisch ist mittlerweile jeder GLC-Antrieb: Denn die Verbrenner, drei Benziner, drei Diesel, werden stets elektrisch unterstützt. Dazu kommen vier Plug-in-Varianten, also Kombinationen aus Verbrenner und Elektroantrieb, wo sich die Batterie per Stecker aufladen lässt und man auch rein elektrisch fahren kann. Der von uns gefahrene GLC 300 wird nur sanft elektrisch unterstützt, was auf jeden Fall sehr gut funktioniert. Zu den 258 PS vom Vierzylinder-Benziner kommen 23 PS vom Elektroantrieb. Das ergibt ein zupackendes Drehmoment von 400 Newtonmeter. Dies reicht, hervorragend gemanagt von der Neun-Gang-Automatik, für einen Spurt von 0 auf Tempo 100 in 6,3 Sekunden und maximal für 246 Stundenkilometer. Wobei bei plötzlich gewünschter Kraftentfaltung der Benziner manchmal etwas angestrengt klingt.

Karosserie/Ausstattung

Ohne SUV geht bei den Autoherstellern schon seit Jahren nichts mehr. Entsprechend gibt es den GLC bereits seit 2015 - mittlerweile in der neuesten Version neben der klassischen Karosserieform auch wieder als Coupé. Nun kann man sich fragen, warum ausgerechnet SUV-Fans eine abfallende Dachlinie mögen - Fakt ist, dass es dafür einen Markt gibt. In der aktuellen Version ist das Coupé um drei Zentimeter auf 4,76 Meter Länge gewachsen. Damit gibt es wirklich sehr ordentlich Platz für die Insassen, auch in der zweiten Reihe, wo die Kopffreiheit natürlich nicht so üppig ausfällt wie im „normalen“ GLC und man zudem einen enger geschnittenen Zugang hat. Der Kofferraum wuchs um 45 Liter auf 545 Liter (auch das weniger als die 620 Liter des anderen GLC). Materialien und Verarbeitung haben höchstes Niveau. Dazu kommt eine große Digitallandschaft. Das sieht alles nicht nur sehr modern aus, es funktioniert auch sehr gut und die Bedienung des großen Touchscreens ist nicht schwer, einige echte Tasten würden wir uns trotzdem wünschen. Zu loben ist die Sprachsteuerung.

Ab Werk gibt es etwa LED-Scheinwerfer, 18-Zoll-Leichtmetallräder, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, kabelloses Laden für Smartphones, Tempomat, Sitzheizung vorn, elektrische Heckklappe, Fernlicht- und Spurhalteassistent. Dazu lassen sich neben allerlei Komfort- und Optikextras noch diverse Assistenten zusätzlich bekommen, wenn man das entsprechende Geld dafür ausgibt.

Fahrverhalten

Das Coupé gibt es grundsätzlich mit Sportfahrwerk, entsprechend straff geht es zur Sache - ohne aber den Komfort komplett zu vernachlässigen. Dazu passt die direkte Lenkung. Der Wagen ist handlicher, als man vermuten könnte. Der serienmäßige Allradantrieb sorgt nicht nur generell für gute Traktion, man kann sich mit dem GLC auch wirklich ins Gelände wagen - aber wer will das mit einem Coupé wirklich?

Wirtschaftlichkeit

Mit 62.594 Euro geht es laut Liste beim Coupé los, das sind fast 2800 Euro mehr als beim klassisch geformten GLC. Der von uns gefahrene GLC 300 startet bei 68.199 Euro. Das sind stolze Preise - und noch einmal höher als beim Vorgänger. Die offiziellen 7,3 Liter Super auf 100 Kilometer sind nah an der Realität, um die acht Liter sind möglich.

Fazit

Weniger Raum für mehr Geld - über den Sinn eines SUV mit Coupé-Linie lässt sich trefflich streiten. Wer ein solches Design aber mag und die Stern-Preise zahlen kann, wird mit dem GLC Coupé sehr gut bedient.

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