Probefahrt: Der Audi S3 im Autotest

Fällt auf: Audi S3
MOZ/Hajo ZenkerDas Jahr 2023 schloss Audi mit einem deutlichen Plus von 15,7 Prozent ab (Gesamtmarkt: plus 7,3 Prozent). Fast alle Modelle der Ingolstädter Marke, ob A1 oder A8, Q2 oder Q7, legten spürbar zu. Lediglich A3 und Q3 verloren etwas. Im Januar 2024 startete Audi mit einem Zuwachs von 4,6 Prozent (Gesamtmarkt: plus 19,1 Prozent).
Motor
Im Gegensatz zum A3 hat man bei der Motorisierung des S3, dem sportlichen Ableger des A3, nicht die Qual der Wahl - es gibt nur einen Zwei-Liter-Benziner mit 310 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 400 Newtonmeter. Stolze Werte für einen Vierzylinder. Der Spurt von 0 auf Tempo 100 lässt sich so in 4,8 Sekunden erledigen, bei 250 km/h wird abgeregelt. Bemerkenswert, wie schnell dieser Verbrenner seine Kraft entfaltet und wie harmonisch sie abgegeben wird. Die Sieben-Gang-Automatik passt. Hier wird Sportlichkeit nicht nur versprochen, trotzdem geht es souverän und wenn gewünscht auch entspannt voran.
Karosserie/Ausstattung
Einen S3 gibt es als Schrägheck und Limousine. Die von uns gefahrene, 4,50 Meter lange Limousine hat uns schon deshalb gefallen, weil diese einst so dominante Karosserieform so selten geworden ist. Natürlich ist der S3 im Vergleich zum A3 ordentlich aufgehübscht, etwa mit großen Lufteinlässen, Seitenschwellern, 18-Zoll-Leichtmetallrädern, Vierrohr-Auspuffanlage. Innen zeugen etwa Sportsitze und abgeflachtes Lenkrad vom Sport-Anspruch. Wie sich das für Audi gehört, ist die Verarbeitung vorbildlich.
Natürlich ist das Armaturenbrett digitalisiert, aber zum Glück blieben im Gegensatz zu anderen Autos noch einige Knöpfe erhalten - und das ist auch gut so. Platz gibt es übrigens auch in der zweiten Reihe mehr, als man vielleicht erwarten könnte. Der Kofferraum ist mit 325 Litern nicht gewaltig, aber ok. Ab Werk gibt es unter anderem LED-Scheinwerfer mit Reinigungsanlage, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Audioanlage, beheizbare Außenspiegel sowie Assistenten für Spur und Müdigkeit. Zum S3-Konzept gehören knallige Lackierungen. Das ist Geschmacksache, wir aber fanden das Grün des Testwagens wirklich cool.
Fahrverhalten
Eine kompakte Limousine mit (verstellbarem) Sportfahrwerk, Progressivlenkung und Allradantrieb - was will man mehr? Denn so wird die Kraft kompromisslos auf die Straße gebracht. Und der Wagen lässt sich grandios dirigieren. Entsprechend machen etwa kurvenreiche Strecken viel Spaß. Dabei gibt es aber stets ein sicheres Gefühl. Überzeugend.
Wirtschaftlichkeit
Den Einstieg in eine S3-Limousine gibt es neu ab 52.200 Euro, mit allerlei Extras landete unser Testwagen bereits bei 67.915 Euro (angesichts des Erfolgs der A3-Familie ist die Online-Konfiguration aktuell nicht möglich, nur bereits vorhandene Neuwagen in Autohäusern sind erhältlich). Der offizielle Verbrauch von acht Litern Super Plus auf 100 Kilometer ist gar nicht so unrealistisch, wir brauchten einen halben Liter mehr. Klar: Wer den Bleifuß regieren lässt, landet bei zweistelligen Werten.
Fazit
Wer sagt hier, eine Limousine sei uncool? Der S3 ist eine knallige und gleichzeitig absolut alltagstaugliche Variante dieser klassischen Karosserieform, die so richtig Spaß macht.


