Probefahrt: Der Renault Megane E-Tech im Autotest

Attraktiv geformter Stromer: Megane E-Tech
MOZ/Hajo ZenkerRenault muss in diesem Jahr hierzulande ein Minus von 8,7 Prozent hinnehmen, während der Gesamtmarkt um 11,4 Prozent wuchs. So verkauft die rumänische Renault-Tochter Dacia heute in Deutschland mehr Autos als die französische Mutter-Marke. Zwar konnten bei Renault Espace und Clio zulegen, aber etwa Twingo, Zoe, Captur und Scenic fahren im Minus. Der Megane zeigt sich recht stabil. Die Elektro-Variante E-Tech soll für neuen Schwung sorgen.
Motor
Den E-Tech gibt es mit zwei Batteriegrößen und so auch zwei Motorstärken. Vom Einstiegsmodell mit 130 PS sollte man dabei eher die Finger lassen, denn das lässt sich nicht an einer Schnellladesäule aufladen, längere Strecken sind da eher unerfreulich. Mit dem von uns gefahrenen 218-PS-Modell sieht das anders aus, da sind offiziell bis zu 449 Kilometer drin. Bei Minusgraden werden daraus dann aber schnell einmal 280 Kilometer. Dank eines Drehmoments von 300 Newtonmetern kommt man bei Bedarf in 7,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Auf der Autobahn sind 160 km/h drin. Aber von solchen Geschwindigkeiten sollte man bei einem Elektroauto sowieso lieber Abstand nehmen, wenn man die Reichweite nicht rasch ruinieren will.
Karosserie/Ausstattung
Auch wenn der Wagen im Namen an den Renault-Kompakt-Klassiker Megane anknüpft, hat der E-Tech mit den Verbrenner-Kollegen technisch wenig zu tun. Hier kommt eine reine Elektroplattform zum Einsatz. Die hat den Vorteil, in einem 4,20 Meter langen Wagen für mehr Raumangebot zu sorgen, als man erwarten könnte, was sich insbesondere in der ersten Reihe bemerkbar macht. Vor allem aber hat Renault dem Wagen eine sehr attraktive Optik verpasst. So gefällt die Front mit den schmalen LED-Scheinwerfern. Auch innen können Design, Materialien und Verarbeitung überzeugen. Zwei Bildschirme sorgen für den nötigen Durchblick, bis hin zu einem Navi, das bei einer längeren Ausfahrt der Ladezustand bis zu den nächsten Ladesäulen berücksichtigt.
Der Kofferraum schluckt 440 Liter, wofür man aber eine ziemlich hohe Ladekante überwinden muss. Ab Werk gibt es etwa Leichtmetallräder, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Verkehrszeichen- und Müdigkeitserkennung, Licht- und Regensensor, beheizbare Außenspiegel, beheizbares Lenkrad, Schaltwippen am Lenkrad zum Einstellen der Rekuperationsstufe und ein Soundsystem.
Fahrverhalten
Der E-Tech liegt satt auf der Straße. Das Fahrwerk ist französisch komfortabel, was nicht heißt, dass man nicht flott durch Kurven kommen kann. Schlechte Straßen machen sich bei den Insassen aber bemerkbar. Kleiner Wendekreis und direkte Lenkung erfreuen.
Wirtschaftlichkeit
Den Einstieg in einen E-Tech gibt es laut Liste ab 42.000 Euro (ohne Förderung). Mit der von uns gefahrenen größeren Batterie geht es bei 46.000 Euro los. Der Testwagen kam dann mit allerlei Zubehör bereits auf 52.950 Euro - viel Geld für einen Kompaktwagen. Statt offiziell 16 kWh pro 100 Kilometer sollte man zwei, drei kWh mehr einplanen. Aber das ist wie üblich bei E-Autos sehr von Wetter, Fahrstil und der Frage, ob man in der Stadt, auf dem Land oder auf der Autobahn fährt, abhängig.
Fazit
Dieser Renault ist ein wirklich attraktives Elektroauto, das nichtsdestotrotz die noch immer vorhandenen Probleme der Elektromobilität aufzeigt - nämlich Reichweite und Preis.


