Probefahrt: Der DS 7 im Autotest

Fahrzeugfront umfassend überarbeitet: DS 7
Roberto WenkRund vier Jahre nach Einführung des Premium-SUVs erhielt der DS 7 sein erstes, recht umfangreich ausgefallenes Facelift. Dabei verlor er den Namenszusatz Crossback und wurde in allen anderen Bereichen einer Frischzellenkur unterzogen.
Motor
Getestet haben wir die Topmotorisierung: den stärksten von drei erhältlichen Plug-in-Hybriden mit elektrischem Allradantrieb. Dieser besteht aus einem vierzylindrigen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 200 PS sowie zwei E-Motoren - einer an der Vorderachse mit 110 und einer an der Hinterachse mit 113 PS. Das macht in Summe 360 PS Systemleistung und 520 Newtonmeter Systemdrehmoment.
Karosserie/Ausstattung
Optisch ist das Facelift am DS 7 schnell erkennbar, denn die Fahrzeugfront wurde umfassend überarbeitet. Ein neuer eckiger Frontgrill wird von neuen Matrix-LED-Scheinwerfern begleitet, die ihren Drehmechanismus gegen eine größere Leuchtreichweite eingetauscht haben. Besonders auffällig ist das neue Tagfahrlicht: Die punktartigen LED-Ketten wichen hier je fünf vertikal verlaufenden Stripes, deren Illuminationen deutlich moderner und dynamischer wirken. Neu sind auch die überaus ansehnlichen 21-Zoll-Räder, die zwar nur die Topmotorisierung als Option erhält, aber eben besser ins Gesamtbild passen als die bisherigen maximal 20 Zoll großen Räder.
Das Interieur besticht mit einem wunderschönen Materialmix, der zu einer extravagant erscheinenden Architektur kreiert wurde. Der Zentralbildschirm wuchs auf nun 12.3 Zoll Bildschirmdiagonale und diverse Details befeuern den französischen Chic, ohne dabei zu übertreiben. Die Abmessungen sind insgesamt gleichgeblieben, weswegen die Platzverhältnisse unverändert auf einem guten Niveau bleiben. Der Kofferraum mit seinen 555 Litern liegt da insbesondere für einen Plug-in-Hybriden auf hohem Niveau. Lediglich die Kabeltaschen im Kofferraum stehlen ein bisschen von diesem Platz.
Die neue Sprachassistentin DS Iris erkennt gesprochene Befehle ganz gut und übernimmt eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten, die sich auch über recht verschachtelte Bildschirmmenüs finden lassen, aber so einfacher von der Hand gehen. Der optionale Nachtsicht-Assistent ist sehr empfehlenswert und die Focal-Soundanlage sorgt für einen sehr natürlichen und pegelfesten Klang im Innenraum. Die Anordnung der Taster für die Fensterheber in der Mittelkonsole sind nur für Novizen ungewohnt und nach kurzer Eingewöhnung bleibt der Fehlgriff zur Innentürverkleidung aus.
Erfreulich ist, dass die Konnektivitätslösungen Android Auto und Apple CarPlay nun auch kabellos ihren Dienst verrichten. Das große Glasdach erstreckt sich über die gesamte Glasfläche und kann im vorderen Teil auch großzügig elektrisch geöffnet werden.
Fahrverhalten
Wir machen es kurz: Ist der Akku gefüllt, sorgt der Antrieb für mondänen Vortrieb. Die 520 Newtonmeter in Summe schieben das SUV mit Nachdruck an und machen das Anfahren oder Zwischenspurts zum leichten Unterfangen. Nur bei Vollgas muss der Benziner mit ordentlich Drehzahlen seine Kraft in die Waagschale werfen, ansonsten bleibt dieser akustisch eher im Hintergrund. Nach 360 PS fühlt sich das Leistungsspektrum zwar nicht gänzlich an, aber nahe dran ist die subjektive Wahrnehmung doch schon.
Anders läuft dies bei leergefahrenem Akku und besonders beim gleichzeitigen Fahren auf Autobahnen und Schnellstraßen. Denn dann muss der Verbrenner allein den Vortrieb übernehmen und wirkt dabei recht angestrengt.
Ist der Sportmodus ausgewählt, wird die Gasannahme sensibler und das SUV reagiert wacher auf jeden Gasbefehl. Die 8-Gang-Automatik wechselt die Gänge meist sanft im Hintergrund und wirkt nur bei forscher Gangart ein bisschen hakelig. Auch der Übergang von echtem Bremsen auf Bremsenergierückgewinnung und umgekehrt, ist bei forcierter Fahrweise spürbar, im gemächlichen Fahrbetrieb dagegen nicht. Dies zeigt auch, dass der DS 7 eher das gediegene Cruisen bevorzugt, was dem SUV tatsächlich am besten steht. Schnell kann er dennoch. 5,6 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und ein Top Speed von 235 km/h sind wahrlich kein Pappenstiel. Als Topmotorisierung verpasste DS Automobiles dem französischen 7er-SUV ein um 15 Millimeter tieferes Fahrwerk und größere Bremsen, was die Fahreigenschaften doch deutlich dynamischer gestaltet. Auch die 21-Zoll-Räder tragen hierzu bei, lassen aber auch Querfugen und andere kurze Versätze spürbar bis in den Innenraum vordringen.
Geladen wird der DS 7 über einen Typ-2-Anschluss an AC-Ladesäulen und dank dem aufpreispflichtigen 7,4 kW-Onboard-Loader ist der leere 14,2-kWh-Akku nach knapp zwei Stunden wieder auf 80 Prozent gefüllt - laut Anzeige reicht dies für 36 Kilometer rein elektrisches Fahren. Für die restlichen 20 Prozent muss das SUV weitere 45 Minuten an der Säule verbringen, wovon allein die letzten 20 Minuten für die letzten drei Prozent notwendig waren. Wir empfehlen daher bei 80 Prozent Akkustand den Ladevorgang zu beenden. Bei 100 Prozent Akkustand prophezeite der Bordcomputer 44 rein elektrische Kilometer. Am Ende waren es 42 Kilometer bei moderater Fahrweise und Verzicht auf Vollgasorgien - das sind 14 Kilometer unter der Werksangabe. Aufgefallen ist zudem, dass der Verbrenner vereinzelt trotz vollem Akku und aktivem E-Modus ansprang und für ein oder zwei Minuten mitlief.
Wirtschaftlichkeit
Wer den DS 7 mit leerem Akku fährt, muss im Schnitt mit gut acht Litern auf 100 Kilometer rechnen. Auch auf der Sparrunde genehmigte sich das SUV mit 6,1 Litern nicht unbedingt wenig. Mit vollem Akku genügen dafür auf den ersten 100 Kilometern knapp drei Liter - ein Liter mehr als die Werksangabe verspricht.
Dazu kommt, dass der DS 7 recht teuer ist. Der Einstieg startet bei 42.090 Euro, der allerdings ausstattungstechnisch noch viele Optionen offenlässt. In der hier getesteten Ausführung „La Premiere“ liegt der Grundpreis bei stattlichen 71.500 Euro. Dafür ist die Ausstattung so gut wie allumfassend. Wer den DS 7 reichhaltig ausgestattet fahren möchte, kommt kaum unter 50.000 Euro weg.
Fazit
Als überarbeiteter DS 7 macht das SUV dem Ruf als Premium-SUV alle Ehre und überzeugt mit erstklassiger Verarbeitung, entzückender Optik innen wie außen sowie einer reichhaltigen Ausstattung. Die Topmotorisierung mit seinen 360 PS - vorausgesetzt der Akku ist gefüllt - macht den Franzosen zu einem leichtfüßigen Fahrzeug, der dadurch sein Eigengewicht gut kaschieren kann, ohne dabei als Sportler auftreten zu wollen. So bleibt er der DS-Philosophie ergeben und zeigt sich weiterhin als sehr komfortabler Premium-Begleiter. Im Premiumbereich angesiedelt zeigt sich aber auch der Preis des DS 7, der vor allem bei „voller Hütte“ selbst der deutschen Premium-Konkurrenz auf Augenhöhe begegnet.

