Probefahrt: Der Honda ZR-V im Autotest

Neuzugang: der Honda ZR-V
Roberto Wenk- Honda ZR-V schließt Lücke zwischen HR-V und CR-V.
- Hybridantrieb: 184 PS Elektromotor, 143 PS Benziner.
- SUV mit sportlichem Design und guter Ausstattung.
- Fahrverhalten: leise, agil, 5,3 l/100 km Verbrauch.
- Schwächen: kleine Anhängelast, kein Allrad, hoher Preis.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Honda hat bei seinen SUV-Modellen zwischen dem HR-V und dem CR-V eine Lücke gesehen, die mit dem neuen ZR-V seit 2023 auch in Deutschland geschlossen wurde. Als ein Kompakt-SUV erscheint dieses allerdings nicht, dafür sieht er irgendwie zu groß aus. Doch er gehört zweifellos in dieses Segment.
Motor
Den Antrieb des Neulings übernimmt ein serieller Hybrid, der exakt so auch im Honda Civic Hybrid zum Einsatz kommt. Dabei treibt ausschließlich ein 184 PS starker Elektromotor die Vorderachse des ZR-V an. Ein 1.4-Liter-Reihenvierzylinder mit 143 PS treibt als Benziner einen Generator an und erzeugt so den Strom, der wiederum den E-Motor speist. Als Zwischenspeicher fungiert eine kleine Hybridbatterie und die Kraftverteilung übernimmt eine stufenlose Automatik.
Karosserie/Ausstattung
Von außen hat Honda dem ZR-V ein ansehnliches, klassisches SUV-Design verpasst, welches vorne durch eine markante Front eine gewisse Maskulinität ausstrahlt. Schmale Scheinwerfer und ein prägnanter Frontgrill bilden ein grimmiges Antlitz, welches durchaus als respekteinflößend benannt werden darf. Das Heck wiederum bildet eine Mixtur aus Eleganz und Dynamik – letzteres insbesondere durch echte Endrohre, die dem SUV einen sportiven Touch angedeihen lassen.
Das Interieur des Japaners gefällt auf Anhieb durch die intuitive Anordnung aller Bedienelemente und einer guten Übersichtlichkeit. Als Fahrer nimmt man Platz und weiß binnen Sekunden, wo alles zu finden ist. Digitale Displays als Cockpit und Center-Screen treffen auf viele echte Bedienelemente – bravo! Das Raumgefühl ist sehr gut, die vorderen Sitze schmiegen sich bequem an Fahrer und Beifahrer. Auf den hinteren Plätzen beschert das SUV den Reisenden viel Beinfreiheit, wohingegen beim Kopf ab Körpergrößen oberhalb von 1,85 Metern das Dach dann doch ein wenig zu nahe kommt. Da fordert die abfallende Dachlinie ihren Tribut. Der Kofferraum fällt derweil mit seinen 380 Litern überraschend klein aus und befindet sich damit exakt auf Golf-Niveau. Bei einem SUV in diesen Abmessungen hätten wir da etwas mehr erwartet.
Gefallen hat uns derweil die Ausstattung des Testwagens, der sogar Matrix-LED-Scheinwerfer vorweisen konnte. Deren Lichtteppich war absolut homogen und die automatische Ausblendfunktion überzeugte durch Zuverlässigkeit und Schnelligkeit. Sämtliche Assistenzsysteme machten einen guten Job, bis auf den Spurhalteassistenten, der nicht immer einen Treffer landete und mitunter Fahrbahnbegrenzungen fand, wo es gar keine gab. Weshalb der Geschwindigkeitswarner beim Honda ZR-V nicht abgeschaltet werden kann, blieb leider ein Geheimnis. Aber, dass dieser beim Gaswegnehmen sofort mit der akustischen Warnung aufhörte, war im Nachhinein ein wirksamer, erzieherischer Effekt. Schade: Als SUV darf der ZR-V mit maximal 750 Kilogramm Anhängelast nur sehr wenig an den Haken nehmen.
Fahrverhalten
Der Honda ZR-V fährt sich wie ein Elektroauto, was auch wenig verwundert, da er ja nur durch den E-Motor angetrieben wird. Der Verbrenner liefert ausschließlich den Strom dafür und je nachdem, wie man das SUV behandelt, fordert der Antrieb den Benziner. Das Zusammenspiel ist als sehr harmonisch zu beschreiben und so lange nicht Vollgasorgien anstehen und der Benziner permanent in hohen Drehzahlen orgelt, bleibt das Antriebskonglomerat angenehm leise. Allerdings nicht so leise wie im Civic, in dem der Antrieb deutlich weniger Gewicht tragen muss und entsprechend auch ein leichteres Spiel hat. Das Ansprechverhalten ist aber auch hier – typisch Elektro – zackig und der Vortrieb setzt ohne Verzögerung ein. Untermotorisiert wirkt das SUV zu keinem Zeitpunkt und sein agiler Charakter wird durch das straff abgestimmte Fahrwerk noch verstärkt. Der Japaner bleibt daher auch bei Lastwechsel kommod unaufgeregt und vermeidet etwaiges Aufschaukeln der Karosserie ziemlich gut. Nach acht Sekunden liegen aus dem Stand gestartet Tempo 100 an, wenn das Gaspedal den Boden küsst. Bei 174 km/h setzt die Elektronik den Schlussstrich. Das reicht, stellten wir im Test schnell fest. Damit kann das SUV alle alltäglichen Situationen meistern und überall mitspielen. Die Bremsen zeigten sich gut dosierbar und die Lenkung erwies sich als angenehm leichtgängig mit guter Rückmeldung vom Fahrbahnkontakt.
Wirtschaftlichkeit
Mit das Schönste an diesem Test war der Blick auf das Verbrauchsergebnis. Mit 5,3 Litern pro 100 Kilometer kann sich das SUV definitiv feiern lassen. Auf der Sparrunde lockten 3,3 Liter als Ergebnis selbst letzte SUV-Hasser hinter ihrem E-Bike vor und ließ sie anerkennend die Lippen schürzen.
Nicht ganz so attraktiv sind die Kaufpreise für den Honda ZR-V, der hierzulande für 42.900 Euro als Mindestpreis den Besitzer wechselt. Die Topausstattung kostet mindestens 47.100 Euro, ist aber auch opulent ausgestattet. Doch dank drei Ausstattungsvarianten mit diversen Optionen kann sich jeder das SUV nach Belieben und Geldbeutel zusammenstellen.
Fazit
Mit dem ZR-V ist es Honda tatsächlich gelungen, eine imaginäre Lücke im hauseigenen SUV-Sortiment zu schließen. Dabei ist der Neuzugang alles andere als ein Lückenbüßer und dank seiner eigenständigen Optik und dem bewährten Hybridantrieb machte er im Test eine tolle Figur. Nur seine geringe Anhängelast und der nicht angebotene Allradantrieb befleckt die ansonsten blütenweiße Weste dieses Japaners.
Nun gut, der Preis ist zwar auch recht hoch, doch das damit verbundene Selbstbewusstsein kommt auch nicht von ungefähr. Der ZR-V ist ein gutmütiger und sparsamer Begleiter für den Alltag und passt nicht nur zu kleinen Familien, sondern auch zu SUV-Fans mit Faible für die erhöhte Sitzposition, dem Hang zum Sparen und dem Bedürfnis, ein gut ausgestattetes Auto ihr Eigen zu nennen.


