Probefahrt: Der Kia Sportage im Autotest

Schick, modern: Kia Sportage
Hajo Zenker/MOZFür die koreanische Marke Kia ging es in diesem Jahr in Deutschland bisher um 1,8 Prozent nach oben (Gesamtmarkt: plus 5,4 Prozent). Alle wichtigen Modelle fahren im Plus, darunter Ceed, Stonic, Sorento und auch der Sportage.
Motor
Den Sportage gibt es als Benziner mit 160 PS, als Diesel mit 136 PS oder als den von uns gefahrenen Plug-in-Hybrid, also als Kombination aus Benziner und Elektromotor. Da hat man dann stolze 252 PS zur Verfügung, wobei 91 PS vom Elektroantrieb stammen. So kann man mit dem fast zwei Tonnen schweren Gefährt in 8,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 kommen und auf der Autobahn maximal 186 km/h erreichen. Die beim Plug-in serienmäßige Sechs-Stufen-Automatik passt sehr gut und lässt sich zudem per Drehknopf angenehm bedienen. Laut Kia sollen 66 Kilometer an rein elektrischer Fahrt möglich sein, 60 Kilometer waren es bei uns tatsächlich.
Karosserie/Ausstattung
Einen Sportage hat die koreanische Marke seit 1994 im Angebot. Insofern lässt sich gerade auch an diesem Modell ablesen, welche gewaltige Entwicklung Kia seitdem genommen hat. Die fünfte Generation, in Deutschland entwickelt, in der Slowakei gebaut, ist ein echter Hingucker, schick, modern, eigenständig. Das Design des 4,52 Meter langen Wagens lässt Kompakt-SUV anderer Hersteller alt aussehen. Aber auch der Innenraum des 1,65 Meter hohen Sportage überzeugt - mit wertigen Materialien, einem großen Platzangebot für Insassen und Gepäck (540 Liter, Ladekante recht hoch) und einer zum Fahrer hin leicht gebogenen Digitallandschaft - wobei es zum Glück auch noch einige Knöpfe am Armaturenbrett gibt. Zu den tollen Ideen gehört, dass beim Blinken ein Kamerabild im Tacho auftaucht, um den toten Winkel des Außenspiegels auszugleichen. Der Plug-in ist stets reichhaltig ausgestattet, etwa mit LED-Scheinwerfern, Navi, Klimaautomatik, Müdigkeitswarner, adaptivem Tempomat, Fußgänger- und Radfahrererkennung, Fernlicht- und Spurhalteassistent, beheizbaren Außenspiegeln und beheizbarem Lenkrad, Rückfahrkamera, Regen- und Lichtsensor, Sitzheizung vorn und hinten.
Fahrverhalten
Den Sportage gibt es mit Vorder- und Allradantrieb. Der Plug-in hat immer Allrad und der Testwagen zudem elektronische Dämpferkontrolle, was Fahrwerk und Traktion zugutekommt. Unebenheiten werden zumeist gut weggesteckt, nur starke Spurrillen machen sich bemerkbar. Sonst aber überzeugt der Wagen, der sich trotz seiner Höhe auch durch Kurven flott bewegen lässt, wozu auch die gute Lenkung beiträgt. Die Bremsen packen kräftig zu.
Wirtschaftlichkeit
Den Einstieg in einen Sportage gibt es, mit 160-PS-Benziner und Vorderradantrieb, ab 34.690 Euro. Der stets allradgetriebene Plug-in startet bei 45.290 Euro, der Testwagen kam mit einigen Extras auf 54.310 Euro. Dem offiziellen Plug-in-Verbrauch von 1,2 Litern Super auf 100 Kilometer braucht man natürlich keine größere Beachtung zu schenken. Wer allerdings fleißig die Batterie nachlädt, kann durchaus drei Liter Super erreichen (aber um die 20 kWh Strom pro 100 Kilometer kommen dazu). Wer nicht nachlädt, verbrennt sieben Liter Super. Kia gewährt sieben Jahre Garantie.
Fazit
Sehr schick, sehr modern, sehr geräumig: Der Kia Sportage lässt große Teile der SUV-Konkurrenz erblassen. Die Koreaner liegen mit ihrer Strategie, Autos in Europa für Europa zu produzieren, richtig. Die Zeiten jedoch, als die Marke Kia für besonders preiswerte Autos stand, sind vorbei.


