Probefahrt
: Der Mitsubishi Space Star im Autotest

Auch wenn der Mitsubishi Space Star in die Jahre gekommen ist, gilt er immer noch als günstiges Einstiegsauto, wenn man auf Ausstattungen verzichten kann. Es gibt ihn auch mit LED-Scheinwerfern.
Von
Roberto Wenk
Berlin
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Mitsubishi Space Star

Geliftet, aber noch in der ersten Generation: der kleine Mitsubishi Space Star.

Roberto Wenk

Der japanische Kleinwagen ist seit elf Jahren in Deutschland auf dem Markt und befindet sich noch immer in der ersten Generation. Er durchlebte nur einige Facelifts, die an der Basis allerdings wenig veränderten.

Motor

Ein Dreizylinder-Saugbenziner schöpft aus 1,2 Liter Hubraum 71 PS und 105 Newtonmeter maximales Drehmoment, welches ab 3500 Touren anliegt. Der Motor hält sich akustisch im Leerlauf und den unteren Drehzahlen zurück, verfällt erst ab 3000 Touren in den typisch rauen Klang, der als so charakteristisch für Dreizylinder gilt. Die Kraftverteilung übernimmt in diesem Fall ein 5-Gang-Handschaltgetriebe, dessen Gänge recht lang übersetzt wurden. Angetrieben wird ausschließlich die Vorderachse. Eine Automatik gibt es auf Wunsch gegen Aufpreis.

Karosserie/Ausstattung

Seine völlige Unscheinbarkeit hat der Mitsubishi Space Star nach seinem letzten Facelift vor vier Jahren abgelegt und zeigt sich seither im markenkonformen Look. Dazu gehört insbesondere die doppelte Chromspange an der Fahrzeugfront, die Mitsubishi „Dynamic Shield“ benennt. Dadurch kann er optisch sogleich der japanischen Marke zugeordnet werden, denn alle Modelle von Mitsubishi tragen dieses Merkmal. Ansonsten zeigt der Space Star in der Seitenansicht den Grund der Zuordnung zu den Kleinwagen: Er ist 3,85 Meter lang und gehört damit amtlich gesehen nicht zum Kleinstwagensegment, welches bei ungefähr 3,80 Meter endet.

Doch leider haben die äußeren Abmessungen keinen Vorteil für die Platzverhältnisse im Innenraum. Da herrschen eher Kleinstwagenverhältnisse; will heißen, dass es vorne noch genug Platz für große Personen bis 1,85 Meter gibt, aber ein großgewachsener Fahrer suboptimale Einstellmöglichkeiten für Lenkrad und Sitz vorfindet. Das Steuer ist zwar höhen-und tiefenverstellbar, aber wie auch der Sitz für große Menschen nicht weit genug. Sitzen derart große Leute vorne, ist hinten auch wenig Platz für Beine von großen Erwachsenen. Sind die Passagiere allerdings kleiner, löst sich dieses Problem im Wohlgefallen auf. Der Kofferraum schluckt mit 209 Liter etwas weniger als andere Kleinstwagen wie der Hyundai i10 oder Kia Picanto. Praktisch ist, dass der Mitsubishi Space Star stets als Fünftürer daherkommt. Auch bieten die Vordersitze genug Polsterung, um auch mal länger unterwegs zu sein, was man so bei einem Auto dieser Klasse nicht unbedingt erwarten kann.

Angenehm ist auch, dass die meisten Bedienelemente noch immer physischer Natur sind und die Bedienung selbst absoluten Novizen kinderleicht fällt. Dafür sucht man einige aktuelle Assistenzsysteme vergeblich, was ein Defizit gegenüber dem Wettbewerb darstellt. Zumindest in den höheren Ausstattungen darf sich der Besitzer über einen Spurhalteassistenten und einen statischen Tempomaten freuen. Ein 6.2-Zoll Infotainment ist außer in der Basisausstattung auch stets an Bord, welches neben DAB+ und einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung auch das Verwenden von Android Auto und Apple CarPlay sicherstellt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn ein Navigationssystem erwünscht ist. Denn ab Werk erhält der geneigte Käufer ein solches weder für Geld noch für gute Worte. Die höchste Ausstattung unseres Testwagens konnte dafür ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem vorweisen, einen automatisch abblendenden Innenspiegel, eine Rückfahrkamera, elektrisch einklappende Außenspiegel, Sitzheizungen vorne und eine Privacy-Verglasung. Doch als absolutes Highlight besitzt der Mitsubishi Space Star sogar Voll-LED-Scheinwerfer, die im Test ein erstklassiges, weil homogenes, helles und weit reichendes Licht auf die Straße bringen. Ein LED-Tagfahrlicht und Halogen-Nebelleuchten machen die Sache rund. Mehr Ausstattung gibt es auch nicht, außer einige Sonderfarben, die zwischen 550 und 790 Euro kosten. Alles andere ist bei der getesteten „TOP“-Ausstattung bereits an Bord.

Fahrverhalten

Von einem 71 PS starken Saugmotor kann man keine Sportattitüden erwarten, das sollte klar sein. Wer flott unterwegs sein will, muss viel schalten und den Dreizylinder in hohen Drehzahlen halten. Das macht zwar Spaß, bringt aber nicht viel an Leistungsplus. Dank des Handschaltgetriebes ist der Benziner dennoch schnell an die Erfordernisse angepasst und lässt den Kleinen gut im Verkehr mitschwimmen. Von Schwimmen kann man aber auch bei der unpräzisen Lenkung sprechen, die in Neutralstellung permanent Korrektureingriffe benötigt, da kein klares Rückstellmoment spürbar ist. Allzu forcierten Fahreinsatz bestraft die Karosserie mit spürbarem Aufschaukeln und Wank- beziehungsweise Nickbewegungen sind dann an der Tagesordnung. Dadurch neigt der Space Star bei hektischer Gangart schnell zum Untersteuern – er schiebt also über die Vorderräder – und wird dann sehr grobmotorisch durch das ESP zur Unterlassung derartiger Behandlungen gezwungen. Übt sich der Pilot dagegen in moderater Fahrweise, zeigt sich der kleinste Mitsubishi als gutmütiger und komfortabel federnder Begleiter. Von null auf Tempo 100 vergehen 14,1 Sekunden und bei 167 km/h ist der Topspeed erreicht.

Wirtschaftlichkeit

Als Kleinstwagen erwartet der Besitzer sicherlich auch Kleinstverbräuche. Mit 5,3 Litern auf 100 Kilometer war dieser dann auch gegeben und lag nur 0,2 Liter über der Herstellerangabe. Auf der obligatorischen Sparrunde konnten wir den Verbrauch nochmals um 1,8 Liter auf hervorragende 3,5 Liter senken. Da wir die Variante auch mit dem optionalen CVT-Getriebe bereits testeten, können wir sagen, dass der Space Star mit der Handschaltung etwas sparsamer bleibt.

Mit einem Basispreis von 11.990 Euro ist der Mitsubishi Space Star tatsächlich noch ein echtes Schnäppchen, aber eher etwas für echte Pragmatiker. Er besitzt dann nämlich eine nur spartanische Ausstattung, bei der beispielsweise zwar zwei Lautsprecher an Bord sind, aber kein Radio. Die Topausstattung kostet dann bereits 19.090 Euro und kann entsprechend nicht mehr als Schnäppchen erster Klasse gelten. Die CVT-Automatik kostet nochmals 1100 Euro extra, die man sich aus unserer Sicht jedoch getrost sparen kann.

Fazit

Auch wenn der Mitsubishi Space Star in die Jahre gekommen ist, kann er mit seinem niedrigen Grundpreis immer noch als günstiges Einstiegsauto gelten, wenn auf entsprechende Ausstattungen verzichtet werden kann. Seine moderaten Fahrleistungen eignen sich gut für Fahranfänger und auch das zur zurückhaltenden Fahrweise animierende Fahrwerk spricht dafür. Dennoch wäre insbesondere beim Thema Lenkung und Fahrwerksabstimmung ein technisches Upgrade wirklich wünschenswert. Dafür überzeugt der getestete Kleine mit hervorragendem LED-Scheinwerferlicht, was zumindest in der Kleinstwagenklasse eine absolute Seltenheit darstellt. Fünf Ausstattungsvarianten halten für jeden Geldbeutel das Passende bereit und als urbaner Begleiter kann der Japaner mit Sicherheit seine Sympathisanten und somit auch Käufer finden.