Probefahrt
: Der Renault Captur im Autotest

Seit 2013 gibt es den Captur, damit waren die Franzosen früh dran in der höhergelegten Vier-Meter-Klasse. Da dies viele Nachahmer gefunden hat, wurde das Modell von Renault nun überarbeitet. Eine gute Idee.
Von
Hajo Zenker
Berlin
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Renault Captur

Deutlich modernere Front: der überarbeitete Renault Captur

Renault
  • Der Renault Captur wurde seit 2013 überarbeitet, modernisierte Front und mehr Digitalisierung.
  • Der Full-Hybrid hat 143 PS und erreicht 100 km/h in 10,6 Sekunden; max. Geschwindigkeit 170 km/h.
  • Einstiegspreis bei 23.250 Euro, Full-Hybrid ab 29.950 Euro; Testwagen kostet 32.050 Euro.
  • Neues Fahrwerk, direktere Lenkung; sparsam: 4,8 Liter Super auf 100 km.
  • Größeres Platzangebot, verschiebbare Rückbank, guter Basisausstattung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Renault muss auf dem deutschen Markt in diesem Jahr bisher ein Minus von 23,1 Prozent verbuchen, während der Gesamtmarkt lediglich um ein Prozent schrumpfte. Bei den Franzosen traf es fast alle Modelle – etwa Clio, Megane, Captur. Für die neuen Modelle Symbioz und Rafale gibt es noch keinen Vorjahresvergleich. Lediglich der Kangoo verkauft sich besser als 2023.

Motor

Ein klassischer Benziner, zwei mild elektrisierte Benziner und ein Voll-Hybrid stehen beim Captur zur Wahl – Plug-in oder Diesel sucht man vergeblich. Dafür gibt es eine Autogas-Variante. Die Leistungspalette reicht von 92 PS bis 158 PS. Der von uns gefahrene Full-Hybrid ist eine Kombination aus einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Ottomotor, der 94 PS leistet, und elektrischen 49 PS. Im Gegensatz zu den Mild-Hybriden, wird der Verbrenner nicht nur vom Elektroantrieb unterstützt, man kann auch einige Meter rein elektrisch fahren. Das Zusammenspiel klappt eigentlich ganz gut, die dazugehörige Automatik vermag aber nicht immer zu überzeugen, sie geht immer mal wieder unnötig hochtourig zu Werke. Insgesamt ist der Captur so eher ein Mobil für entspanntes Reisen, die offiziell 143 PS fühlen sich nach etwas weniger an. Das maximale Drehmoment beträgt 250 Newtonmeter. In 10,6 Sekunden kann man von 0 auf Tempo 100 kommen. Auf der Autobahn ist bei 170 km/h Schluss.

Karosserie/Ausstattung

Renault hatte frühzeitig, nämlich 2013, den richtigen Riecher und kam angesichts des SUV-Booms auf die Idee, den Kleinwagen Clio höherzulegen. Der Captur war geboren. Mittlerweile hat das viele Nachahmer gefunden und da die zweite Generation des Modells auch bereits seit 2020 erhältlich ist, gab es nun eine Überarbeitung. Und die sieht man dem Captur wahrlich an – die Front wirkt deutlich moderner, erwachsener. Das tut der bekannten Form gut. Auch innen hat sich einiges getan, mehr Digitalisierung nämlich. Nun ist Google an Bord, die Anwendungen laufen schnell und ohne Tadel. Erfreulicherweise gibt es neben dem Touchscreen auch noch einige Tasten, etwa für Klima und Heckscheibenheizung. Geblieben ist es beim erstaunlich großen Platzangebot für ein 4,24 Meter langes Auto. Dazu kommt die um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank, mit der man zwischen Raum für Insassen in der zweiten Reihe und für das Gepäck wählen kann. Beim Full-Hybrid kann man so zwischen 326 Liter und 440 Liter Kofferraum variieren. Ab Werk ist der Captur schon ordentlich bestückt, etwa mit Voll-LED-Scheinwerfern, Klima- und Audioanlage, Assistenten für Fernlicht, Müdigkeit, Verkehrszeichenerkennung und Fernlicht, beheizbaren Außenspiegeln, Rückfahrkamera, Tempomat und Zentralverriegelung. Diverse andere Assistenten sind in höheren Ausstattungen erhältlich.

Fahrverhalten

Auch am Fahrwerk des Fronttrieblers hat Renault geschraubt, der Captur ist keine französische Sänfte mehr, sondern wurde auf straff gebürstet. Das lässt manchmal Bodenunebenheiten spüren, gefällt aber grundsätzlich trotzdem besser. Auch die Lenkung wurde direkter.

Wirtschaftlichkeit

Mit der Überarbeitung ging der Einstiegspreis etwas nach unten – aktuell 23.250 Euro sind rund 500 weniger als beim Vorgänger. Der Full-Hybrid startet dann, besser ausgestattet, bereits bei 29.950 Euro. Unser Testwagen mit der besten Ausstattung (und etwa stolzen 19-Zoll-Rädern) kommt bereits auf 32.050 Euro. Erfreulich ist, dass die offiziell 4,8 Liter Super auf 100 Kilometer realistisch sind.

Fazit

Der Captur hat durch die Überarbeitung noch einmal gewonnen – im Design, im Digitalen. Damit ist dieses SUV im Vier-Meter-Format jetzt erst recht ein wirklich attraktives Angebot.