Probefahrt: Der Suzuki Swift im Autotest

Der aktuelle Suzuki Swift
Roberto WenkIn seiner nunmehr siebenten Generation zeigt der neue Suzuki Swift erneut, wie Erfolg in der Fahrzeugklasse der Kleinwagen funktioniert – und dies bereits seit mehr als 40 Jahren.
Motor
Mit der diesjährigen Einführung der neuesten Generation gibt es für den Swift nur noch einen Antrieb. Dieser besteht aus einem Dreizylinder-Benzinmotor, der durch ein 12 Volt-Mildhybrid-System unterstützt wird. Der im Vergleich zum verblichenen Vierzylinder des Vorgängers etwas rauere Lauf des Dreizylinders ist aber nur bei höheren Drehzahlen zu spüren. Mit 82 PS und 112 Newtonmetern als maximales Drehmoment ist der theoretische Eindruck in puncto Leistung zunächst ein bisschen ernüchternd – zu Unrecht. Doch dazu später mehr. Die Kraft wird standardmäßig zur Vorderachse geleitet. Optional gibt es den Allradantrieb „Allgrip“, über den auch unser Testwagen verfügte und der in dieser Klasse schon als Alleinstellungsmerkmal gilt.
Karosserie/Ausstattung
Mit neuem Frontgrill und schicken Scheinwerfern mit ebenfalls neuer LED-Lichtsignatur ist die neue Generation schnell erkannt. Zumal das Logo nicht mehr im Grill selbst, sondern darüber positioniert wurde. Die Motorhaube deckelt den Vorderbau wie „darüber gebügelt“ und generiert dabei auch gleich die Gürtellinie, welche bis zum Heck des Autos fortgesetzt wurde. Nächstes großes Erkennungsmerkmal: Die Türgriffe der hinteren Türen sitzen wieder klassisch in den Türblechen und nicht mehr in den C-Säulen. Die LED-Scheinwerfer ernteten im Test großes Lob, da sie mit homogenem Lichtteppich, hoher Reichweite und hellwachem Fernlichtassistenten brillieren konnten – und serienmäßig sind sie obendrein!
Der Innenraum wurde ebenso deutlich umgestaltet. Ein größerer Zentralbildschirm zeigt nun freistehend die Inhalte des permanent eine Onlineverbindung haltende Multimediasystem, welches diverse Onlinedienste offeriert und die beiden Schnittstellenlösungen Android Auto sowie Apple CarPlay sogar ohne Kabelverbindung bereitstellt.
Das Raumgefühl ist sehr gut und insbesondere im Fond bietet der 3,86 Meter lange Swift mehr Platz als so mancher Konkurrent aus der Kleinwagensparte. Gern genutzt wurde zudem der Abstandstempomat, wohingegen die Geschwindigkeitswarnung permanent nervte und deren Einstellung in verschachtelten Untermenüs versteckt wurden. Dafür sorgten die Sitzheizungen schnell für wohlige Wärme und das Soundsystem – immer noch eine No-Name-Lösung – klang deutlich besser als im Vorgänger.
Fahrverhalten
Trotz der eher moderaten Leistung reagierte der Motor dank der E-Unterstützung stets zackig und verzögerungsfrei auf Gasbefehle und zeigte auch einen adäquaten Vorwärtsdrang. Ampelsprints oder die Viertelmeile sind selbstredend kein Metier für dieses Auto, doch das soll es auch gar nicht sein. Dennoch ist ein sportiver Eindruck klar erkennbar, und dieser kommt nicht von ungefähr. Denn das Fahrwerk ist sehr straff abgestimmt und gemeinsam mit der überaus präzisen Lenkung und dem herrlich knackigen 5-Gang-Handschaltgetriebe mit seinen kurzen Schaltwegen, kommt tatsächlich so etwas wie Hot-Hatch-Feeling auf. Wer lieber schalten lässt, kann optional mit einem stufenlosen Automatikgetriebe vorliebnehmen, was zwar für mehr Komfort sorgt, aber auch ein Stück der Fahrfreude verschluckt.
Die Kehrseite der straffen Fahrwerksmedaille zeigt derweil die ungefilterte Durchreiche von kurzen Absätzen wie schlecht eingepassten Gullydeckeln an die Insassen. Ansonsten bleibt der Swift geschmeidig und macht sein Ding souveräner als es die Daten auf dem Papier versprechen. Aus dem Stand heraus benötigt der Japaner 12,5 Sekunden, bis Tempo 100 erreicht wurden und bei 160 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Keine Glanzwerte, aber im Alltag wahrlich mehr als ausreichend. Dazu kommt, dass unser Testwagen dank Allrad keinerlei Traktionsdefizite hatte. Allrad gibt es optional übrigens bereits ab der Basisversion, was wir (und sicherlich viele Kunden) sehr begrüßen. Last but not least überzeugen auch die Bremsen mit feiner Dosiermöglichkeit und guter Standfestigkeit, selbst nach mehreren Bremsungen aus hoher Geschwindigkeit.
Wirtschaftlichkeit
Bei der Ermittlung des Durchschnittsverbrauchs kamen wir im Drittelmix auf exakt fünf Liter pro 100 Kilometer. Suzuki verspricht 4,9 Liter – es bleibt also sehr nah an der Realität. Im Sparrundentest konnten wir den Verbrauch sogar auf 3,2 Liter reduzieren – sehr vorbildlich.
Ab günstigen 18.900 Euro startet der Suzuki Swift Hybrid als Fronttriebler in der Basisausstattung „Club“ – eine von drei Ausstattungsvarianten. Für den nahezu voll ausgestatteten „Comfort+“ werden mindestens 21.100 Euro verlangt. Der Allradantrieb kostet 1800 Euro Aufpreis, die CVT-Automatik weitere 1300 Euro. Letztgenannte Automatik gibt es ab der mittleren Ausstattung „Comfort“.
Fazit
Uns hat er überzeugt, der neue Suzuki Swift, und das nicht allein durch sein moderneres, etwas weniger kantiges Äußeres, wodurch er nun erwachsener wirkt. Sondern auch durch seinen modernen Antrieb, der für adäquaten Vortrieb und genügsamen Verbrauch steht. Dazu kommt eine bereits ab der Basisversion umfangreiche Ausstattung mit diversen Highlights wie dem LED-Scheinwerferlicht oder den kabellos funktionierenden Konnektivitätslösungen. Das Platzangebot ist zudem beide Daumen nach oben wert und dank des sehr guten Preis-Leitungsverhältnisses darf sich der Swift sicherlich über eine breite Zielgruppe freuen.

