Probefahrt
: Der VW Passat im Autotest

Den Passat hat Volkswagen seit 1973 im Angebot. Die neunte Generation soll die Geschichte des Modells wohl beenden. Was jedoch kein Grund sein sollte, den neuen Passat beim Neuwagenkauf nicht in Erwägung zu ziehen.
Von
Hajo Zenker
Berlin
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VW Passat

Die wohl letzte Generation: VW Passat

Hajo Zenker
  • VW Passat: Neunte Generation seit 1973, entwickelt von Skoda; nur noch als Kombi erhältlich.
  • Verfügbar in acht Motorvarianten, Benziner, Diesel und Plug-in-Hybride; bis 272 PS Leistung.
  • Hoher Komfort: 4,92 m Länge, 690 Liter Gepäckraum, hochwertige Verarbeitung.
  • Preis ab 41.665 Euro, mittlerer Diesel (150 PS) ab 50.510 Euro, Verbrauch ca. 5 Liter/100 km.
  • Ideal für Familien und Vielfahrer, keine SUVs bevorzugt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Volkswagen konnte in diesem Jahr auf dem Heimatmarkt bisher ein Plus von 3,8 Prozent verbuchen, während der Neuwagenabsatz über alle Marken in Deutschland um 3,3 Prozent schrumpfte. Während sich etwa Polo, Golf und Touran schlechter verkauften, fuhren unter anderem ID.3 und ID.4 sowie T-Cross, Passat, Tiguan und Touareg im Plus.

Motor

Acht Motoren stehen für den Passat zur Wahl, darunter drei Benziner, zwei Plug-in-Hybride und drei Diesel. Das ergibt eine Leistungspalette von 122 PS bis 272 PS. Der von uns gefahrene mittlere Diesel wird im Konzern gern verwendet, der TDI holt aus vier Zylindern und zwei Liter Hubraum 150 PS und 360 Newtonmeter maximales Drehmoment.

Damit wird der 1,7 Tonnen schwere Wagen natürlich nicht zur Rennmaschine, aber ein Spurt von 0 auf Tempo 100 in 9,3 Sekunden ist möglich. Spitze auf der Autobahn sind 223 km/h, dazu braucht es aber etwas Anlauf. Generell ist der Passat mit diesem TDI eher ein Langstreckengleiter, hektische Überholmanöver sind seine Sache nicht. Generell gilt, dass der Ton für einen Diesel sehr gemäßigt ist.

Karosserie/Ausstattung

Der Passat ist unzweifelhaft ein Klassiker, seit 1973 im Angebot von VW. Seit 1974 gibt es ihn als Variant bezeichneten Kombi, heute die hierzulande einzig verbliebene Karosserieform. Die komplett neu entwickelte neunte Generation allerdings soll die letzte werden, heißt es. Und sie wurde auch schon gar nicht mehr bei VW selbst geplant, sondern bei der tschechischen Tochter Skoda, die den Passat parallel zum Skoda Superb entwickelte und in ihrem slowakischen Werk in Bratislava baut.

Den Kunden darf das egal sein, denn das als Dienstwagen genauso wie als Familienkutsche beliebte Modell, im Anblick modernisiert, aber als Passat klar erkennbar, hat noch einmal an Platz zugelegt. Die Länge von mittlerweile 4,92 Meter (übrigens 72 Zentimeter mehr als die erste Generation) sorgt für ein üppiges Raumangebot auf beiden Sitzreihen und im Gepäckabteil (690 Liter). Die Verarbeitung ist hochwertig und vermittelt ein Gefühl von Oberklasse.

Der Schalter für die Automatik ist am Lenkrad gelandet, weshalb es in der Mittelkonsole allerlei Ablagemöglichkeiten gibt - Handschaltung wird ja gar nicht mehr angeboten. Natürlich beherrschen digitale Anzeigen die Szene, wobei anzumerken ist, dass die Bedienung mittlerweile deutlich einfacher geworden ist. Hier hat der Konzern eindeutig dazugelernt.

Ab Werk gibt es unter anderem immer Klimaautomatik, Notbrems- und Spurhalteassistenten, Audioanlage, Verkehrszeichenerkennung und Rückfahrkamera.

Fahrverhalten

Ausgewogen dürfte wohl das richtige Wort sein, um das Fahrwerk zu beschreiben, das sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Dazu passt die Lenkung des Fronttrieblers. Nur die Bremsen könnten etwas bissiger sein. Für den größten Benziner und den größten Diesel gibt es Allradantrieb.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen Passat gibt es ab 41.665 Euro. Mit dem von uns gefahrenen mittleren TDI werden daraus (besser ausgestattet) bereits 50.510 Euro, ein stolzer Preis. Dafür darf man dem offiziellen Verbrauch von 4,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer durchaus trauen. Viel mehr als fünf Liter braucht man im normalen Leben nämlich nicht. Womit angesichts eines Tanks von 66 Litern eine Reichweite von 1200/1300 Kilometern mit einer Tankfüllung realistisch ist. Sehr schön.

Fazit

Der Passat, den es nur noch als Variant gibt, hat in der Neuauflage all seine Tugenden nicht nur behalten, sondern im Raumangebot und in der Qualität noch einmal zugelegt. Damit bleibt er für Familien wie für Vielfahrer, die nicht dem SUV-Trend frönen wollen, eine sehr gute Wahl.