Test Aktivboxen
: Drumfire II W – so klingt die Lautsprecher-Kombi

Audio Pro präsentiert mit dem II W die neueste Ausbaustufe seiner Aktivlautsprecher Drumfire.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Audio Pro Drumfire II W: Neue Ausbaustufe des bekannten Lautsprecherpaares.

Audio Pro Drumfire II W: Neue Ausbaustufe des bekannten Lautsprecherpaares.

Audio Pro / AI gen.

Die Musiksammlung steckt heute im Smartphone und der nächste Song wartet im Streamingdienst. Dazu passen Aktivlautsprecher mit eingebauten Verstärkern und, bei vernetzten Modellen, eigenem Musikempfang. Multiroom verteilt Songs auf mehrere Räume. Passive Boxen punkten weiterhin mit frei austauschbaren Verstärkern und Zuspielern. Durch ihren Komfort hat die Streaminganlage jedoch an Bedeutung gewonnen. Audio Pros Drumfire II W verbindet diese Bequemlichkeit mit der Lust auf großen Klang.

Seit 1978 bauen die Schweden Aktivlautsprecher. Frühe Aushängeschilder waren der A4.14 und der Subwoofer B2.50; die ACE-Bass-Technik sollte tiefe Töne aus kleinen Gehäusen ermöglichen. Bekannt sind auch die kompakten Addon-Modelle mit Tragegriff. 2017 kam eine WLAN-Multiroom-Familie hinzu.

Der erste Drumfire folgte 2018, Generation zwei 2022, bereits mit AirPlay 2 und Google Cast. Beim seit Anfang 2026 angebotenen Drumfire II W stecken die Neuerungen vor allem in Software, digitaler Klangabstimmung und einer neuen App auf Linkplay-Basis. Das Prinzip bleibt: oben ein vollständiger Lautsprecher, unten ein Subwoofer.

Drumfire II W – Auspacken, verbinden, hören

Geliefert werden das Oberteil D-2 W, das Bassmodul, Netzkabel, Anleitung und Subwoofer-Kabel. Zusammen wiegen sie 16,6 Kilogramm; einzeln lassen sie sich leichter bewegen. Werkzeug ist unnötig. Das Oberteil wird auf den Subwoofer gesetzt, sein Sub-Ausgang per Cinchkabel mit dem Eingang unten verbunden. Beide brauchen einen eigenen Stromanschluss. Zwischen ihnen wird nichts drahtlos gepairt.

Fürs Streaming dient die kostenlose neue Audio-Pro-App für die W-Generation unter iOS und Android. Smartphone ins heimische WLAN einbinden, Lautsprecher hinzufügen, Einrichtung durchlaufen und einen Raumnamen vergeben: Das sind die wesentlichen Schritte. Unterstützt werden 2,4 und 5 Gigahertz. Wichtig ist guter WLAN-Empfang am Standort.

Drumfire II W – oben die Musikzentrale, unten das Fundament

Oben sitzen zwei 11,4-Zentimeter-Tiefmitteltöner und zwei 2,5-Zentimeter-Hochtöner mit Textilkalotten. Ihre Verstärker leisten zweimal 20 plus 60 Watt. Der D-2 W kann auch allein spielen und ist separat erhältlich. Das große Unterteil ergänzt einen nach vorn abstrahlenden 20-Zentimeter-Tieftöner mit 200 Watt. Beide Gehäuse arbeiten mit Bassreflexöffnungen. Von insgesamt 300 Watt entfallen damit zwei Drittel auf das Bassfundament; zugleich wird das Oberteil von den tiefsten Tönen entlastet.

Audio Pro schreibt fürs System 42 bis 22.000 Hertz bei ±6 Dezibel Toleranz in die technischen Daten, im Raum einen Bass-Tiefgang bis 31 Hertz bei −6 Dezibel. Das sind Herstellerwerte unter unterschiedlichen Bedingungen, keine völlig gleichmäßige Wiedergabe bis in den Basskeller.

Drumfire II W – Streaming und praktische Speichertasten

AirPlay 2, Google Cast, Spotify Connect und Tidal Connect erlauben die Wiedergabe aus vertrauten Musik-Apps. Die Audio-Pro-App ergänzt weitere Dienste, Internetradio und Musik im Heimnetz. Je nach Zuspielweg sind bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz möglich. Bei Connect holt der Lautsprecher den Stream selbst; das Handy dient als Fernbedienung.

Für Bluetooth 4.2 wird die entsprechende Quelle gewählt, die Kopplungstaste betätigt und am Smartphone der Lautsprecher ausgewählt, gegebenenfalls unter AudioPro_D2 W. Analoge Quellen finden am Stereo-Cincheingang Anschluss. Plattenspieler benötigen einen Phono-Vorverstärker. HDMI, optischer Digitaleingang und USB-Audio fehlen, was den Einsatz am Fernseher einschränkt.

Sechs Speichertasten oben rufen etwa Radiosender oder Playlists ohne Smartphone auf. Auch Lautstärke, Quellenwahl und Wiedergabe lassen sich direkt bedienen: erfreulich handfest.

Drumfire II W – Bass und Höhen brauchen richtige Dosis

Hinten am Subwoofer bestimmt „Level“ dessen Lautstärke relativ zum Oberteil. „Crossover“ regelt zwischen 50 und 120 Hertz, wie weit er nach oben mitspielt. Höhere Werte lassen ihn mehr oberen Bass übernehmen. Zu viel Überschneidung kann aufdicken, ein zu tiefer Übergang ausdünnen. Die Trennung zwischen Tiefmittel- und Hochtönern oben liegt dagegen fest bei 2500 Hertz.

Zum Einstieg empfiehlt sich ein mäßiger Basspegel. Der Übergang passt, wenn Bassläufe einzelne Töne erkennen lassen und Stimmen natürlich bleiben. Die Phasenumschaltung zwischen 0 und 180 Grad hilft gegen Auslöschungen im Übergangsbereich; beide Stellungen werden am Hörplatz verglichen.

Audio Pro Drumfire II W. Bedienfelder auf der Ober-, Anschlüsse auf der Rückseite.

Audio Pro Drumfire II W. Bedienfelder auf der Ober-, Anschlüsse auf der Rückseite.

Audio Pro / AI gen.

Höhen und Tiefen lassen sich über den Equalizer der neuen App in einzelnen Frequenzbereichen anpassen. Er ersetzt die alten Bass-/Höhenregler. Auch die Subwoofer-Pegelregelung der alten App entfällt; dafür ist der Drehknopf hinten zuständig. Bei Dröhnen zuerst den Basspegel senken, scharfe Becken durch behutsames Zurücknehmen der Höhen mildern. Eine automatische Raumeinmessung bietet die App derzeit nicht.

Drumfire II W – so klingt die Aktiv-Kombi

Der prägende Höreindruck: Laut steht dieser Kombination ausgesprochen gut. Mit höherem Pegel gewinnt Musik körperliche Präsenz. Schlagzeug bekommt Gewicht, Bassläufe schieben an, Gitarren dürfen zupacken. Das passt zu Rock, Funk, elektronischer Musik und druckvollem Pop. Auch Hip-Hop profitiert vom tiefen Fundament, sofern es nicht überdosiert wird.

Genau dort liegt die Kehrseite. Teilweise wirkt der Drumfire ausgesprochen basslastig. Bei fett abgemischten Titeln kann das Fundament Stimmen und feinere Instrumente überdecken. Mehr Bass bedeutet dann weniger Übersicht. Zurückhaltung am Regler lässt die Qualitäten des Oberteils hervortreten: verständliche Stimmen, lebendige Anschläge und ordentlicher Detailreichtum. Aus Wucht wird ein stimmigeres Ganzes.

Jazz, akustische Gitarren und Singer-Songwriter sind keineswegs ausgeschlossen. Eine schlankere Abstimmung hilft, damit ein Kontrabass nach Saiten und Holzkörper klingt und nicht bloß nach Volumen. Bei Kammermusik und Orchestern zählen räumliche Staffelung und präzise platzierte Instrumente stärker; hier sind getrennte Stereoboxen im Vorteil. Leise Hintergrundmusik geht ebenfalls, schöpft die Fähigkeiten des Systems aber kaum aus.

Drumfire II W – Aufstellung und Stereo sind keine Nebensache

Ein freier Bodenplatz mit einigen Dezimetern Luft zu Rück- und Seitenwand ist ein guter Ausgangspunkt. Ecken können den Bass überbetonen; Möbelnischen und Plätze hinter dem Sofa sind ebenfalls ungünstig. Verschieben bringt oft mehr als Gegenregeln. Die Front sollte frei zum Hörbereich zeigen. Mit rund 65,5 Zentimetern Höhe, 36,5 Zentimetern Breite und 19 Zentimetern Tiefe braucht der Turm wenig Stellfläche.

Audio Pro Drumfire II W. Kunstleder und Alu-Bedienfelder. Die Kombi ist in drei Farbvariationen erhältlich.

Audio Pro Drumfire II W. Kunstleder und Alu-Bedienfelder. Die Kombi ist in drei Farbvariationen erhältlich.

Audio Pro / AI gen.

Die beiden Gehäuse bilden kein räumlich getrenntes Stereopaar: Links und rechts kommen aus dem schmalen Oberteil, die Bühne bleibt entsprechend kompakt. Für breiteres Stereo lässt sich ein zweiter D-2 W ergänzen. Beide Oberteile stehen dann mit Abstand auseinander, möglichst auf Ohrhöhe, und erhalten in der App je einen Kanal. Zwei komplette Drumfire-Systeme gehen ebenfalls, erfordern aber die Abstimmung zweier Subwoofer.

Für Multiroom erscheint ein Drumfire im Wohnbereich plus kleinere kompatible Boxen in Küche oder Arbeitszimmer sinnvoller als ein Bassturm pro Zimmer. Die App gruppiert sie für gemeinsame Musik; getrennt sind unterschiedliche Programme möglich. Bereits als Einzelanlage ist das Duo vollständig nutzbar.

Drumfire II W – Material und Design mit Bühnencharakter

Kunstleder um die Holzgehäuse, sichtbare Nähte, Stofffronten und Details aus massivem Aluminium ergeben einen eigenständigen, gediegenen Materialmix. Die strukturierte Oberfläche wirkt wohnlich, der Aufbau erinnert an eine kleine Gitarrenanlage. Schwarz betont diesen Charakter, Weiß und Grau nehmen optisch Schwere. Die Bedienfläche oben bleibt gut erreichbar; Gewicht und Kabel verlangen einen Stammplatz.

Drumfire II W – Test-Fazit

Für rund 700 Euro bietet der Drumfire II W eine komplette Streaminganlage mit Aktivsubwoofer. Im Umfeld großer WLAN-Boxen wie des Sonos Five und markanter Modelle wie des Marshall Woburn III verbindet er Streamingvielfalt mit kräftigem, separat regelbarem Bass. Das ergibt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Menschen, die gern mit Nachdruck hören und Zeit in die Abstimmung investieren. Schmale Stereobasis und wenige Kabelanschlüsse begrenzen die Vielseitigkeit. Richtig platziert und dosiert, bringt dieser Schwede dafür viel Konzertlaune ins Wohnzimmer.

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