Test Darts-Set: Blade X - vom Ally Pally ins Wohnzimmer

Winmau Blade X. Darts-Spiel wie bei den Großen. Mit Autodarts gar weltweit.
Winmau / AI gen.- Winmau Blade X und Autodarts vernetzen klassisches Steeldart für Spiele weltweit.
- Die Scheibe nutzt gepresstes Sisal, dünne Stege und Rota-Lock für stabilen, genauen Betrieb.
- Montagehöhe Bullseye 1,73 m, Oche 2,37 m – Surround schützt Wand und Boden.
- Lens-App zählt per Smartphone-Kamera, vernetzt Spiele und bietet Trainingstools.
- Autodarts X bringt vier HD-Kameras, PinPoint-Erkennung und WLAN-Verbindung, Abo optional.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn im Londoner Alexandra Palace die nächste 180 bejubelt wird, verschwimmen die Grenzen zwischen Sportveranstaltung und Kostümparty. Der Ally Pally macht aus der Darts-WM einen Zirkus, dessen Faszination längst bis in deutsche Wohnzimmer reicht.
Beim Zuschauen wächst die Lust, selbst ans Board zu treten. Dafür genügen Dartscheibe, drei Pfeile und Platz zum Werfen. Wie weit der Weg inzwischen führen kann, zeigt Winmau mit der Blade X und Autodarts X: Aus dem Spiel an der Wand wird ein vernetzter Treffpunkt, an dem auch ohne Besuch eine gemeinsame Partie möglich ist.
Winmau baut seit der Nachkriegszeit Dartscheiben und gehört mit Red Dragon zur Nodor-Gruppe. Die britische Marke stattet seit 2022 die Turniere des Profiverbands PDC aus; die Blade X kam 2026 bei den World Masters auf die große Bühne.
Im Kern stecken gepresste Sisalfasern aus Kenia, die der Stahlspitze ausweichen und sich nach dem Herausziehen wieder zusammenschließen. Unterschiedlich dichte Schichten und eine durch Carbon verstärkte Hartholzbasis sollen leichtes Eindringen mit sicherem Halt verbinden. Schmale, angeschrägte Metallstege trennen die Felder, lassen mehr Platz für Treffer als dicke Runddrähte und sollen Bounce-outs, also abprallende Pfeile, verringern.
Blade X – so hängt die Scheibe regelkonform
Wandhalterung, Befestigungsteile und Wasserwaage liegen bei. Die rückseitige Schraube wird in die montierte Halterung eingehängt; drei verstellbare Rota-Lock-Füße gleichen Unebenheiten aus und stabilisieren das Board beim Herausziehen der Darts. Für die Wandmontage braucht es Bohrmaschine, Schraubendreher und passende Dübel. Ein separater Dartständer erspart das Bohren und hält den Spielplatz mobil.
Damit die Bedingungen zu Hause stimmen, liegt die Mitte des Bullseyes 1,73 Meter über dem Boden, das schwarze 20er-Feld steht oben. Von der Vorderseite der Scheibe bis zur Abwurfkante, dem Oche, sind es beim Steeldart 2,37 Meter. Wer an der Wand misst, steht um die Boardtiefe zu nah. Hinter der Linie muss noch Platz zum Stehen bleiben.
Ein Surround, der Schutzring um das Board, fängt Fehlwürfe vor der Tapete ab. Auch der Boden braucht Schutz, während zur Abwurfmarkierung Klebeband genügt. In hellhörigen Wohnungen kann eine entkoppelnde Halterung die Übertragung der Aufprallgeräusche in die Wand mindern.

Winmau Blade X. Mehrschichtiger Aufbau für lange Nutzung und exakte Ergebnisse.
WinmauBlade X – Red Dragon Ascend als Ergänzung
Die Ascend Parallel besitzen einen geraden Griffkörper, den Barrel, und wiegen wahlweise 22, 23 oder 24 Gramm. Ihr Wolframanteil von 90 Prozent ermöglicht schlanke Körper für enge Treffergruppen. Die Struktur gibt den Fingern Halt, muss sich beim Abwurf aber angenehm lösen. Das mitgelieferte Nitroflite-System vereint Schaft und Flight, die stabilisierende Fläche am Heck. Ob Griff und Gewicht passen, entscheidet sich beim Ausprobieren.
Blade X – Wenn aus drei Würfen ein Spiel wird
An der Abwurflinie bekommt die Begeisterung aus dem Fernsehen eine andere Dimension. Während die große 20 erreichbar wirkt, verlangt ihr schmales Dreifachfeld viel mehr Präzision, und schon eine leichte Abweichung führt in die benachbarte 1 oder 5. Umso größer ist die Freude, wenn die Pfeile näher zusammenrücken und aus einem Zufallstreffer langsam ein wiederholbarer Wurf wird.
Beim klassischen 501 werden die Treffer von 501 Punkten abgezogen. Der innere schmale Ring zählt dreifach, der äußere doppelt; drei Triple-20 ergeben die berühmten 180. Ein Leg, ein einzelnes Spiel, endet bei genau null und einem letzten Treffer im Doppel. Bei 40 Rest führt die Doppel-20 zum Sieg. Wer sich überwirft, einen Punkt übrig lässt oder ohne Doppel auf null kommt, bleibt beim Restwert vor dieser Aufnahme, also der Runde mit bis zu drei Pfeilen.
Feldaufteilung und der stabile Sitz sind beim Blade X ebenso gelungen wie der Zahlenring. Das Sisal ist ziemlich fest, sodass nicht so gelungene Würfe auch mal als Abpraller enden können. Spitzen und Wurf beeinflussen das Ergebnis ebenfalls, weshalb die dünnen Stege keine Garantie für stecken bleibende Pfeile sind.
Für gleichmäßigen Verschleiß wird das Board regelmäßig gedreht und der Zahlenring wieder mit der 20 über einem schwarzen Feld oben ausgerichtet, ohne ihn abzunehmen. Die Oberfläche bleibt trocken. Winmau übernimmt eine fünfjährige Herstellergarantie, die eine Registrierung binnen 28 Tagen erfordert und für private Nutzung und normalen Gebrauch gilt.
Lens – Die Darts-Welt zuhause
Nach jedem Durchgang folgt normalerweise eine Rechenpause. Autodarts nimmt diese Arbeit ab. Der einfachste Weg ist über Lens. Die Smartphone-App nutzt die Kameras des Handys, um den Score zu ermitteln. Ein fester Stand des Gerätes, am besten über ein Stativ, freie Sicht zur Scheibe und ausreichende Beleuchtung garantieren vorzeigbare Zählergebnisse.
Ist alles eingerichtet, verändert sich der Rhythmus: Die Pfeile stecken im Sisal, der Restwert erscheint auf dem Bildschirm, und die Aufmerksamkeit bleibt beim nächsten Wurf. Die Software verbindet Freunde oder vermittelt Gegner, die vor ihrem eigenen Board stehen. Gemeinsam gespielt wird über den übertragenen Spielstand. Dart bleibt real, mit Fehlwürfen und der Spannung vor dem entscheidenden Doppel. Aus der Kneipe wandert so ein Stück Geselligkeit ins Wohnzimmer, auch wenn die Mitspieler weit entfernt sind.

Winmau Blade X. Mit der App lässt sich automatisch zählen und weltweit spielen.
WinmauAuch ohne menschlichen Gegner lässt sich gegen Bots spielen. Beim Training helfen der Average, die durchschnittliche Punktzahl pro drei Darts, und die Checkout-Quote für erfolgreiche Würfe zum Spielgewinn. Farbige Trefferkarten machen dabei Schwächen sichtbar. Die deutschsprachige App läuft auf iOS und Android, am Computer im Browser.
Im Plus-Abo bringt die Stimme des PDC-Schiedsrichters Huw Ware Turnieratmosphäre ins Spiel. Separat prüft der virtuelle KI-Schiedsrichter möglicherweise falsch erfasste Würfe anhand der Kamerabilder und korrigiert erkannte Fehler. Eine umfassende Spielkontrolle ersetzt er nicht. Winmaus Versprechen von Turniergenauigkeit bedeutet deshalb keine Fehlerfreiheit; zweifelhafte Treffer verdienen einen Blick aufs Board.
Autodarts – Spielen wie die Profis
Die professionellere Ausbaustufe ist das kommende Autodart X. Es ergänzt das Board um vier HD-Kameras mit Rundumbeleuchtung. Sie beobachten die Spitzen aus verschiedenen Richtungen; Winmaus PinPoint-Erkennung ordnet daraus die Treffer den Feldern zu. Weil weder Sensoren in der Scheibe noch spezielle Pfeile nötig sind, lässt sich auch ein vorhandenes, handelsübliches Steeldartboard weiterverwenden.
Die Halterung wird am Board befestigt, der aufgeklappte Kamera- und Lichtrahmen eingeklickt, ohne erneut zu bohren. Stromversorgung und Kabel liegen bei, Scheibe und Pfeile nicht. Die App führt durch Verbindung und Kalibrierung: Zunächst wird das Smartphone per USB gekoppelt, danach läuft die Verbindung über WLAN. Benötigt werden ein kostenloses Konto und Smartphone, Tablet oder Computer als Anzeige sowie Internet; ein Offline-Modus fehlt zum Marktstart.
Was der Spielplatz zu Hause kostet
Ende September 2026 kostet die Blade X knapp 150 Euro, ein Dreiersatz Ascend Parallel im Handel rund 75 Euro. Autodarts X hebt die Summe mit weiteren 539,95 Euro auf rund 768 Euro. Anzeigegerät oder Ständer kommen bei Bedarf hinzu. Laser-Abwurflinie und Pfeilhalter sind Luxus, Wand- und Bodenschutz die sinnvolleren Ergänzungen.
X zählt auch ohne Plus automatisch; drei Monate Plus liegen bei. Danach kostet das optionale Abo 6,99 Euro monatlich, bei zwölf Monatszahlungen 83,88 Euro im Jahr. Es ergänzt etwa KI-Schiedsrichter, erweiterte Auswertungen, private Wettbewerbe und unbegrenzte LENS-Nutzung.
Blade X Test-Fazit
Die Blade X lohnt sich für regelmäßige Spieler mit Anspruch an Aufbau und Stabilität; für gelegentliche Runden reicht ein günstigeres Sisalboard. Autodarts rechtfertigt den Aufpreis vor allem durch häufige Onlinepartien und gezieltes Training. So treffen die Tradition des Kneipenspiels, heutige Profistandards und vernetzte Unterhaltung zusammen, ohne dass das Dartspiel seinen handfesten Charakter verliert.
