Test Dashcam
: BOTSLAB und Vantrue – vier Augen für mehr Sicherheit im Auto

Die BOTSLAB G980H wie auch die Vantrue Nexus 5S  bringen vier Kameras mit an Bord. Welches System zu wem passt, zeigt unser Vergleichstest.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören
Dashcams

BOTSLAB G980H und Vantrue Nexus 5S (r.). Vier Augen sehen mehr: Blick nach vorn, nach innen, nach hinten und sogar zur Seite wenn gewollt.

Stefan Klug / AI gen.
  • Vergleichstest: BOTSLAB G980H und Vantrue Nexus 5S mit je vier Kameras für mehr Überblick.
  • BOTSLAB mit Front-, Heck- und zwei verstellbaren Seitenmodulen; Vantrue mit zwei Innenraumobjektiven.
  • Montage erfordert genaue Positionierung; Apps und Displays helfen beim Ausrichten und Sichern.
  • Bildqualität: BOTSLAB tagsüber solide, nachts seitlich/Heck schwächer; Vantrue stark bei wenig Licht.
  • Parkfunktionen: BOTSLAB mit Sentry-Modus, Vantrue mit anpassbaren Zonen und optionalem LTE-Modul.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einem Unfall können wenige Sekunden Video helfen, den Ablauf zu verstehen. Eine Frontkamera erfasst allerdings nur das Geschehen vor dem Auto. Beim Spurwechsel oder im Innenraum bleiben womöglich Details ungeklärt. Die BOTSLAB G980H und die Vantrue Nexus 5S ergänzen deshalb den Blick nach vorn um drei weitere Perspektiven. Welche davon besonders wichtig sind, hängt vom Einsatz des Autos ab.

BOTSLAB kommt aus dem Umfeld der chinesischen 360-Gruppe und bietet auch vernetzte Sicherheitskameras an. Die G980H ist ähnlich vielseitig angelegt: In der hier betrachteten Ausführung mit vier Kameras sitzen neben der Frontkamera zwei magnetisch angesetzte, verstellbare Seitenmodule. Eine separate Kamera blickt durch die Heckscheibe. Die seitlichen Objektive lassen sich auf die Seitenfenster oder Teile der Kabine ausrichten. So kann etwa das Geschehen neben dem Fahrzeug stärker ins Bild rücken.

Der Dashcam-Spezialist Vantrue verbindet bei der Nexus 5S die Erfassung von Verkehr und Innenraum. In den Einheiten an Front- und Heckscheibe sitzt jeweils ein Objektiv für draußen und eines für die Kabine. Die zwei gegenläufigen Innenansichten können auch Vorgänge auf den Rücksitzen nachvollziehbarer machen, was etwa für Fahrdienste relevant ist. Lückenlose Sicht bieten beide Systeme allerdings nicht: Kopfstützen, Insassen und Karosseriesäulen können Bereiche verdecken.

Dashcams – Einbau und Einrichtung im Auto

Wie viel die zusätzlichen Perspektiven erfassen, entscheidet sich bereits bei der Montage. Bei der BOTSLAB darf der Rückspiegel den Blick auf die extra und optional ansteckbaren Seitenmodule nicht versperren. Bei der Vantrue muss die hintere Innenkamera an den Kopfstützen vorbei in die Kabine schauen können. Die Kontrolle aller vier Livebilder vor dem endgültigen Ankleben der Halterungen hilft, eine passende Position zu finden, die zugleich beim Fahren nicht stört.

Die Befestigung lässt sich allein erledigen. BOTSLAB setzt auf eine feste Verbindung von Dashcam zur Frontscheibe mittels des üblichen Klebepads. Um den örtlichen Bedingungen gerecht werden zu können, ist der Gesamtkörper der Kamera um 45 Grad schwenkbar und das Objektiv zudem nochmal um 15 Grad in jede Richtung. Vantrue verwendet die neuen Adhäsions-Folien als Haftgrund für die Basisstation der Dashcam. Dort sind Stromversorgung und GPS‑Modul untergebracht. Die Kamera wird in die Station eingesteckt und kann also bei Bedarf auch wieder herausgenommen werden. Hier lassen sich ebenfalls Kamera und Objektiv noch feinjustieren.

Mehr Geduld verlangt bei beiden das Kabel zur Heckscheibe, das entlang der Verkleidungen geführt werden muss. An einer beweglichen Heckklappe braucht es genügend Spiel; Airbags dürfen durch die Leitungen nicht beeinträchtigt werden. Der Aufwand hängt vom Fahrzeug ab. Die Vantrue bringt ihre vier Objektive immerhin in zwei zu befestigenden Einheiten unter.

Kabel, Halterungen und ein Stromadapter für die Fahrzeugsteckdose gehören bei beiden dazu. BOTSLAB legt eine Speicherkarte mit 128 Gigabyte bei, sodass für die Aufzeichnung während der Fahrt kein weiterer Kauf nötig ist. Bei Vantrues Basispaket kommt die Karte hinzu. Vor der ersten Fahrt stehen noch das Formatieren, die Kontrolle der Uhrzeit und das Einstellen des Erschütterungssensors an. Reagiert dieser zu empfindlich, werden selbst Fahrbahnunebenheiten als besondere Ereignisse gesichert.

Bedienung vom ersten Bild bis zum gespeicherten Clip

Bei diesen Einstellungen kommt der BOTSLAB ihr rund 3,2 Zoll großer Touchscreen zugute. Die vier Ansichten lassen sich gemeinsam kontrollieren und Menüpunkte direkt antippen, was auch das Ausrichten der Seitenmodule erleichtert. Vantrue nutzt ein ähnlich großes Display mit Tastenbedienung. Feste Bedienelemente sind etwa beim Sichern eines Clips praktisch.

Für eine genauere Sichtung bietet sich bei beiden die Smartphone-App an. Sie zeigt Aufnahmen an und überträgt ausgewählte Videos, damit die entscheidenden Sekunden eines Vorfalls separat aufbewahrt werden können. Das Handy verbindet sich dazu direkt per WLAN mit der Kamera. BOTSLAB setzt für die App-Anbindung ein Benutzerkonto voraus. Größere Mengen an Aufnahmen lassen sich am Rechner übersichtlicher sichten.

Die Vantrue Nexus 5S setzt auf ein ähnlich großes Display mit Tasten. Damit lassen sich Kameraansichten wechseln und wichtige Clips gezielt sichern. Auch das Mikrofon ist per Tastendruck abschaltbar, wenn Gespräche im Innenraum nicht aufgezeichnet werden sollen. In der Vantrue-App helfen Hilfslinien beim geraden Ausrichten der Kameras. Aufgezeichnete GPS-Daten lassen sich dort zusammen mit den Videos auswerten, was die Zuordnung eines Vorfalls erleichtert.

Vantrue Nexus 5S. Front- und Heckkamera bieten zusammen vier Perspektiven.

Vantrue Nexus 5S. Front- und Heckkamera bieten zusammen vier Perspektiven.

Vantrue

Im täglichen Betrieb muss das Handy nicht verbunden bleiben. Das ist hilfreich, weil kabelloses CarPlay oder Android Auto mit dem Kamera-WLAN konkurrieren kann. Zur Pflege gehören saubere Scheiben und Objektive sowie gelegentliche Videokontrollen. Dabei fällt auf, wenn eine Kamera verrutscht ist oder Reflexionen den Ausschnitt überlagern.

Beide Dashcams lassen sich auch per Sprache bedienen, sodass für einfache Aktionen kein Griff zum Gerät nötig ist. Die BOTSLAB G980H reagiert etwa auf englische Befehle wie „Take photo“ für einen Schnappschuss oder „Show rear camera“ zum Anzeigen der Heckkamera. Bei der Vantrue Nexus 5S lassen sich auf Zuruf unter anderem Aufnahmen starten, wichtige Clips sichern und das WLAN ein- oder ausschalten. Die Kommandos sollten allerdings bekannt sein: Vantrue unterstützt unter anderem Englisch und Französisch, bislang aber kein Deutsch.

Bildqualität bei Tag und Nacht

In der Praxis liefert die G980H bei Tageslicht aus allen vier Richtungen ordentliche Aufnahmen. Ihre Frontkamera zeichnet bei gleichzeitiger Nutzung aller vier Kameras in 3K auf, die übrigen in Full HD. Dieser Überblick hilft, Bewegungen rund um das Auto nachzuvollziehen. Bei Dunkelheit zeigen die Seiten- und Heckkamera jedoch deutlich weniger Details als die Frontkamera. Gerade bewegte Motive verlieren mitunter an Kontur.

Bei der Nexus 5S unterstützt Infrarotlicht beide Innenkameras bei Aufnahmen in einer dunklen Kabine. Hinzu kommen vier Sensoren aus Sonys STARVIS-2-Reihe für Aufnahmen bei wenig Licht. Das macht die Ausstattung für Fahrten am Abend interessant, bei denen auch Vorgänge im Fahrzeug dokumentiert werden sollen. Die Heckkamera bietet mit 1440p zudem eine höhere Auflösung als das Full-HD-Modul der BOTSLAB und damit grundsätzlich mehr Spielraum für Details.

Lesbare Kennzeichen unter allen Bedingungen garantiert auch die Vantrue nicht. Aufnahmen zeigen mitunter Grenzen bei Bewegung und schwierigem Licht. Ein entgegenkommendes Auto bei Nacht stellt an beide Systeme höhere Anforderungen als ein vorausfahrender Wagen am Tag. Entscheidend bleibt, ob Fahrtrichtung und Ablauf erkennbar sind. Die Auflösung allein sagt wenig darüber aus, welche Einzelheiten sich später belegen lassen.

Parküberwachung passend zum Stellplatz

Auch im abgestellten Auto können die Kameras aufzeichnen. Dafür benötigen sie Dauerstrom, üblicherweise über ein zusätzliches Anschlussset für die Fahrzeugelektrik. Ihre Superkondensatoren überbrücken lediglich das Abschalten. Ein fachgerechter Anschluss mit Batterieschutz gehört deshalb zur Planung; die mögliche Überwachungsdauer hängt auch vom Zustand der Autobatterie ab.

BOTSLAB

BOTSLAB G980H. Ebenfalls vier Ansichten über die Front- und Heckkamera. Statt nach innen können die beweglichen Objektive auch auch zur Seite ausgerichtet werden.

Botslab

BOTSLAB bietet unter anderem Aufnahmen nach Erschütterungen und einen Sentry-Modus. Dieser soll auslösen, wenn sich eine Person länger als fünf Sekunden innerhalb von etwa fünf Metern vor der Frontkamera aufhält. Für die Wahl des Stellplatzes ist das relevant: Die Auslösung richtet sich nach der Frontansicht, auch wenn die weiteren Kameras andere Bereiche aufnehmen.

Vantrue lässt die Bewegungserkennung an den Stellplatz anpassen, indem Erfassungsbereiche und Empfindlichkeit eingestellt werden. Der Clip kann zudem zehn Sekunden vor dem auslösenden Ereignis beginnen und dadurch dessen Vorgeschichte zeigen. Für Benachrichtigungen und den Zugriff aus der Ferne lässt sich ein LTE-Modul ergänzen. Dafür fallen weitere Hardware- und Datenkosten an; Aufnahmen auf Speicherkarte benötigen keinen Mobilfunkvertrag.

In Deutschland beschränkt der Gesetzgeber die möglichst kurze und ereignisbezogene Speicherung. Stundenlanges anlassloses Filmen wird durch späteres Überschreiben nicht automatisch zulässig. Auch Vantrues Privatsphärenmodus, der gespeicherte Videosegmente begrenzen kann, garantiert allein keine rechtmäßige Nutzung.

BOTSLAB G980H und Vantrue Nexus 5S – welche Dashcam passt zu wem?

Die BOTSLAB G980H passt besonders zu Autofahrern, die seitliche Bereiche gezielt ins Bild nehmen möchten. Touchscreen und beigelegte Speicherkarte erleichtern den Einstieg. Knapp 210 Euro werden derzeit für das Set aufgerufen. Für diesen Preis bietet es einen vielseitigen Überblick bei Tageslicht; bei nächtlichen Seiten- und Heckaufnahmen sind Abstriche an der Detailerkennbarkeit nötig.

Die Vantrue Nexus 5S spricht vor allem Nutzer an, für die auch das Geschehen in der Kabine wichtig ist. Die anpassbaren Parkfunktionen und der optionale Fernzugriff ergänzen diese Möglichkeiten. Der Handelspreis von derzeit rund 300 Euro zuzüglich Speicherkarte ist besonders dann gut angelegt, wenn diese Funktionen regelmäßig gebraucht werden. Für die reine Dokumentation des Verkehrs vor und hinter dem Auto genügt häufig ein System mit zwei Kameras.

Vergleichstest BOTSLAB G980H und Vantrue Nexus 5S – Test-Fazit

Beide Dashcams lohnen sich, wenn neben Front und Heck auch seitliche Bereiche oder der Innenraum erfasst werden sollen. Die BOTSLAB G980H bietet mit verstellbaren Seitenkameras, Touchscreen und beigelegter Speicherkarte das preislich attraktive Gesamtpaket. Der Aufpreis für die Vantrue Nexus 5S lohnt sich vor allem, wenn ihre beiden Innenraumansichten und die anpassbare Parküberwachung regelmäßig gebraucht werden.

Website Vantrue

Website BOTSLAB