Test Gaming-Stuhl
: So gut ist der Master Chair für Gamer und Office-Arbeiter

Mit der 26er-Edition des Master Chairs bringt Boulies ein Update, das für Spiel und Büro geeignet sein soll. Unser Test verrät, ob das zutrifft.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Boulis

Boulies Master Chair. Durchaus gelungener Mix aus Gaming-Stuhl und Büro-Sitzmöbel

Boulis / AI gen
  • Boulies Master Chair 2026 verbindet Gaming- und Büro-Einsatz ohne grelles Design.
  • Aufbau in 25 bis 45 Minuten, stabile Materialien und getrennte Lehnen- und Wippverstellung.
  • Stoff, Ultraflex-PU oder Nappa stehen zur Wahl, neue Lendenstütze mit Höhe und Tiefe.
  • 4D-Armlehnen, hohe Lehne bis ca. 165 Grad, straffe Polsterung verteilt Gewicht gut.
  • Geeignet für 1,55 bis 1,80 m und unter 110 kg – Master Max für größere oder schwerere Nutzer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gaming-Stühle sind längst mehr als Bürosessel mit bunten Streifen. Wer spielt, streamt oder Videos schneidet, sitzt oft viele Stunden und wechselt zwischen Tastatur, Maus und Controller.

Hohe Lehne, anpassbare Armauflagen, Wippfunktion und großer Neigungswinkel gehören deshalb fast zum Pflichtprogramm. Gute Modelle ergänzen das Rennsitz-Rezept um Ergonomie. Schlechte sehen nur schnell aus.

Boulies will beide Welten verbinden. Die britische Marke startete 2015 in London, weil einer der Gründer einen langzeittauglichen Stuhl suchte, der im Büro nicht wie ein E-Sport-Requisit wirkt. Heute umfasst das Portfolio Gaming-, Office- und Hybridmodelle. Der Master ist der Allrounder der Marke – und tritt 2026 deutlich erwachsener auf als viele Konkurrenten.

Master Chair – Lieferung und Aufbau

Der Master kommt zerlegt in einem großen, rund 29 Kilogramm schweren Karton. Sitz und Rückenlehne liegen getrennt, Karton, Schaumstoff und Folien schützen die Oberflächen. Rollen, Gasfeder, Mechanik, Armlehnen, Schrauben und Werkzeug sind separat verstaut; Kopfkissen und Anleitung liegen bei. Das Paket bleibt unhandlich. Wer den Stuhl im Obergeschoss nutzen will, packt ihn besser dort aus.

Der Aufbau gelingt ohne Vorkenntnisse. Rollen und Gasfeder kommen ans Fünfstern-Fußkreuz, Armlehnen und Wippmechanik unter den Sitz. Zuletzt wird die schwere Lehne fixiert. Eine zweite Person ist nicht nötig, hilft beim Ansetzen aber spürbar. Allein fügt man Sitz und Lehne am besten auf einer weichen Unterlage zusammen. Nach 25 bis 35 Minuten steht der Stuhl, Anfänger sollten bis zu 45 Minuten einplanen. Mehrarbeit entsteht, weil die Sitzmechanik nicht vormontiert ist.

Master Chair – Design und Features

Die hohe Lehne und ihre Seitenwangen verraten die Gaming‑DNA. Auf aggressive Ausschnitte, grelle Flächen und riesige Logos verzichtet Boulies. So funktioniert der Master im Streaming-Setup ebenso wie im Homeoffice.

Zur Wahl stehen wasserabweisender Stoff, Ultraflex-PU-Kunstleder und Nappaleder, kombiniert mit Mikrofaser-Velours. Stoff ist weich, atmungsaktiver und damit für lange Sessions sinnvoll; seine Imprägnierung lässt allerdings nach. Ultraflex-PU wirkt luxuriöser und ist leicht zu reinigen, speichert im Sommer aber mehr Wärme. Nappa ist die edelste und teuerste Variante.

Kaltgehärteter Schaum auf einem Stahlrahmen sorgt für eine mittelfeste statt sofaweiche Polsterung. Das wirkt zunächst unspektakulär, zahlt sich aber nach Stunden aus: Das Becken sinkt nicht durch. Die breite Sitzfläche mit runder Kante verteilt den Druck besser als stark ausgeformte Rennschalen.

Die wichtigste Weiterentwicklung betrifft die Lendenstütze. Bei älteren Testmustern ließ sie sich nur in eine Richtung anpassen; nun regulieren zwei Drehräder Höhe und Tiefe. So sitzt die Wölbung dort, wo sie gebraucht wird – präziser als ein Rückenkissen. Das Velours-Kopfkissen kann mit seinem Gummiband dagegen verrutschen und wirkt weniger elegant als magnetische Premiumlösungen.

Die 4D-Armlehnen verändern Höhe, Breite, Tiefe und Winkel. Innen steckt Aluminiumlegierung, oben eine weiche Auflage. Für Tastatur und Maus stehen sie parallel, beim Controller-Spiel nach innen gedreht. Leichtes Spiel bleibt. Dazu kommen Class‑4-Gasfedern, 60‑Millimeter-PU-Rollen und getrennte Einstellungen für Lehne und Wippe. Die Rückenlehne reicht von etwa 95 bis 165 Grad; die arretierbare Sitzmechanik wippt zusätzlich um 15 Grad.

Boulies Master Chair: Verschiedene Farbem verschiedene Ansichten.

Boulies Master Chair: Verschiedene Farbem verschiedene Ansichten.

Boulies

Stahlrahmen, massives Fußkreuz und saubere Nähte wirken hochwertig. Die dichte Schäumung und der Metallunterbau versprechen Reserven; Langzeitrisiken bleiben Bezugsabrieb und Verschleiß der Armauflagen. Zwei Jahre Garantie sind solide, aber kürzer als bei manchen Premiumanbietern.

Master Chair im Praxistest – Komfort ist eine Frage der Einstellung

Die Standardausführung ist für 155 bis 180 Zentimeter und weniger als 110 Kilogramm vorgesehen. Wer größer ist, stößt bei Sitztiefe und Lehnenhöhe an Grenzen; der Master Max deckt 180 bis 200 Zentimeter sowie bis zu 135 Kilogramm ab. Kleine Personen sollten prüfen, ob beide Füße flach auf dem Boden stehen, breite Nutzer die Sitzfläche vergleichen.

Richtig justiert zeigt der Master seine Stärke. Zuerst wird die Höhe für einen rechten Kniewinkel gewählt, dann kommen die Armlehnen knapp unter die Ellbogen. Zuletzt folgt die Lendenstütze: Zu wenig bleibt wirkungslos, zu viel fühlt sich wie eine Faust im Rücken an. Die seitlichen Räder verlangen etwas Herumgreifen; die übrigen Hebel findet man schnell blind.

Über lange Gaming-, Schnitt- oder Streaming-Sessions verteilt die straffe Polsterung das Gewicht überzeugend. Störende Druckpunkte bleiben aus, ebenso das schwammige Gefühl günstiger Dickpolster. Die Lendenstütze trägt den Rücken, ohne eine starre Haltung zu erzwingen. Stoff bleibt vergleichsweise angenehm; schwitzfrei ist aber kein voll gepolsterter Stuhl. Mesh ist luftiger, PU und Nappa werden wärmer.

Die flachere Sitzmitte erlaubt wechselnde Positionen, die Wippe bringt Bewegung ins Sitzen und für YouTube fährt die Lehne weit zurück. Das Untergestell bleibt auch nahe 165 Grad vertrauenerweckend stabil. Regelmäßiges Aufstehen ersetzt all das nicht.

Master Chair – Preis, Leistung, Zusammenfassung

Mit regulär über 400 Euro liegt der Master oberhalb günstiger Gaming-Stühle, aber unter vielen Premiumrivalen; Aktionen drücken den Preis. RGB-Licht, App und Fußstütze fehlen. Der Mehrwert steckt in Rahmen, Polsterung, Lendenstütze und Einstellbereich.

Wer zwischen 1,55 und 1,80 Meter misst, unter 110 Kilogramm bleibt und einen Stuhl für Arbeit, Content-Produktion und Gaming sucht, bekommt dennoch ein rundes Paket. Größere oder schwerere Nutzer greifen zum Master Max, Fans maximaler Belüftung eher zu Mesh. Unter den voll gepolsterten Gaming-Stühlen zählt der Boulies zu den stärksten Preis-Leistungs-Angeboten: weniger Show, mehr Substanz – und gerade deshalb ein Stuhl, auf dem man nicht nur gut aussieht, sondern lange gut sitzt.

Boulies Master Chair Test-Fazit

Der Master Chair 2026 überzeugt als Hybrid: seriöser als Racing-Stühle, aber flexibler als viele Büromodelle. Das Kopfkissen hinkt der Konstruktion hinterher, das Gewicht erschwert den Transport und die passende Größe muss sorgfältig gewählt werden.

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