Test Kamera
: Kodak Pixpro AZ653 – so gut ist die  Bridgekamera

Im Test: die Kodak Pixpro AZ653, Fotoapparat für Einsteiger und alle, die auf guten Zoom Wert legen.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Kodak Pixpro AZ653. Bridgekamera mit fest verbautem Objektiv.

Kodak Pixpro AZ653. Bridgekamera mit fest verbautem Objektiv.

Kodak Pixpro / AI gen.
  • Bridgekamera Kodak Pixpro AZ653 mit 65x Zoom von 24 bis 1560 mm und 1/2,3-Zoll-Sensor.
  • Stärken bei Tageslicht und ruhigen, fernen Motiven – Detailverlust ab etwa ISO 400.
  • Automatik, Motivprogramme und P/A/S/M verfügbar, RAW möglich, HDR für kontrastreiche Szenen.
  • Starres 3-Zoll-Display ohne Touch, kleiner EVF, Full HD 30p Video, kein 4K, stabiler Griff.
  • Rund 399 Euro: gute Reichweite für Reisen, weniger geeignet für Innenräume und schnellen Sport.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Smartphone hat die Fotografie bequem gemacht: Es ist griffbereit und gleicht schwieriges Licht automatisch aus. Trotzdem behalten Systemkameras ihren Platz. Größere Sensoren, wechselbare Objektive und direkte Bedienelemente eröffnen mehr Möglichkeiten bei Sport, Porträts oder wenig Licht. Auch das Filmen gehört längst selbstverständlich dazu. Eine separate Kamera lohnt sich besonders, wenn sie etwas bietet, das dem Handy fehlt.

Kodak hat mit Film und erschwinglichen Kameras die Alltagsfotografie geprägt. Bei aktuellen Digitalkameras erzählt der traditionsreiche Name allerdings nur einen Teil der Geschichte: Die Pixpro-Geräte werden von JK Imaging unter Kodak-Lizenz hergestellt und vertrieben. Hinter dem vertrauten Schriftzug steht somit ein eigenständiger Hardwareanbieter. Von dem kommt die Kodak Pixpro AZ653. Wir haben sie ausführlich getestet und zeigen, was das Modell alles kann.

Kodak Pixpro AZ653 – das ist in der Box

Als Bridgekamera steht die AZ653 zwischen Kompakt- und Systemkamera und arbeitet mit einem fest eingebauten Objektiv. Dessen 65-facher optischer Zoom deckt umgerechnet aufs Kleinbildformat 24 bis 1560 Millimeter ab, vom weiten Landschaftsausschnitt bis zum Tier in großer Entfernung. Für Reisen und Naturbeobachtungen ist das attraktiv, zumal weitere Objektive entfallen. Der rund 20 Megapixel auflösende Sensor ist mit dem Format 1/2,3 Zoll allerdings ausgesprochen klein – eine Einschränkung, die sich später in der Bildqualität bemerkbar macht.

Im Karton liegen Akku, USB-C-Kabel, Tragegurt, Objektivdeckel und Schnellstartanleitung. Eine Speicherkarte kommt hinzu; auch ein USB-Netzteil gehört bei deutschen Angeboten nicht grundsätzlich dazu. Nach dem Einsetzen von Akku und SD-Karte wird geladen, anschließend werden Sprache, Datum und Uhrzeit eingestellt. Die SD-Karte lässt sich in der Kamera formatieren, bevor die ersten Aufnahmen entstehen. Eine App ist dafür nicht erforderlich.

Optional verbindet „PIXPRO Remote Viewer“ für Android und iOS Kamera und Telefon. Dazu wird am Modusrad WLAN gewählt und das Smartphone mit dem angezeigten Kameranetzwerk samt Passwort verbunden. Anschließend bringt die App das Livebild aufs Telefon, ermöglicht Fernauslösung und Zoomsteuerung und überträgt Aufnahmen zurück aufs Smartphone. Für Gruppenbilder vom Stativ ist das praktisch; gegenüber dem unmittelbaren Fotografieren und Teilen per Handy bleiben allerdings zusätzliche Handgriffe.

Kodak Pixpro AZ653 – Aufnahmen bei Tag und bei Nacht

Bei Tageslicht passen Landschaften, Architektur und Blumen gut zum Charakter der AZ653. Die Farben wirken ansprechend, bei niedriger Empfindlichkeit reicht die Detailzeichnung für Fotoalben und Ausdrucke bis etwa A4. Im Makromodus sind im Weitwinkel Aufnahmen ab einem Zentimeter Abstand möglich. Das eröffnet ungewöhnliche Ansichten von Blüten oder kleinen Gegenständen, verlangt aber Aufmerksamkeit, damit die Kamera das Motiv aus dieser Nähe nicht selbst abschattet.

Kodak

Kodak Pixpro AZ653. Bridgekamera mit reichlich Einstellmöglichkeiten und ordentlichem Zoom.

Kodak Pixpro / AI gen.

Der besondere Reiz entsteht beim Heranzoomen: Ein fernes Gebäudeteil wird zum eigenständigen Motiv, Tiere lassen sich mit Abstand fotografieren. Der optische Bildstabilisator gleicht kleine Handbewegungen aus, hält aber kein laufendes Tier an. Bei stärkster Vergrößerung hilft deshalb eine feste Auflage. Dort sinkt zudem die Detailzeichnung, während größere Zoomveränderungen spürbar Zeit benötigen. Auch die automatische Scharfstellung kommt bei schnellen Bewegungen an Grenzen. Ein sitzender Vogel passt deshalb besser zur Kamera als einer im Flug.

Bei wenig Licht zeigt sich die Kehrseite des kleinen Sensors, denn ab etwa ISO 400 verlieren feine Strukturen an Klarheit. Hohe Werte bringen Rauschen und weichere Details. ISO steht für die eingestellte Lichtempfindlichkeit: Höhere Werte erlauben kürzere Belichtungszeiten, verschlechtern hier aber deutlich das Bild. Zusätzlich glättet die Kamera fertige JPEG-Aufnahmen kräftig. RAW-Dateien, also weitgehend unverarbeitete Bilddaten, bewahren mehr Details, verlangen allerdings Nachbearbeitung in einem Bildprogramm. Für unkomplizierte Abendbilder kann ein gutes Smartphone die bessere Wahl sein.

Kodak Pixpro AZ653 – Automatik oder manueller Modus

Einsteiger können zunächst die Automatik arbeiten lassen. Motivprogramme für Porträts, Landschaften oder Sport übernehmen Voreinstellungen, während Gesichtserkennung bei Personenaufnahmen hilft. Die Serienfunktion schafft etwa fünf Bilder pro Sekunde. Bei kontrastreichen, ruhenden Motiven fügt HDR unterschiedlich belichtete Aufnahmen zusammen, damit helle und dunkle Bereiche besser erkennbar bleiben. Bewegung während dieser Bildfolge kann das Ergebnis allerdings beeinträchtigen.

Für eigene Gestaltung stehen P, A, S und M bereit: P übernimmt Blende und Zeit, A erlaubt die Blendenvorgabe, S die Zeitvorwahl und M beides. Die Blende regelt die Lichtöffnung; eine kleinere Zahl bedeutet eine größere Öffnung. Wird sie geschlossen, braucht es bei gleicher ISO-Einstellung für dieselbe Bildhelligkeit eine längere Belichtungszeit. Gleichzeitig wächst gewöhnlich der scharf erscheinende Bereich vor und hinter dem Motiv. Eine kurze Zeit kann Bewegung einfrieren, eine längere Wasser weich fließen lassen. Für Letzteres muss die Kamera ruhig stehen, am besten auf einem Stativ.

Die AZ653 macht diese Zusammenhänge zugänglich, setzt der Gestaltung aber Grenzen. Die größte Blendenöffnung reicht von f/2,9 im Weitwinkel bis f/6,7 im stärksten Tele, weshalb beim Heranzoomen mehr Licht oder längere Belichtungszeiten benötigt werden. Ein weich verschwommener Porträthintergrund ist wegen des kleinen Sensors schwieriger zu erzielen; etwas Tele und ausreichender Abstand zwischen Motiv und Hintergrund helfen. Die Belichtungskorrektur wiederum macht Aufnahmen gezielt heller oder dunkler, ohne alles manuell einzustellen.

Kodak Pixpro AZ653 – Display und Bedienung

Passend dazu liegen Auslöser und Zoomwippe am ausgeprägten Griff gut unter dem Zeigefinger. Modusrad und rückwärtiges Einstellrad verkürzen Menüwege. Der Ring am Objektiv dient je nach Schalterstellung zum Zoomen, manuellen Scharfstellen oder als belegbarer Einstellring. Das schafft direkten Zugriff, auch wenn die Wippe meist schneller zoomt. Ärgerlich ist das leicht verstellbare Modusrad, dessen Position nach dem Herausnehmen aus der Tasche einen Kontrollblick verdient.

Weniger gelungen ist das starre Drei-Zoll-Display: Es lässt sich weder schwenken noch per Berührung bedienen, seine 460.000 Bildpunkte erschweren die genaue Schärfekontrolle. Bodennahe Aufnahmen verlangen entsprechend mehr Verrenkung. Statt zu tippen, wird durch Menüs geklickt, was nach dem Smartphone umständlich wirkt. Der elektronische Sucher ist ebenfalls klein, hilft aber bei Sonne und langen Brennweiten, die Kamera am Gesicht stabil zu halten. Die grundlegende Bedienung bleibt überschaubar, anspruchsvollere Aufnahmen verlangen etwas Einarbeitung.

Die eigene Videotaste startet Filmaufnahmen, maximal in Full HD mit 30 Bildern pro Sekunde. Das genügt für Urlaubserinnerungen; für ambitionierte Projekte fehlen 4K und ein beweglicher Bildschirm. Gerade mit starkem Zoom ist außerdem eine ruhige Kameraführung nötig, sodass das Filmen hier eher eine Ergänzung zum Fotografieren bleibt.

Kodak Pixpro AZ653 – Akku, Qualität, Haptik

Mit 588 Gramm ohne Akku und Karte bleibt die AZ653 angesichts ihres Zooms gut transportierbar. Das Kunststoffgehäuse wirkt ordentlich verarbeitet, während der gummierte Griff sicheren Halt gibt. Der wechselbare Akku ist ein Plus, die nominelle Ausdauer liegt bei rund 400 Fotos. Daraus lässt sich allerdings keine jahrelange Haltbarkeit ableiten, und ein ausgewiesener Wetterschutz fehlt. Für Ausflüge bei Regen oder in staubiger Umgebung gehört deshalb eine schützende Tasche zur sinnvollen Ausstattung.

Kodak Pixpro AZ653 – Test-Fazit

Für rund 399 Euro bietet die Kodak Pixpro AZ653 viel Reichweite und genügend Einstellmöglichkeiten zum fotografischen Lernen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt besonders bei entfernten, eher ruhigen Motiven im Tageslicht und dem Wunsch nach einer überschaubaren Ausrüstung ohne Objektivwechsel. Für Innenräume, schnellen Sport und anspruchsvolle Videos ist sie weniger geeignet. Ihr Nutzen liegt in der bezahlbaren Nähe zu fernen Motiven; eine grundsätzlich bessere Bildqualität als beim guten Kamerahandy sollte niemand erwarten.

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