Test KI-Assistent: Comu Action Pro – wie gut ist die digitale Bürohilfe?

Comu Action Pro. Gespräche aufzeichnen und daraus Protokolle, Mails oder Präsentationen erstellen.
Comu / AI gen.- Comu Action Pro nimmt Gespräche auf und erstellt Transkripte, Mails und Präsentationen.
- Der Rekorder ist kompakt, hält bis zu 70 Stunden und hat sechs Mikrofone mit Noise-Cancelling.
- App steuert Transkription und KI-Auswertung. 113 Sprachen werden online unterstützt.
- Ergebnisse umfassen Zusammenfassungen, Aufgaben, E-Mails und Folien – Prüfung bleibt nötig.
- Preise: Recorder im Angebot 167,99 Euro, Basistranskripte unbegrenzt, Credits für KI-Funktionen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
KI-Assistenten beantworten Fragen, formulieren Texte und helfen dabei, Informationen zu sortieren. Im Büroalltag fehlt ihnen allerdings häufig das Entscheidende: der Inhalt eines Gesprächs.
Was im Meeting vereinbart oder beim Kundenbesuch besprochen wurde, muss zunächst jemand festhalten. Genau diese Lücke schließen KI-Rekorder, die Tonaufnahmen mit automatischer Verschriftlichung und Auswertung verbinden.
Der Comu Action Pro geht dabei über klassische Gesprächsnotizen hinaus. Hinter der Marke steht die US-Firma Rymind Inc. Die Idee, aus Gesprächen konkrete Arbeitsergebnisse zu machen. Statt nach einem Meeting nur eine lange Mitschrift zu hinterlassen, soll das System auch bei den anschließenden Aufgaben helfen. Ob und wie gut das funktioniert, haben wir ausprobiert. Hier unser Test:
Comu Action Pro – kompakte Hardware mit Ausdauer
Damit das möglichst unkompliziert gelingt, setzt Comu auf einen separaten Rekorder. Mit 91 × 60 × 5,5 Millimetern ist der rund 52 Gramm leichte Action Pro etwas größer als eine Bankkarte und ungefähr so dick wie sieben Stück davon gestapelt. Das abgerundete Kunststoffgehäuse gibt es in Schwarz, Silber und Rot. Ein kleines OLED-Display informiert über Aufnahmezeit, Verbindung und Akkustand.
In der Schachtel liegen außerdem ein USB-C-Kabel, ein aufklebbarer Magnetring sowie Schnellstart- und Sicherheitshinweise. Der integrierte Magnet befestigt den Rekorder an geeigneten Smartphones oder Hüllen. Bei anderen Rückseiten hilft der beiliegende Ring, wobei die Haltekraft von der jeweiligen Kombination abhängt und einen kurzen Test verdient.
Sechs Mikrofone und Geräuschunterdrückung unterstützen die Sprachaufnahme. Eine Akkuladung ermöglicht bis zu 70 Stunden Aufzeichnung und damit zahlreiche Besprechungen ohne häufiges Nachladen. Anschließend genügt ein USB-C-Kabel zur Stromversorgung. Das ist im Alltag angenehmer als der spezielle Ladeanschluss des älteren Note Pro.
Comu Action Pro – von der Einrichtung zur ersten Aufnahme
Die Hardware ist allerdings nur die eine Hälfte des Systems. Für die weitere Arbeit mit den Aufnahmen benötigt man die Comu-App für Android oder iOS und ein Benutzerkonto. Nach dem ersten Laden wird der Rekorder durch dreisekündiges Halten der Aufnahmetaste eingeschaltet. Die Verbindung erfolgt über den angezeigten QR-Code beziehungsweise die Gerätesuche der App. Sobald Bluetooth freigegeben und „Comu Action Pro“ ausgewählt ist, lassen sich auch angebotene Updates installieren.

Comu Action Pro. In drei Farben erhältlich.
ComuDanach lohnt ein Blick in die Einstellungen. Dort können unter anderem Sprache, Zusammenfassungsvorlage, automatische Transkription und Cloud-Backup angepasst werden. Auch Licht- und Vibrationssignale lassen sich einstellen. Ein persönliches Stimmprofil ist optional; ein eigenes Wörterbuch hilft bei wiederkehrenden Namen und Fachbegriffen.
Die Grundbedienung bleibt trotz dieser Möglichkeiten einfach. Wer die Aufnahmetaste zwei Sekunden hält, startet die Aufzeichnung. Vibration und laufender Zähler bestätigen, dass sie tatsächlich begonnen hat. Ein kurzer Tastendruck pausiert oder setzt fort, erneutes Halten beendet und speichert. Durch doppeltes Tippen lassen sich wichtige Gesprächsstellen markieren.
Die zweite Taste führt zur KI. Hält man sie gedrückt, kann man beispielsweise sagen: „Erstelle eine Zusammenfassung mit Aufgaben und Terminen.“ Wichtig ist, erst nach dem letzten Wort loszulassen. Das Ergebnis erscheint anschließend in der App; eine gesprochene Antwort direkt vom Rekorder gibt es nicht.
Comu Action Pro – offline aufnehmen, online weiterarbeiten
Ist das Gerät eingerichtet, muss das Smartphone während einer Aufnahme nicht ständig danebenliegen. Der Action Pro zeichnet auch ohne Internet und geöffnete App auf. Auf dem Tisch sollte er möglichst frei und nahe bei den Sprechenden liegen, denn große Abstände, Lärm und durcheinanderredende Teilnehmer bleiben Fehlerquellen. Auch Telefonate lassen sich mit dem am Smartphone befestigten Rekorder erfassen. Ein kurzer Verständlichkeitstest vor wichtigen Gesprächen ist sinnvoll.
Sobald aus dem Ton verwertbarer Text werden soll, kommt die App ins Spiel. Sie übernimmt die Aufnahmen, bei größeren Dateien schneller über WLAN. Transkription, Übersetzung und KI-Auswertung benötigen eine Internetverbindung. Online kann Text bereits während des Gesprächs erscheinen; offline aufgezeichnete Gespräche werden später verarbeitet. Unterstützt werden 113 Sprachen, deren Erkennungsqualität unterschiedlich ausfällt.
Die Wartezeit bleibt häufig überschaubar. Dokumentierte Durchläufe benötigten rund 30 Sekunden für ein 17-minütiges Transkript, etwa 15 Sekunden für einen E-Mail-Entwurf und ungefähr drei Minuten für zehn Präsentationsfolien. Das sind Orientierungswerte. Dateilänge, Verbindung und Auftrag beeinflussen die Dauer, und die Übertragung kommt gegebenenfalls hinzu.
Comu Action Pro – Was nach dem Gespräch passiert
Der eigentliche Nutzen zeigt sich nach der Aufnahme. Bespricht unter anderem eine Agentur eine Kampagne mit einem Kunden, fallen Budget, Termine und Zuständigkeiten meist über das gesamte Gespräch verteilt. Comu erstellt zunächst Transkript und Zusammenfassung. Ein weiterer Auftrag bringt die Aufgaben in eine verständliche Ordnung und hält fest, wer die Bilder liefert, das Angebot prüft oder eine Entscheidung treffen muss.
Darauf lässt sich aufbauen. Aus den besprochenen Punkten entsteht eine E-Mail mit den nächsten Schritten oder eine Präsentation für die interne Abstimmung. Zielgruppe, Stil und Gliederung können angepasst werden. Fotos, Texte und hochgeladene Dokumente ergänzen den Gesprächskontext. Nach demselben Prinzip werden Interviews zu Themenübersichten und Vorlesungen zu Lernnotizen.
Praktisch ist dabei, dass die Suche mehrere Gespräche einbeziehen kann. Die Frage „Welche Punkte sind beim Kunden noch offen?“ erspart das Durchsehen einzelner Mitschriften. Aufgaben können Verantwortliche und Fälligkeiten bekommen und über die aktuelle mobile App an Apple Erinnerungen, Google Tasks oder Microsoft To Do übergeben werden. Welche Anbindungen verfügbar sind, hängt auch vom App-Stand ab.
Comu Action Pro – Qualität der Spracherkennung
Diese Möglichkeiten sind hilfreich, solange man die Ergebnisse als Arbeitsgrundlage versteht. Zeitmarken verbinden Text und Ton, während farbige Kennzeichnungen und Aufgabenlisten die Orientierung erleichtern. Die verschiedenen Bereiche für Aufnahmen, Kontakte und KI erfordern dennoch etwas Eingewöhnung. Webzugang und Desktop-Apps machen längere Texte am großen Bildschirm angenehmer zugänglich, bieten aber teilweise weniger Funktionen als die mobile App.
Bei der inhaltlichen Qualität bleiben typische Schwächen der Spracherkennung sichtbar. Eigennamen, Fachbegriffe und Zahlen können missverstanden werden. Auch deutsche Transkripte enthalten mitunter sinnverändernde Wortfehler. Die wechselhafte Sprecherzuordnung reicht zudem nicht aus, um Zitate ungeprüft einer Person zuzuordnen.

Comu Action Pro. Via MagSafe mit dem Handy fest verbunden.
ComuZusammenfassungen lesen sich häufig flüssiger als die zugrunde liegende Mitschrift. Gerade das kann Fehler jedoch verdecken. Wichtige Aussagen sollten deshalb mit der Aufnahme abgeglichen werden. Wiederholt falsch erkannte Begriffe müssen teilweise einzeln korrigiert werden, was die Nachbearbeitung unnötig verlängert.
Ähnlich fällt die Bewertung der Präsentationen aus. Struktur und Gestaltung liefern einen brauchbaren Anfang, abgeschnittene Texte oder unpassende KI-Illustrationen können aber Nacharbeit erfordern. Comu erleichtert vor allem den ersten Entwurf. Die abschließende Prüfung bleibt beim Menschen.
Comu Action Pro – Export und Datenschutz
Nach der Prüfung können die Ergebnisse das Comu-System verlassen. In der geöffneten Aufnahme führen „Teilen“ beziehungsweise „Exportieren“ zu den Ausgabeoptionen. Audio lässt sich als MP3 oder WAV speichern, Text als TXT, DOCX, PDF oder SRT-Untertitel. Präsentationen stehen als bearbeitbare PowerPoint-Dateien zur Verfügung.
Über das Teilen-Menü gelangen diese Dateien beispielsweise in E-Mail, Cloudspeicher oder andere Programme. Bei Freigabelinks kann ausgewählt werden, welche Inhalte Empfänger sehen dürfen. Wichtige Originalaufnahmen sollten zusätzlich gesichert werden.
Neben der Weitergabe verdient auch die Verarbeitung Aufmerksamkeit. Inhalte werden an Server und beauftragte KI-Dienste übertragen; die Infrastruktur liegt bei AWS in den USA. Ohne aktiviertes Cloud-Backup bleiben Tonaufnahmen auf Gerät beziehungsweise Smartphone. Die KI-Verarbeitung erfolgt trotzdem online, und erzeugte Notizen liegen in der Cloud. Ein ausgeschaltetes Audio-Backup bedeutet somit keine vollständig lokale Arbeitsweise.
Übertragung und Speicherung sind verschlüsselt. Die Datenregeln schließen KI-Training sowie die Weitergabe für Werbung aus. Aufnahmen und Notizen können gelöscht werden. Bei vertraulichen Unternehmens-, Patienten- oder Mandantengesprächen müssen dennoch die jeweiligen Datenschutzvorgaben geklärt sein. Nichtöffentliche Gespräche dürfen außerdem nicht einfach heimlich aufgezeichnet werden; vor der Aufnahme ist das Einverständnis der Beteiligten einzuholen.
Comu Action Pro – Abos und was es kostet
Ob sich das System lohnt, hängt neben diesen Rahmenbedingungen vom eigenen Arbeitsumfang ab. Der Rekorder kostet im EU-Shop aktuell 167,99 Euro im Angebot, regulär 256,99 Euro. Ein Pflichtabo gibt es nicht. Transkription und einfache Zusammenfassungen sind in allen Tarifen unbegrenzt enthalten.
Der kostenlose Starter-Tarif bietet zusätzlich 500 Agent Credits pro Monat. Eine Liveübersetzung und drei vertiefte Analysen sind monatlich ebenfalls enthalten. Für Mitschriften und einfache Gesprächszusammenfassungen kann dieser Umfang bereits genügen.
Premium kostet 19,99 Euro monatlich oder 135 Euro jährlich. Dafür gibt es monatlich 5.000 Credits, unbegrenzte Liveübersetzung und vertiefte Analysen sowie eine automatische Dateikategorisierung. Elite erweitert das Guthaben auf 40.000 Credits und kostet 44,99 Euro monatlich oder 405 Euro jährlich.
Credits sind das Verbrauchsguthaben für KI-Aufträge wie Präsentationen, Dokumente und E-Mail-Entwürfe. Auch ein bezahlter Tarif macht diese Funktionen daher nicht unbegrenzt. Zum Einstieg gibt es sieben Tage Premium zum Testen.
Comu Action Pro – Zusammenfassung
Für gelegentliche Sprachnotizen genügt daher meist das Smartphone. Wer vollständig lokale KI-Verarbeitung, fertige Ergebnisse ohne Kontrolle oder hochwertige Podcast-Aufnahmen erwartet, braucht eine andere Lösung.
Im Wettbewerb mit Plaud und reinen Smartphone-Apps zählen unbegrenzte Basistranskripte, lange Laufzeit und direkte Tastenbedienung zu Comus Stärken. Die Software bleibt stellenweise verbesserungsbedürftig. Wer bereit ist, wichtige Angaben zu prüfen, gewinnt dennoch etwas sehr Praktisches: mehr Aufmerksamkeit fürs Gespräch und weniger Arbeit bei dessen Nachbereitung.
Comu Action Pro Test-Fazit
Besonders interessant ist Comu für Journalisten, Berater, Vertriebler, Projektleiter und Studierende mit vielen Aufzeichnungen. Schon die kostenlose Verschriftlichung spart Nacharbeit. Wer regelmäßig Aufgabenlisten und Entwürfe benötigt, kann zusätzlich von den KI-Funktionen profitieren. Zum Angebotspreis ergibt sich für Vielnutzer ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
