Test Laser-Beamer
: Der AWOL Valerion Pro 2 – viel Bild fürs Geld

Mit dem Pro 2 platziert AWOL Valerion einen Beamer unter dem Top-Model Max. Was der Laser-Projektor zu leisten vermag, zeigt unser Test.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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AWOL Valerion Pro 2. Stadion-Athmosphäre daheim, doch die Sicht ist besser.

AWOL Valerion Pro 2. Stadion-Athmosphäre daheim, doch die Sicht ist besser.

AWOL Valerion
  • AWOL Valerion Pro 2: 4K-RGB-Laserprojektor mit Google TV und 3000 ISO-Lumen.
  • Starke Farben, gutes HDR mit Dolby Vision und HDR10+, natürlich wirkende Hauttöne.
  • Einfache Einrichtung mit Autofokus und Screen-Fit – fehlender Lens-Shift mindert Flexibilität.
  • Gaming-Modus mit bis zu 4 ms bei 240 Hz, 4K/120 möglich, aber ohne VRR.
  • Viele Anschlüsse inklusive eARC und Wi‑Fi 6E; Lautsprecher ok, externes Audio empfohlen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Fernsehabend löst sich zunehmend vom Fernsehprogramm. Gestreamt wird, wenn Zeit dafür ist. Zugleich streifen Projektoren ihren Ruf als dunkle, komplizierte Kästen mit teuren Ersatzlampen ab. Laserlicht, Bildautomatik und Streaming-Oberflächen machen sie wohnzimmertauglich.

Bei Tageslicht bleibt ein gutes TV‑Panel zwar überlegen; in kontrollierbarem Licht liefern Beamer jedoch Bilddiagonalen, die nicht nur große Fernseher klein aussehen lassen, sondern auch zur Konkurrenz fürs echte Kino werden.

Valerion kommt als Premium-Ableger von AWOL Vision daher und konzentriert sich auf klassische Projektoren mit Abstand zur Leinwand. Das Programm reicht von Plus- und Pro-Modellen bis zum AWOL Valerion Max. Der Pro 2 bildet den preislich noch erreichbaren Mittelpunkt dieses Heimkino-Baukastens und positioniert sich direkt unter dem Flaggschiff, bringt aber ebenfalls RGB-Laser, 4K und Google TV mit. Seine 3000 ISO-Lumen übertreffen die günstigeren Geschwister; der Max bietet noch mehr Licht, Kontrast und vertikalen Lens-Shift.

AWOL Valerion Pro 2 – drei Laser statt Verschleißlampe

Je ein Laser für Rot, Grün und Blau erzeugt satte Farben, startet schnell und soll mehr als 25.000 Stunden halten. Als Kehrseite kann auf hellen Flächen feines Laser-Speckle glitzern; empfindliche Augen sehen mitunter den DLP-typischen Regenbogeneffekt. DLP arbeitet mit winzigen Kippspiegeln. Der 0,47-Zoll-Chip verschiebt seine Pixel blitzschnell zu 3840 × 2160 Bildpunkten. Das ist kein nativer 4K-Chip, sieht aus üblichem Abstand aber nahezu so scharf aus.

Die RGB-Bauweise erspart ein klassisches Farbrad und deckt laut Hersteller 110 Prozent von Rec.2020 ab, dem besonders großen Farbraum für Ultra-HD-Inhalte. Die 3000 ISO-Lumen beruhen auf einem standardisierten Messverfahren. Gegen Sonne helfen sie dennoch nicht: Je größer das Bild, desto weniger Licht bleibt pro Fläche.

AWOL Valerion Pro 2 – Auspacken, aufstellen, losstreamen

Projektor, externes Netzteil, beleuchtete Fernbedienung und Dokumentation liegen sicher verpackt. Das 26 × 18,6 × 21,6 Zentimeter große und sieben Kilogramm schwere Metallgehäuse wirkt wie ein Designobjekt. Akku, Griff und Objektivschutz fehlen; ein Klappfuß hilft beim Neigen, ein beweglicher Stand kostet extra. Transportabel ja, reisetauglich nein.

Mit Strom und WLAN ist der Pro 2 ohne Update nach zehn bis 15 Minuten startklar. Autofokus, Trapezkorrektur, Hinderniserkennung und Screen-Fit ziehen das Bild treffsicher auf die Fläche. Dennoch sollte das Gerät zuerst mittig und rechtwinklig stehen: Digitale Korrektur kostet Pixel und Schärfe. Einen Lens-Shift, der das Objektiv verlustfrei verschiebt, besitzt der Pro 2 nicht.

AWOL Valerion Pro 2. Designwürfel mit reichlich Anschlüssen.

AWOL Valerion Pro 2. Designwürfel mit reichlich Anschlüssen.

AWOL Valerion

Anmeldung, App- und Systemupdates können die Premiere auf etwa eine halbe Stunde verlängern. Die Feinjustage sollte nach 15 Minuten Aufwärmzeit erfolgen. Dann stehen Fokus und Geometrie stabil. Für Einsteiger gilt: Möglichst viel optisch und durch korrektes Aufstellen lösen, möglichst wenig digital beschneiden.

Der motorisierte optische Zoom gleicht das teilweise aus. Mit einem Projektionsverhältnis von 0,9 bis 1,5:1 entstehen 100 Zoll aus etwa zwei bis 3,32 Metern. Möglich sind 40 bis 300 Zoll, doch 100 bis 120 Zoll bilden den sinnvollsten Kompromiss aus Licht und Schärfe. Seitlicher Versatz kostet Qualität, die Lüftung braucht Freiraum.

Der Augenschutz dimmt den Laser, sobald jemand den Lichtweg kreuzt, reagiert aber nicht immer gleich schnell und bisweilen ohne Anlass. Deckenmontage umgeht das Problem; auf einem Sideboard sollte die Linse möglichst nicht in einem Laufweg liegen.

AWOL Valerion Pro 2 – Smart-TV im Projektorgehäuse

Google TV läuft auf dem MT9618-Prozessor mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher und üppigen 128 Gigabyte Gerätespeicher flüssig. Die großen Streamingdienste starten ohne Zuspieler; Chromecast, AirPlay 2 und Miracast nehmen mobile Inhalte entgegen. Sprachbefehle funktionieren über Fernbedienung oder integrierte Mikrofone, die sich abschalten lassen. Auch Google Home, Alexa, Apple HomeKit und Control4 werden unterstützt.

Fernbedienung und Menüs sind einsteigerfreundlich, die Fülle der Optionen verlangt aber Einarbeitung. SDR, HDR, HDR10+ und Dolby Vision besitzen eigene Einstellungen. Aktuelle System- und DLP-Firmware sind wichtig, da Updates Schwarz, Tonemapping und Regenbogeneffekt spürbar verbessern.

AWOL Valerion Pro 2 – Viel Farbe, Licht und gutes Schwarz

3000 ISO-Lumen, 110 Prozent des großen Rec.-2020-Farbraums und bis zu 15.000:1 dynamischer Kontrast klingen beeindruckend. Wichtiger ist das Ergebnis: hell, enorm farbstark und dennoch natürlich. Hauttöne bleiben glaubwürdig, Rot und Grün besitzen Tiefe. Feine Stoffe, Haare und Landschaften erscheinen bis an die Ränder klar. Schärferegler und Rauschfilter sollten maßvoll bleiben, sonst wirken Konturen und Bewegung künstlich.

Die Kontrastangabe beschreibt den mit dynamischer Laserregelung erreichbaren Betrachtungskontrast, nicht den niedrigeren nativen Wert des DLP-Chips. Im Testmarathon entsteht Bildtiefe daher aus Licht, präzisen Farben und szenenweiser Laserkontrolle – nicht aus perfektem Schwarz.

HDR, also erweiterter Helligkeits- und Kontrastumfang, gelingt überzeugend. Neben HDR10 und dem für TV gedachten HLG verarbeitet der Pro 2 Dolby Vision und HDR10+. Deren dynamische Informationen passen jede Szene an die Möglichkeiten des Projektors an. Helle Wolken, Feuer und Reflexe behalten Zeichnung, ohne dunkle Partien unnötig zu verschlucken.

AWOL Valerion Pro 2. Ersetzt den Smart-TV und fast das Kino.

AWOL Valerion Pro 2. Ersetzt den Smart-TV und fast das Kino.

AWOL Vision / AI gen.

Enhanced Black Level regelt die Laserleistung und gibt Nachtaufnahmen Tiefe. Die niedrige Stufe ist der beste Kompromiss; stärkeres Eingreifen kann sichtbar pumpen. Im dunklen Wohnzimmer wirken Schatten dennoch plastisch. Filmmaker-Mode und ISF-Werkzeuge dienen der originalgetreuen Darstellung, IMAX Enhanced erkennt passend gemasterte Inhalte. Aktives 3D funktioniert mit optionalen Brillen. Regenbogenblitzer oder Laserfunkeln bleiben möglich – empfindliche Käufer sollten das ausprobieren.

Bei Restlicht bleibt Sport erkennbar, echtes Kino entsteht mit geschlossenen Vorhängen. Sonne wäscht auch 3000 Lumen aus. Der Lüfter bleibt mit rund 28 Dezibel dezent. Zwei 12-Watt-Lautsprecher liefern saubere Stimmen und etwas Bass; eine Soundbar oder AV-Anlage passt dennoch besser zum großen Bild.

Die Lautsprecher lösen sich überraschend gut vom Gehäuse und deuten eine breite Bühne an. Für Serie und Fußball reicht das. Tiefe Effekte und Ton aus Richtung Leinwand entstehen jedoch erst extern: Der Pro 2 klingt besser als viele Beamer, sein Bild spielt trotzdem in einer höheren Liga.

AWOL Valerion Pro 2 – anschlussfreudig und spieletauglich

Zwei HDMI-2.1-Eingänge, ein dritter HDMI-Port mit eARC, zweimal USB-A, LAN sowie optischer und analoger Audioausgang decken übliche Quellen ab. eARC führt Dolby Atmos oder DTS an Soundbars und AV-Receiver zurück. Drahtlos gibt es Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 – insgesamt vollständiger als bei vielen Lifestyle-Projektoren.

Gamer erhalten bei 4K/60 Hertz rund 15 Millisekunden Verzögerung, bei Full HD/120 Hertz acht und bei 240 Hertz vier Millisekunden. Die ersten beiden HDMI-Ports nehmen auch 4K/120 mit HDR entgegen, wenn der erweiterte Modus aktiviert ist. Game Bar, Fadenkreuz sowie 21:9 und 32:9 richten sich an PC‑Spieler. VRR zur Synchronisation der Bildrate fehlt allerdings.

Die PureVision-Leinwand macht den Unterschied

Mit der motorisierten AWOL Valerion PureVision Matte White entsteht ein stimmiges System. Die plane Fläche mit Gain 1,1 verteilt Licht breit, ihre schwarze Rückseite verhindert Durchscheinen. Die Beschichtung reduziert Laser-Speckle; Farben, Konturen und Weiß wirken sauberer als auf einer Wand. Per USB-Trigger fährt die Leinwand automatisch aus, der schwarze Vorlauf erleichtert die Positionierung.

Gain 1,1 bedeutet einen kleinen Helligkeitsgewinn, ohne den Blickwinkel stark einzuengen oder einen Hotspot in der Bildmitte zu erzeugen. Die Beschichtung soll rund 90 Prozent des Speckles reduzieren. Das gelingt nicht vollständig, beruhigt aber Gesichter, Himmel und gleichmäßige Flächen. Der schwarze Vorlauf ist einstellbar, der Motor bleibt unter 40 Dezibel.

Matte White schluckt kein Umgebungslicht wie eine ALR-Leinwand. Für weite Blickwinkel und natürliche Farben ist sie ausgezeichnet, für sonnige Räume weniger. Wand- oder Deckenmontage verlangen tragfähige, waagerechte Befestigungspunkte. Danach treffen 100 oder 120 Zoll stets die Bildfläche, die nach dem Film wieder verschwindet.

Für die Montage sind zwei Personen und je nach Untergrund etwa eine Stunde sinnvoll; die Kopplung per vorbereitetem USB-Trigger dauert nur Minuten. In Mietwohnungen kann eine Rahmen- oder Bodenleinwand flexibler sein.

Im Testbetrieb zahlt sich die Kombination besonders bei feinen 4K-Strukturen und hellen Flächen aus. Die Leinwand beseitigt nicht jedes Funkeln, beruhigt es aber. Wer tagsüber oft schaut, sollte statt Matte White eine ALR-Variante prüfen; für den abgedunkelten Filmabend wirkt deren stärker gerichtete Oberfläche hingegen weniger neutral.

AWOL Valerion Pro 2 – langlebig, aber nicht unsterblich

Frühere Lampenbeamer verlieren nach einigen Tausend Stunden Helligkeit und brauchen eine neue Lampe. 25.000 Laser-Stunden entsprechen bei vier Stunden täglich gut 17 Jahren. Auch Laser werden dunkler und lassen sich selten wirtschaftlich tauschen. Wahrscheinlicher altern vorher Software oder Elektronik. Die große Reserve beseitigt dennoch einen wichtigen Folgekostenpunkt.

Hinzu kommen fast sofortige Betriebsbereitschaft, keine Abkühlphase und langfristig gleichmäßigere Farben. Wartungsfrei ist das nicht: Luftwege müssen sauber bleiben, Firmware und Apps verlangen Pflege. Die Laser-Engine lässt sich anders als eine Lampe kaum wirtschaftlich ersetzen. Im Heimkino dürfte jedoch eher die übrige Elektronik altern, bevor 25.000 Stunden erreicht sind.

AWOL Valerion Pro 2 – Allrounder mit Praxisnutzen

Der AWOL Valerion Pro 2 verbindet optischen Zoom, starke Laserfarben, nahezu lückenloses HDR, flottes Google TV und sehr gute Gaming-Werte. Grenzen setzen: fehlender Lens-Shift, nicht perfektes Schwarz, mögliche DLP-Artefakte, die launische Augenschutzfunktion und der nur ordentliche Bordton.

Für regulär 2999 Euro ist die Konkurrenz hart. Hisense punktet mit Schwenkstand und kräftigerem Ton, Xgimi mit mehr Licht und Lens-Shift, BenQ mit Gaming-Erfahrung. Der hauseigene Max legt bei Schwarz und Installation nach, kostet aber deutlich mehr. Der Pro 2 hält mit breitem Farbraum, dynamischem Kontrast, vielen Anschlüssen und kompletter Streaming-Plattform dagegen. Neben der klassisch Schwarz-Chrom-Variante ist mittlerweile auch ein Corpus in Rot oder Blau wählbar.

AWOL Valerion Pro 2 Test-Fazit

Der AWOL Valerion Pro 2 zu den überzeugendsten Lifestyle-Projektoren seiner Klasse. Er erzeugt 120 Zoll und mehr, ohne dauerhaft eine schwarze Fläche im Zimmer zu hinterlassen. Mit PureVision-Leinwand ersetzt er einen Fernseher glaubwürdig, wenn Licht kontrollierbar ist und Größe mehr zählt als Nebenbei-Nutzung. Einsteiger finden schnell hinein, Heimkino-Fans genügend Reserven – beide bekommen sehr viel Bild fürs Geld.

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