Test OpenEar: Kopfhörer für Sport, Meeting und Freizeit

OpenEar-Kopfhörer. Mibro und Shokz äußerlich sehr ähnlich im Aufbau.
Shokz/noah@eyework, Mibro- Test von OpenEar-Kopfhörern zeigt ihre Vorteile für Sport und Meetings.
- OpenEar-Kopfhörer bieten Sicherheit durch offene Bauweise und verhindern Schwitzen.
- Shokz OpenFit2 und Mibro OpenEar Pro wurden getestet; beide sind leicht und komfortabel.
- Shokz hat besseren Sound und längere Akkulaufzeit, Mibro ist günstiger.
- Entscheidung hängt vom Budget ab, beide Modelle liefern gute Leistung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer für Job oder Freizeit zu Köpfhörern greift, wählt zumeist zwischen Over- oder InEar-Modellen. Letztere haben in der jüngeren Vergangenheit einen gewaltigen Schritt in Richtung Sound-Qualität gemacht und dank Adaptive Noise Cancelling in Sachen Abschottung von Außengeräuschen zu den Typen mit dichten Ohrmuscheln aufgeschlossen.
Im Schatten dieses Zweikampfes entwickelt sich aber auch eine Nische, die bewusst die Umgebung nicht außen vor lässt und irgendwie als Zwitter von oben beschriebenen Versionen daherkommt. Denn die sogenannten OpenEars sitzen, wie der Name verrät, auf und nicht in den Ohren, sehen aber auf den ersten Blick fast aus wie InEars und ähneln denen in Sachen Aufbau auch sehr.
Vor allem Outdoor-Sportler, die allein schon aus Sicherheitsgründen nicht völlig abgeschottet sein wollen, bedienen sich dieser Art Schallwandler. Zudem sorgt der typische Bügel, der hinters Ohr gelegt wird, für ein stückweit mehr Halt auch bei plötzlichen Bewegungen. Und im Gegensatz zu OverEars ist die Wahrscheinlichkeit, dass man rund um die Ohren schwitzt, allein schon wegen der wenigen Auflagepunkte äußerst gering.
Shokz gehört zu den Vorreitern der OpenAir-Technologie. Die US-Firma hat sich einst einen Namen mit den sogenannten Knochenschall-Kopfhörern gemacht, die auf ein komplett neues Übertragungskonzept setzten. Mit den OpenFit2 haben die New Yorker ein neues OpenEar-Model am Start. Gleiches gilt für Mibro aus dem Xiaomi-Universum, also vom anderen Ende der Erdkugel. Die bisher auf Smartwatches spezialisierten Chinesen bringen mit den OpenEar Pro die Ausbaustufe ihrer ersten Kopfhörer auf den Markt. Wir haben beide Modelle in (fast) allen Lebenslagen getragen und ausgiebig getestet.
OpenEars - Aufbau und Wirkungsweise
Im Aufbau ist es bei den OpenEars wie bei anderen Kopfhörern auch. Gleiches Wirkprinzip, gleiche Konstruktion. Treiber und Schallwandler befinden sich im vorderen, dicken Teil, der auf den Gehörgang locker aufgelegt wird. Die Stromversorgung, also der Akku, bildet ein Gegengewicht und wird am hinteren Ende eines flexiblen Bügels platziert, den man hinters Ohr legt. Mibro hat sich hier besonders filigran verwirklicht. Ein Hörer wiegt gerade mal 7,2 Gramm und der Bügel misst an der dünnsten Stelle nur 2,6 Millimeter. So spürt man die OpenAir Pro defacto gar nicht am Ohr, gleichwohl es mitunter fummelig ist, sie aus der länglichen Lade- und Aufbewahrungsbox zu nehmen, da sie kaum Ansatzpunkte zum Anfassen bieten.
Die Shokz sind dagegen mit 9,2 Gramm fast schon Schwergewichte, was in der Praxis allerdings nicht wirklich einen großen Unterschied ausmacht. Und, nimmt man beide Hörer genauer unter die Lupe, fällt auf, dass die OpenFit2 im Bereich der Ohrauflage, also dort, wo die gesamte Wandler-Technik verbaut ist, sowohl dicker als auch länger sind. Wenn wir uns hier auch nur im Bereich von wenigen Millimetern bewegen, so ist der Zuwachs an Volumen im Vergleich schon deutlich. Und das hat seinen Grund. Denn die Amis verbauen gleich zwei Treiber, einen für die hohen und einen für die niedrigen Frequenzen. Letzterer misst 11 mal 21 Millimeter und dürfte damit einen Großteil des Auflagekörpers belegen. Im Prinzip ähnelt die Konstruktion damit fast der von OverEars, deren Treiber oft die Größe der Ohrmuschel haben.

Mibro OpenEar Pro. Ultra leicht, mit ausgewogenem Klang.
MibroAber auch der Haupt-Schallwandler des OpenEar Pro kann sich durchaus sehen lassen. Mit 20 mal 8 Millimetern nimmt er ebenso die volle Grundfläche der Höhreinheit ein. Dazu verbauen die Asiaten gleich drei magnetische Treiber und erzeugen so die größte Amplitude für Kopfhörer dieser Größe. Neben den reinen Metallgittern, hinter denen die Lautsprecher werkeln, finden sich jeweils oben und unten bei beiden Geräten weitere, hinten denen sich die Mikrofone verstecken. Die OpenFit2 weisen zudem noch je einen physischen Knopf an der Oberseite auf.
OpenFit2 und OpenAir Pro - Besser mit App
Wie üblich bieten die Hersteller zur besseren Nutzung ihrer Kopfhörer und für die Individualisierung des Sounds eine App an. Mibro macht es sich da ein wenig einfach und hat in die bestehende Mibro-Fit einfach eine Unterseite für die OpenAir Pro eingerichtet. Entsprechend spartanisch kommt die Applikation daher, die stets mit der Ansicht der Gesundheitsdaten startet, auch wenn kein dafür notwendiges Gadget installiert ist. Um so erstaunlicher, dass der mittlerweile obligatorische Equalizer neunstufig die Frequenzen zwischen 63 Hz und 16 kHz einstellen lässt. Positiv auch, dass nicht im oberen und unteren Bereich Daten angegeben sind, die so ein Kopfhörer gar nicht leisten kann. Ebenfalls intuitiv und übersichtlich gestaltet die Möglichkeit, die Touchbedienung zu individualisieren - halbwegs zumindest. Last but not least wird die Funktion „Kopfhörer finden“ geboten. Ein durchaus sinnvolles Feature.
Shokz dagegen lässt bei der App die ganze Erfahrung in Sachen Kopfhörer erkennen. Übersichtlich, gut gegliedert und mit Schnellzugriffen für häufig verwendete Features gefällt die Anwendung durchweg. Auch hier gibt es einen Equalizer, der in fünf Stufen zwischen 80 Hz und 12 kHz Einstellungen erlaubt. Sehr realistisch. Darüber hinaus werden Pre-Sets für Gespräch, Bässe, Höhen und Standard geboten. Und auch die Belegungen der Touch-Elemente sowie des physischen Knopfes wird über die App vorgenommen. Ebenso kann man die OpenFit2 bei Bedarf per App suchen.

Shokz OpenFit 2. Für Workout und Meeting gleichermaßen geeignet.
ShokzBeiden Anwendungen ist gleich, dass ein Konto und damit die Preisgabe von einigen persönlichen Daten erforderlich ist. Shokz ummäntelt das ein wenig, indem man bei der Erstanmeldung zugleich die Garantie für die Hörer freischaltet. Mibro verlangt ein Konto einfach nur.
Shokz und Mibro OpenEar - Tragegefühl und Sound
Hautfreundliches, weiches flüssiges Silikon, ultraflexible Bügel und ein Gewicht, teils deutlich unter zehn Gramm, das Tragegefühl bei beiden Hörern ist extrem angenehm. Nicht nur, dass man, anders als bei der In- bzw. OverEar-Konkurrenz selbst nach Stunden kein Druckgefühl verspürt, mitunter vergisst man gar, dass die Schallwandler noch am Ohr sitzen. Das ist wirklich perfekt. Auf Grund der weichen und eher längeren Bügel und deren geringem Durchmesser ist allerdings das Handling bei der Entnahme aus der Box und beim Aufsetzen gewöhnungsbedürftig. Vor allem beim Mibro kommt man fast nicht umhin, die Touch-Flächen zu berühren, was regelmäßig mit Pieptönen quittiert wird. Wirklich Fehlbedienung haben wir in Folge allerdings nicht festgestellt.
In Sachen Sound bieten beide Modelle, wie beschrieben, die Möglichkeit, via Equalizer Tiefen, Mitten und Höhen im bereitgestellten Frequenzband dem eigenen Gusto anzupassen. Das hängt auch immer ein wenig vom Musikgeschmack bzw. dem Einsatzgebiet an. Um so besser, dass die persönlichen Einstellungen abgespeichert werden können. Gut auch, dass es ein Preset Gespräch bzw. Stimme gibt, denn die Anforderungen an ein Meeting bzw. Telefonat sind eben doch andere als an die Musikbeschallung beim Workout oder der Radrunde. In Sachen Sprachqualität erweisen sich sowohl der Mibro als auch der Shokz als hervorragende Wahl. Die Wiedergabe ist natürlich, gut verständlich und fast frei von Nebengeräuschen. Das Openair-Layout ermöglicht dazu, dass man seine eigene Stimme gut wahrnimmt. Ein Mic-Monitoring wie bei Over- oder InEar-Geräten ist nicht notwendig. Dennoch setzt man bei den OpenEar Pro sogar noch auf ein Noise Cancelling, um Nebengräusche zu dämpfen. Die OpenFit 2 nutzen gar KI, um die Stimmen bei Gesprächen besonders zu Geltung zu bringen.

OpenFit 2 vs. OpenEar Pro. Wirkliche Designunterschiede nur bei der Aufbewahrungs- und Ladebox.
Shokz/MibroBei der Hauptaufgabe, Musik wiederzugeben, leisten beide Hörer entsprechend ihrer Möglichkeiten wirklich sehr gute Arbeit. Es ist daher keine Schande, dass die Mibro, die weniger als die Hälfte der Shokz kosten, neutral beim Sound betrachtet, nicht ganz mithalten können. Am Ende sind es Bass und Raumvolumen, bei denen die OpenFit 2 dank ihrer Treiber die Nase vorn haben. Sie werden nicht nur lauter, sondern auch intensiver. Da stoßen die OpenEar Pro irgendwann an ihre Grenzen. Aber wie gesagt, im Rahmen der Möglichkeiten beide sehr souverän.
OpenFit 2 vs. OpenEar Pro - Akku, Bedienung, Features
Die etwas voluminösere Bauart der OpenFit 2 schlägt sich auch bei der Energieversorgung nieder. Elf Stunden kommen sie mit einer Ladung aus, bei den OpenEar Pro sind es immer noch sieben. 48 Stunden Beschallung insgesamt liefern die Shokz-Hörer inklusive Chargingcase, bei Mibro sind es 30. Und last but not least ist man beim Schnellladen gleichauf: hier zehn Minuten für zwei Stunden, da fünf für eine.
Beide OpenEars sind zudem Multipoint fähig. Sie können also mit zwei Geräten gleichzeitig gekoppelt werden, was vor allem bei der Kombi Computer-Handy sinnvoll ist. Wenn dann das Telefon klingelt, kann man wählen, ob angenommen wird. Dann schalten die Hörer vom PC auf das Handy um. Klappte gut, nicht immer beim ersten Mal, aber insgesamt zuverlässig.
Und auch an der Bedienung per Touch-Eingabe sowie dem haptischen Knopf bei den OpenFit 2 gibt es nichts zu meckern. Sicher, man muss sich die Funktionen - bis zu drei Mal auf einer Seite tippen - merken, aber in der Praxis ohne Probleme. Und nicht zuletzt widerstehen beide Schweiß und Staub, sind also uneingeschränkt für den Außeneinsatz tauglich.
OpenEars - Zusammenfassung und Vergleich
Am Ende des Tages ist es wie so oft: Das teurere Modell - die Shokz OpenFit 2 für etwa 170 Euro - bieten insgesamt das bessere, weil umfassendere Paket. Sound, Laufzeit, Bedienung, App sind immer um einen Tick besser. Doch nicht um so viel, wie die Mibro OpenEar Pro - für knapp 60 Euro - billiger sind. Denn die gebotenen Leistungen sind ebenfalls aller Ehren Wert, um so mehr für den geforderten Preis. Wer also nicht so viel ausgeben will und bereit ist, dafür einige kleine Abstriche zu machen, bekommt ebenfalls richtig gut was auf die Ohren. Im Vergleich zu den OpenRock, die wir vor zwei Jahren testeten, hat die Entwicklung in Sachen Größe, Komfort und Sound einen gewaltigen Schritt gemacht.
OpenFit 2 vs. OpenEar Pro - Test-Fazit
Um es kurz zu machen: Die OpenFit 2 sind der Sieger unseres Tests, die OpenEar Pro gehen erhobenen Hauptes als Preis-Leistungs-Gewinner aus dem Rennen. Beide OpenEars überzeugen im Rahem ihrer Preis-Range mit klasse Sound, sehr guten Stimmen, einfacher und intuitiver Bedienung, wirklich angenehmen Tragegefühl und langer Laufzeit. Die Entscheidung fällt daher nur für und nicht gegen eines der Modelle und hängt schlussendlich vom verfügbaren Budget ab.

