Test Tennis-Roboter
: Pace S Pro – der Tennispartner, der nie absagt

Im Test: Pongbot bringt mit dem Pace S Pro einen Tennis-Roboter, der weit mehr als nur ein Zuspieler ist.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Pongbot Pace S Pro. Nahezu perfekter Trainingspartner auf dem Tennisplatz.

Pongbot Pace S Pro. Nahezu perfekter Trainingspartner auf dem Tennisplatz.

Pongbot / moz
  • Tennisroboter Pace S Pro von Pongbot: smarter Trainingspartner mit App und Trackern.
  • Stärken: viele Drills, Spin- und Tempo-Optionen, volle Platzabdeckung, Akkubetrieb bis zu acht Stunden.
  • Schwächen: App wenig intuitiv, teils ungenaue Ballplatzierung, Fernbedienung schlecht lesbar.
  • Smart-Funktionen wie Recovery-Trigger und Adaptive Rally erhöhen Trainingsnutzen, wenn Basis passt.
  • Preis-Leistung: teurer als einfache Geräte, lohnt für regelmäßiges, strukturiertes Solo- und Trainertraining.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es gibt im Tennis diese schöne, leicht trostlose Solo-Variante: gegen die Wand spielen. Die Wand ist zuverlässig, unermüdlich und urteilt nicht. Sie spielt allerdings auch nie kurz, nie lang, nie mit Topspin, nie in die Rückhandecke und schon gar nicht so, wie es ein Gegner täte. Genau hier beginnen Sinn und Unsinn einer Tennis-Ballmaschine. Sie ersetzt keinen Trainer, keinen Matchpartner und keine taktische Erfahrung. Aber sie nimmt eine der größten Alltagshürden aus dem Spiel: Man kann trainieren, wenn gerade niemand Zeit hat.

Dass solche Geräte inzwischen mehr sein wollen als Ballkanonen auf Rädern, passt zum Wandel im Freizeitsport. Sensorik, App-Steuerung, Trainingsdaten und Robotik halten längst nicht mehr nur im Leistungssport Einzug. Was beim Golf der Launch-Monitor und beim Radsport der Smart-Trainer ist, wird im Tennis zur intelligenten Ballmaschine. Der Pongbot Pace S Pro gehört genau in diese neue Kategorie: ein Akku-Gerät mit App, Fernbedienung, Trackern, Trainingsbibliothek und dem Anspruch, nicht nur Bälle auszuwerfen, sondern Training zu strukturieren.

Pongbot wurde 2019 gegründet und kam zunächst aus dem Tischtennisbereich. Mit der Pace-S-Serie hat das Unternehmen den Schritt auf den Tennisplatz gemacht und versucht, klassische Ballmaschinen mit smarter Trainingslogik zu verbinden.

Lieferung und Aufbau: schwer, aber nicht kompliziert

Der Pace S Pro kommt nicht als einzelnes Gerät, sondern als System. Zur Maschine gehören Akku, Ladegerät, Fernbedienung, zwei P-Station-S-Tracker für das Netz und ein P-Tag-S-Tracker für den Spieler. Dazu kommt die Pongbot-App, ohne die der volle Funktionsumfang kaum sinnvoll nutzbar ist. Die Maschine selbst fasst bis zu 150 Bälle, wiegt rund 22 Kilogramm und ist damit klar transportabel, aber nicht leicht.

Der Aufbau ist mechanisch kein Hexenwerk. Akku einsetzen, Ballkorb beziehungsweise Hopper aufrichten, Gerät aufstellen, einschalten, App verbinden, Bälle einfüllen. Wer schon einmal eine Ballmaschine genutzt hat, findet sich grundsätzlich zurecht. Wer allerdings erwartet, dass man die Robo auf den Platz rollt, zwei Knöpfe drückt und sofort perfekt programmierte Übungen spielt, wird ausgebremst. Der Pace S Pro ist eher ein Trainingscomputer mit Ballausgabe als ein simpler Launcher.

Im Praxiseinsatz zeigt sich schnell: Der Akkubetrieb ist ein klarer Pluspunkt. Die Maschine läuft unabhängig von Steckdosen, was gerade auf Außenplätzen enorm praktisch ist. Beim Transport wirkt das Gerät dagegen weniger komfortabel. Es lässt sich zwar rollen, doch Gewicht und Bauform machen es etwas sperrig. Dazu kommt ein Detail, das im Alltag stärker auffällt als im Datenblatt: Der ausziehbare Griff ist recht kurz. Für kleinere Spieler passt das noch, größere müssen sich beim Ziehen deutlich nach unten beugen.

Pongbot Pace S Pro. Dank Akku bis zu acht Stunden Spielzeit ohne Netzanschluss.

Pongbot Pace S Pro. Dank Akku bis zu acht Stunden Spielzeit ohne Netzanschluss.

Pongbot

Ersteinrichtung: App statt Bluetooth-Menü

Die Einrichtung zeigt die Stärken und Schwächen des Konzepts. Der Pace S Pro verbindet sich per Bluetooth, allerdings nicht unbedingt so, wie es viele erwarten. In der Praxis taucht die Maschine nicht direkt in der normalen Bluetooth-Suche auf. Die Verbindung gelingt erst zuverlässig über die App selbst. Technisch ist das kein Problem, wirkt aber zunächst ungewohnt. Wer sich nicht mit App-Logik beschäftigen möchte, stolpert hier schnell.

Die Fernbedienung hilft, ersetzt die App aber nicht vollständig. Für einfache Start-, Stopp- und Anpassungsfunktionen ist sie nützlich, die eigentliche Stärke des Pace S Pro liegt jedoch in der App mit ihren Drills, Trainingsprogrammen und Detailparametern. Genau hier wird aus dem smarten Anspruch ein zweischneidiges Schwert.

Die App ist leistungsfähig, aber nicht besonders intuitiv. Sprache und Bedienlogik sind nicht optimal auf den deutschen Markt abgestimmt. Englisch und Chinesisch funktionieren technisch, sind aber nicht für jeden ideal. Das englische Handbuch wirkt stellenweise holprig übersetzt, manche Beschreibungen bleiben unklar. Wer gerne tüftelt, findet sich ein. Wer einfach Vorhand, Rückhand, Volley und Smash trainieren möchte, wünscht sich direktere Wege: Programm erstellen, Ballrichtung wählen, Tempo einstellen, Höhe anpassen, speichern, loslegen.

Technik: Viel Leistung, viel Einstellungsspielraum

Die technischen Eckdaten sind stark. Der Pace S Pro erreicht laut Hersteller bis zu 80 mph, also etwa 130 km/h, bietet Spin bis 60 Umdrehungen pro Sekunde, Ballintervalle von 1,5 bis 12 Sekunden, eine Akkulaufzeit von bis zu acht Stunden und volle Platzabdeckung. Topspin, Slice beziehungsweise Unterschnitt und flache Bälle können eingestellt werden. Auch Lobs, kurze Bälle, Grundliniendrills, Netzspiel, Volley- und Smash-Situationen sind möglich.

Die App bietet eine große Trainingsbibliothek mit mehreren hundert voreingestellten Übungen sowie eigenen Custom Drills. In diesen eigenen Sequenzen lassen sich Ballhöhe, Richtung, Tempo, Spin und Abfolge festlegen. Genau das macht den Reiz aus: Der Pace S Pro kann nicht nur monoton rechts-links spielen, sondern Schlagmuster simulieren. Vorhand cross, Rückhand longline, kurzer Ball, Vorwärtsbewegung, Volley, Lob – solche Abläufe lassen sich grundsätzlich programmieren.

Pongbot Pace S Pro. Kapazität für 130 Bälle.

Pongbot Pace S Pro. Kapazität für 150 Bälle.

Pongbot

Doch Papierform und Platzwirklichkeit stimmen nicht immer überein. In der Praxis wirken die Einstellungen teilweise ungenau. Bälle landen nicht immer exakt dort, wo sie laut App programmiert sind: mal zu lang, mal zu kurz, mal etwas zu weit links oder rechts, auffällig oft auch zu hoch. Wird beispielsweise eine Netzhöhe von einem Meter eingestellt, fliegt der Ball mitunter deutlich höher. Auch bei seitlicher Platzierung kommt es vor, dass ein Ball näher an der Mitte landet als vorgesehen. Das ist kein Totalausfall, verlangt aber Nachjustieren. Der Pace S Pro kann präzise Trainingsformen liefern, braucht dafür jedoch etwas Geduld bei der Feinabstimmung.

Programmierung: Stark für Tüftler, anstrengend für Pragmatiker

Die größte Stärke des Pace S Pro ist zugleich seine größte Hürde. Wer Training gezielt plant, einzelne Schlagbilder wiederholen möchte und sich mit Parametern beschäftigt, bekommt ein sehr flexibles Werkzeug. Geschwindigkeit, Spin, Flugkurve, Platzierung und Rhythmus lassen sich so kombinieren, dass echte Trainingsblöcke entstehen. Gerade für fortgeschrittene Spieler ist das ein großer Vorteil, weil Wiederholung hier nicht monoton wird, sondern gezielt gesteuert werden kann.

Für weniger technikaffine Nutzer kann diese Tiefe allerdings schnell anstrengend werden. Neue Drills müssen oft mehrfach angepasst werden, bis sie wirklich passen. Der Weg zur idealen Übung dauert länger als erwartet. Das fällt besonders ins Gewicht, wenn die Trainingszeit begrenzt ist oder mehrere Spieler auf dem Platz stehen. Statt direkt loszulegen, wird zunächst am Smartphone gearbeitet: Werte ändern, starten, beobachten, stoppen, korrigieren – und wieder von vorn.

Das Gesamtbild bleibt deshalb gemischt: Der Pace S Pro bietet viel, führt aber nicht immer intuitiv durch die Funktionen. Eine stärker auf Training statt auf Technikmenüs ausgerichtete App wäre ein klarer Fortschritt. Eine deutsche Oberfläche, verständlichere Erklärungen und einfachere Schnellprogramme für Standardübungen würden den Einstieg deutlich erleichtern.

Fernbedienung, Tracker, Smart-Funktionen: gute Idee mit Potenzial

Die Pro-Version unterscheidet sich vor allem durch ihre Tracker und Smart-Funktionen. Zwei Sensoren werden am Netz platziert, ein weiterer sitzt am Spieler. Damit kann die Maschine Bewegungen erfassen und bestimmte Modi dynamischer steuern. Besonders sinnvoll ist die Idee des Recovery-Triggers: Der nächste Ball kommt erst, wenn wieder eine definierte Ausgangsposition erreicht ist. Das bringt Struktur ins Training und verhindert, dass die Maschine einfach weiterfeuert, während man noch aus der letzten Ecke zurückläuft.

Auch Adaptive Rally, Match Challenge und bewegungsbasierte Trainingsformen zeigen, wohin die Entwicklung geht. Die Maschine passt Belastung und Rhythmus besser an als einfache Geräte und kommt damit dem Gefühl eines echten Trainingspartners näher. Sie wartet, fordert, variiert und zwingt zu aktiver Beinarbeit.

Im Alltag zeigt sich jedoch: Diese smarten Funktionen entfalten ihren Reiz erst dann voll, wenn die Basis stimmt. Wenn App, Bedienung und Zielgenauigkeit noch Aufmerksamkeit verlangen, rücken die Zusatzfeatures zunächst in den Hintergrund. Gleichzeitig entsteht ein praktischer Wunsch: eine einfache Möglichkeit, Programme direkt am Körper zu starten oder zu pausieren. Denn das Smartphone liegt oft auf der Bank, und jeder Gang dorthin unterbricht den Trainingsfluss.

Die Fernbedienung ist deshalb wichtiger, als es zunächst scheint. Auf dem Platz möchte niemand ständig zum Smartphone laufen. Start, Pause und kleine Anpassungen sollten schnell erreichbar sein. Der Pace S Pro bringt eine Fernbedienung mit, doch sie überzeugt nicht vollständig. Das Display ist klein, die Schrift schwer lesbar, besonders bei Sonnenlicht. Eine klarere Darstellung mit besserem Kontrast würde hier viel ausmachen. Gerade draußen entscheidet die Lesbarkeit darüber, ob die Fernbedienung wirklich hilft oder eher zur Nebensache wird.

Trainingserlebnis: Macht richtig Spaß, wenn's läuft

Trotz aller Kritik bleibt der entscheidende Punkt: Das Training mit dem Pace S Pro macht Spaß. Wenn die Einstellungen passen, entsteht ein intensives und abwechslungsreiches Training. Vorhand, Rückhand, Volley und Smash lassen sich gezielt üben, die Wiederholungen kommen zuverlässig, und die Belastung lässt sich gut steuern. Die Maschine wird nicht müde und liefert konstant Bälle – ein klarer Vorteil gegenüber spontanen Trainingspartnern.

Pongbot Pace S Pro. Kein Leichtgewicht, aber dank Rollen gut zu transportieren.

Pongbot Pace S Pro. Kein Leichtgewicht, aber dank Rollen gut zu transportieren.

Pongbot

Der Roboter kann dabei vieles simulieren: Tempo, Drall, Höhe, Länge, Richtung und Rhythmus. Er erzeugt Druck, zwingt zu Bewegung und macht Fehler sichtbar. Was er nicht ersetzt, ist der menschliche Gegner. Taktisches Verhalten, spontane Anpassungen oder technisches Feedback bleiben außen vor. Die Maschine liefert die Bälle – die Analyse muss weiterhin vom Spieler oder Trainer kommen.

Pace S Pro – Markt und Preis-Leistung

Preislich steht der Pongbot Pace S Pro im oberen Mittelfeld. Er ist mit knapp 1300 Euro deutlich teurer als einfache Launcher wie der Slinger Bag, bietet dafür aber erheblich mehr Programmierung, Leistung und Smart-Funktionen. Gegenüber klassischen Premium-Ballmaschinen von Spinshot, Spinfire, Lobster oder Hydrogen Proton positioniert er sich als moderner, app- und sensorgetriebener Trainingspartner.

Damit ist der Pace S Pro kein Schnäppchen, aber auch kein überzogener Luxusartikel. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hängt stark vom Nutzertyp ab. Wer nur gelegentlich ein paar Bälle schlagen möchte, braucht dieses System nicht. Wer regelmäßig allein trainiert, gezielt an Schlagmustern arbeitet oder als Trainer Übungen vorbereitet, bekommt viel Gegenwert. Besonders sinnvoll ist das Gerät dort, wo ausreichend Zeit und Platz vorhanden sind: im Verein, auf Trainingsanlagen oder auf ruhigen Außenplätzen. Weniger geeignet ist es für kurze Hallenslots oder Situationen, in denen Aufbau und Feinjustierung zu viel Zeit kosten.

Zusammenfassung: Begeisterung mit Luft nach oben

Der Pongbot Pace S Pro gehört zu den spannendsten Ballmaschinen seiner Klasse, ist aber kein reines Plug-and-play-Gerät. Hardware, Akku, Trainingsvielfalt und Konzept überzeugen. Die Maschine kann fordern, strukturieren und aus Solotraining eine ernsthafte Einheit machen. Sie ist leistungsstark, vielseitig und deutlich moderner als klassische Ballmaschinen.

Gleichzeitig zeigen sich klare Schwächen. Die App braucht eine bessere Lokalisierung, verständlichere Bedienung und präzisere Umsetzung der Einstellungen. Die Ballplatzierung sollte zuverlässiger mit den gewählten Parametern übereinstimmen. Auch die Fernbedienung könnte im Hinblick auf Lesbarkeit nachbessern, und eine einfache Steuerung direkt am Körper wäre im Trainingsalltag hilfreich. Beim Transport bleibt das Gerät aufgrund von Gewicht und Griffhöhe nur bedingt komfortabel.

Pongbot Pace S Pro Test-Fazit

Für technikaffine Tennisspieler, ambitionierte Freizeitspieler und Trainer ist der Pace S Pro eine interessante Option. Für Einsteiger kann er sinnvoll sein, wenn Unterstützung bei der Einrichtung vorhanden ist. Wer maximale Einfachheit sucht, wird sich dagegen schwerer tun. Am Ende bleibt ein Gerät mit kleinen Schwächen, aber großem Trainingspotenzial – und genau das sorgt dafür, dass die Begeisterung auf dem Platz schnell überwiegt.

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