Noch immer stiegen am Montagvormittag Rauchschwaden aus der schwarzen Masse auf, die von dem Reifenlager in Metzdorf übrig geblieben ist. Das Feuer war unter Kontrolle, konnte jedoch nicht gelöscht werden. Mit Schaum versuchten daher 52 Feuerwehrleute aus dem Amt Barnim-Oderbruch, Wriezen und Bad Freienwalde den Glutnestern den Sauerstoff zu entziehen. Sie sprühten Schaum von der Drehleiter der Feuerwehr Wriezen und von einem Tanklöschfahrzeug auf die Reifenreste. Die Feuerwehr ging davon aus, dass der Einsatz noch bis zum Nachmittag andauern wird. Verletzt wurde niemand.

Alarm in der Nacht ausgelöst

Der Alarm war um 1.30 Uhr ausgelöst worden. „Als wir Metzdorf erreichten, stand das ganze Reifenlager in Flammen“, berichtete Henri Mandke, Amtsbrandmeister des Amtes Barnim-Oderbruch, der in der in der Nacht den Einsatz geleitet hatte. Wegen des dichten Qualms waren die Einwohner von Metzdorf, Bliesdorf und Neuhardenberg aufgerufen worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten.
In den frühen Morgenstunden übernahm Mandkes Stellvertreter Mario Strehmann die Verantwortung. Die ersten am Brandort seien die Feuerwehren Bliesdorf, Kunersdorf, Neutrebbin, Alttrebbin und Wriezen mit der Drehleiter gewesen, so der Amtsbrandmeister. Die Bad Freienwalder Feuerwehr rückte mit dem Einsatzleitwagen an, von dem die Feuerwehrleute erfasst und der Einsatz koordiniert wird. Die Feuerwehr Altreetz sei nachgeordert worden, erklärte Mandke. Die ganze Nacht über seien die Flammen mit Wasser bekämpft worden. Die Versorgung durch mehrere Flachspiegelbrunnen habe gut geklappt, so der Amtsbrandmeister.

Ursache für Brand auf Zimmerei-Gelände ist ungeklärt

Das Reifenlager befindet sich auf dem Gelände einer Zimmerei am südlichen Rand von Metzdorf. Die Brandursache ist ungeklärt. Mathias Weiß und seine Frau, der das Gelände gehört, können sich keinen Reim darauf machen, wie der Brand entstanden ist. „Wir sind von der Polizei informiert worden“, sagte Weiß. Das Ehepaar, das in Altfriedland wohnt, kaufte 2010 die Zimmerei mit mehreren Gebäuden. Das Areal, auf dem die Reifen lagern, sei Bestandteil des Grundstücks. Dort sei vorher ein Reifenservice mit Altreifenentsorgung gewesen. Der Firmenchef habe sich irgendwann aus dem Staub gemacht und das Lager sich selbst überlassen.

Abfallbehörde wollte Entsorgung der Reifen

„Wir hatten die Auflage der Abfallbehörde, das Lager zu räumen“, sagte Weiß. Er habe auch schrittweise bereits Reifen abgefahren. Es handele sich jedoch um große Teile von Radladern, Lkw und Traktoren. Die Entsorgung koste pro Stück 15 bis 20 Euro. Auch die Abfallbehörde habe eingesehen, dass eine komplette Räumung zu teuer sei. Wie viele Reifen dort lagerten konnte Weiß nicht sagen. „Ich weiß nicht einmal, wie groß das Grundstück ist“, ergänzte er.

Erst Einbrecher, nun das Feuer

Wie es nun weitergeht, ist noch unklar. Mathias Weiß betreibt auf dem Gelände eine Zimmerei und Sägewerk, seine Frau einen Holzhandel. Das Ehepaar Weiß hat schon mehrere Schicksalsschläge mit dem Betrieb erlitten. 2014 räumten Einbrecher das Holzlager aus und verursachten 30.000 Euro Schaden. Im Februar 2019 bauten Diebe sämtliche Schlösser ab, der Schaden betrug diesmal 10.000 Euro.

Feuerwehr Bad Freienwalde hat bereits auf dem Gelände geübt

Das Feuer vernichtete nicht nur die Reifen, sondern unter anderem einen Seitenstapler, Förderbänder, einen Maurerkran und einen alten Bauwagen, den Weiß wieder herrichten wollte. „Ich hoffe, dass sie wenigstens diesmal einen kriegen“, sagte Mathias Weiß.
Die Feuerwehr hatte im vergangenen Jahr eine große Übung in der Metzdorfer Zimmerei. „Wir wussten daher, wo die Brunnen sind und wie die Fahrzeuge positioniert werden mussten“, so Henry Boche von der Bad Freienwalder Feuerwehr.