Hund in Schwedt
: Angebunden zurückgelassen – Rätsel um Hündin Piper gelöst?

Sie wurde aus Marokko eingeführt, weitergereicht und einfach ausgesetzt: Hündin Piper.  Tierschützer in Schwedt befürchten, dass Konsequenzen ausbleiben. Denn es gibt eine Vermutung.
Von
Oliver Voigt
Schwedt
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Mischlingshündin Piper hat sich schon in den ersten Tagen im Tierheim als liebenswerte Hündin erwiesen.

Mischlingshündin Piper hat sich schon in den ersten Tagen im Tierheim Schwedt als liebenswerte Hündin erwiesen.

Oliver Voigt
  • Hund Piper wurde panisch an einem Baum vor einem Tierheim in Schwedt angebunden.
  • Die Mischlingshündin stammt aus Marokko und wurde illegal nach Deutschland gebracht.
  • Eine junge Frau, bereits wegen Betrug vorbelastet, ist in den Fall verwickelt.
  • Tierschützer hoffen auf Konsequenzen, bisher gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.
  • Piper sucht eine Pflegestelle, ein interessierter Bewerber ist vorhanden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Leider hat sich immer noch keine Pflegestelle für die Mischlingshündin Piper gefunden. Das laut Chip aus Marokko stammende Tier wurde am 8. Mai 2025 panisch an einem Baum im Park vor dem örtlichen Tierheim angebunden aufgefunden. Ursprünglich sollte Piper in Deutschland wohl eine neue Chance erhalten, doch sie wurde ersten Erkenntnissen nach mehrfach weitergereicht und letztlich ausgesetzt.

Eine junge Frau, die bereits wegen Betrugs im Zusammenhang mit einem anderen Hund vorbelastet ist, war auch in diesen Vorfall verwickelt. Die Tierschützer entdeckten Piper dank eines anonymen Hinweises und brachten sie ins Tierheim. Nach ersten eigenen Recherchen erstatteten sie Anzeige bei der Polizei, dem Veterinäramt und dem Ordnungsdienst der Stadt Schwedt/Oder.

Veterinäramt und Polizei in Schwedt untersuchen Vorfälle

Viel Hoffnung, dass die junge Frau endlich Konsequenzen aufgezeigt bekommt, haben die Tierschützer dennoch nicht. Denn offensichtlich wurde sie schon für den vorherigen Fall nicht zur Rechenschaft gezogen. Laut Veterinäramt war „der beschuldigten Person ein Tierschutzverstoß bisher nicht zweifelsfrei zuzuordnen“, heißt es auf Nachfrage dieses Nachrichtenportals.

Zum aktuellen Fall bestätigt die Pressestelle des Landkreises Uckermark nur: „Der Vorfall ist dem Veterinäramt am 12.05.2025 zur Kenntnis gegeben worden. In der Folge wird es zur Anhörung der beschuldigten Person zum Sachverhalt kommen.“ Das Amt arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um die vorliegenden Verstöße angemessen zu ahnden.

Konkret auf ein mögliches Hundehalteverbot für die junge Frau befragt, beruft sich das Veterinäramt erneut auf die fehlenden gesicherten Erkenntnisse über tierschutzrechtliche Verstöße. „Diese können ggf. erst im laufenden Ermittlungsverfahren ermittelt werden. Sollten die im Raum stehenden Vorwürfe sich als wahrheitsgemäß erweisen, wird über die angemessenen Maßnahmen entschieden.“

Gesetzliche Grundlagen für Tierhalteverbot

Nach dem Tierschutzgesetz gilt das Aussetzen oder Zurücklassen eines Tieres als Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbuße bestraft werden kann. Ein Tierhaltungsverbot kann demjenigen, der den von ihm gehaltenen oder betreuten Tieren erhebliche oder länger anhaltende Schmerzen oder Leiden oder erhebliche Schäden zugefügt hat, auferlegt werden, erklärt das Veterinäramt.

Für die Tierschützer in Schwedt eine eher unzureichende Antwort. Denn offensichtlich wird auch der Betrug im vorhergehenden Fall nicht geahndet. Schließlich habe die junge Frau wissentlich bei der Unterschrift der Fundtieranzeige für die Schäferhündin gelogen und falsche Angaben gemacht, als sie versicherte, den Hund nicht zu kennen, obgleich sie selbst die Besitzerin war.

Und auch wenn das von ihnen geforderte Tierhaltungsverbot für die junge Frau verhängt werden würde, ließe sich die Einhaltung nur durch das Veterinäramt kontrollieren, da die Maßnahme nicht öffentlich bekannt gemacht werde. „Wir würden uns wünschen, dass zumindest alle Tierheime und Tiere vermittelnde Institutionen eine entsprechende Liste mit diesen Personen bekommen, damit zumindest auch von dort schon einmal eine Abgabe ausgeschlossen werden kann“, so eine Mitarbeiterin des Tierheims.

Im aktuellen Fall von Piper setzen sich die Tierschützer weiter für eine Pflegestelle ein. Die Aussichten sind nicht schlecht, gibt es aktuell zumindest einen vielversprechenden Interessenten. Auch wenn noch einige Fragen offen sind, bleibe die Herkunft der Mischlingshündin unumstritten, der Chip weise Marokko aus, so Ursula Wyrembek. Doch es bleibe ein Rätsel, wie Piper nach Deutschland gekommen ist.

Hund Piper offensichtlich illegal nach Deutschland gebracht

Die mittlerweile vorliegenden Dokumente, wie der Impfausweis, lassen typische Nachweise einer offiziellen Einfuhr vermissen. Es gibt keinerlei Zoll oder Quarantänenachweise. Lediglich ein Papier, auf dem nur der Vorname einer Frau als Empfänger vermerkt ist. „Wir müssen also davon ausgehen, dass Piper illegal nach Deutschland gekommen ist“, so die Leiterin des Schwedter Tierheims.

Auch dem Veterinäramt liegt noch keine Erkenntnis vor, ob eine Tierschutzorganisation Piper ursprünglich nach Deutschland vermittelt hat. Sollte eine Organisation ermittelt werden können, werde diese kontaktiert.

Die illegale Einfuhr eines Hundes kann in Deutschland mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.