Hund in Schwedt: Tierquälerei – Hündin Piper an Baum gebunden und zurückgelassen

Mischlingshündin Piper wurde im Park vor dem Tierheim Schwedt an einem Baum gebunden ausgesetzt. Die Auffindesituation haben die Tierschützer für das Foto nachgestellt.
Jasmin Rohde- Mischlingshund Piper aus Marokko wurde in Schwedt an einen Baum gebunden und ausgesetzt.
- Die Hündin wechselte mehrfach den Besitzer, bevor sie panisch im Park gefunden wurde.
- Die vermeintliche Besitzerin ist bereits wegen Betrugs angezeigt, da sie zuvor einen anderen Hund im Tierheim abgab.
- Die Tierschützer in Schwedt sind informiert und haben Anzeige erstattet.
- Piper zeigt sich als liebenswerte Hündin und soll ein neues Zuhause finden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erneut sorgt ein tragisches Ereignis um einen jungen Hund in Schwedt für Aufsehen und Empörung. Der Mischlingshund namens Piper, ursprünglich aus Marokko, wurde am vergangenen Donnerstag (8. Mai) im Park vor dem örtlichen Tierheim an einen Baum gebunden aufgefunden. Ein anonymer Hinweis führte die Mitarbeiter des Tierheims zu der misshandelten Hündin.
Ersten Erkenntnissen zufolge sollte Piper eigentlich eine neue Chance in Deutschland bekommen, jedoch endete die vermeintliche Rettung schnell in einem Desaster. Es gibt besorgniserregende Parallelen zu einem ähnlichen Vorfall vor einigen Monaten, als eine junge Schäferhündin unter betrügerischen Umständen ins Tierheim Schwedt gebracht wurde.
Vermeintliche Besitzerin wurde bereits wegen Betrugs angezeigt
Piper, wie die Tierschützer ihren Neuzugang nennen, stammt ersten Erkenntnissen nach aus Marokko und ist möglicherweise über eine Tierschutzorganisation nach Deutschland gekommen. Noch sind die Daten ihres Chips nicht komplett ausgewertet.
„Für Piper, die erst elf Monate alt ist, sollte die Reise ihres Lebens erst beginnen. Nur was so gut aussah, endete schließlich schnell in einem Desaster“, ist in einem Posting des Tierheims in den sozialen Medien zu lesen. Und auch, dass die Hündin zu einer den Tierschützern bekannten jungen Frau kam.
Piper wechselte anschließend noch zweimal den Besitzer und landete danach am Ende wieder bei besagter junger Frau, die der Redaktion auch namentlich bekannt ist. Besonders brisant: Die vermeintliche Besitzerin von Piper ist bereits wegen Betrugs angezeigt worden, nachdem sie im Februar einen anderen Hund unter falschen Angaben im Tierheim abgegeben hatte.
Die Tierschützer in Schwedt sind gut vernetzt, und waren entsprechend informiert. Die Tatsache, dass die „Halterin“ erst im Februar dieses Jahres einen jungen Schäferhund im Tierheim unter falschen Angaben abgegeben hat und sich dafür wegen Betrugs verantworten muss, ließ schon vermuten, dass ähnliches wieder passiert.
Hund ausgesetzt: „Voller Panik schrie die kleine Maus“
„Die Information war, der Hund wird ausgesetzt“, so die Tierschützer. Wenig später hieß es per Telefon, vor dem Tierheim sei ein Fundhund angebunden. „Wir fuhren sofort los, fanden Piper aber nicht. Wen wir aber fanden war die gewisse Dame, die uns natürlich wieder einmal Geschichten auftischte.“ Während sich eine Mitarbeiterin des Tierheims mit der Frau auseinandersetzte, suchte ihre Kollegin nach dem Hund. Sie fand ihn mitten im Park im Gestrüpp an einem Baum angebunden.
„Voller Panik schrie die kleine Maus“, beschreibt es die Tierschützerin, die auf allen Vieren zu der verängstigten Hündin krabbelte. Piper wurde anschließend ins Tierheim gebracht, die junge Frau verschwand unbemerkt. Zumindest wurde das Tier unmittelbar neben einem regelmäßig von den Tierschützern genutzten Weges angebunden, womit spätestens am Folgetag der Hund gefunden worden wäre. Doch der psychische Schaden für Piper hätte bis dahin gravierend sein können.
Die Tierschützer erstatteten Anzeige bei der Polizei in Schwedt und setzten auch das Ordnungsamt der Stadt Schwedt sowie das Veterinäramt des Landkreises Uckermark über den Sachverhalt in Kenntnis. Am Montag wurden zudem ein Chatverlauf zwischen der betreffenden jungen Frau und den weiteren zwischenzeitlichen Besitzern übermittelt, der darüber Aufschluss gibt, in welcher Beziehung sie zu dem Hund bis dato standen. Zum laufenden Ermittlungsstand und möglichen Konsequenzen wurden bislang keine Angaben gemacht.
Mehrmaliger Besitzerwechsel und Streit ums Geld
Die Tierschützer suchen weiter nach der Organisation, die Piper in Deutschland vermittelt hat. Denn die Umstände scheinen fragwürdig. „Für so einen Hund werden im Allgemeinen bei der Vermittlung etwa 300 Euro aufgerufen, um die allgemeinen Kosten für Tierarzt und Co zu decken“, so Ursula Wyrembek, Leiterin des Schwedter Tierheims. Umso erstaunter war man, dass es so schnell zu einem Besitzerwechsel kam und später ein Streit um einen mittleren zweistelligen Betrag entbrannte, wie dem Chatprotokoll zu entnehmen war.
In den vergangenen Tagen wurde der Name der jungen Frau bei zahlreichen dem Schwedter Tierheim bekannten Tierschutzorganisationen auf die schwarze Liste gesetzt, um eine erneute, sicher scheiternde Vermittlung zu unterbinden.

Mischlingshündin Piper hat sich schon in den ersten Tagen im Tierheim als liebenswerte Hündin erwiesen.
Oliver VoigtNoch steht Piper nicht zur Vermittlung. In den nächsten Tagen wollen sich die Mitarbeiter des Tierheims einen umfassenden Eindruck von der Mischlingshündin machen, um für sie bestmöglich ein liebevolles und ehrliches Zuhause finden zu können. Allerdings wäre eine Pflegestelle mit Endstelle eine Alternative, die sofort greifen könnte, ist Wyrembek überzeugt.



