Partnerschaft mit Wriezen: Dieses Fazit zieht die Stadt nach dem Besuch aus Japan

Passt wie angegossen: Kazuo Shiyake, Bürgermeister von Hachoji, zeigte großes Interesse an der Organisation und Arbeitsweise der Freiwilligen Feuerwehr Wriezen. Stadtwehrführer Hannes Möller antwortete darauf gerne. Seine Jacke schien Shiyake wie auf den Leib geschneidert zu sein.
Felix Krone- Japanische Delegation besucht Wriezen: Partnerschaft mit Hachioji gilt als sehr intensiv.
- Erneuerte Freundschaftsvereinbarung unterzeichnet – Austausch und Zusammenarbeit werden vertieft.
- Gedenkveranstaltung für Ehrenbürger Nobutsugu Koyenuma, anschließend Arbeitsgespräch zu Kultur und mehr.
- Besuch der Johanniter-Schulen: Geplant sind wieder Schüleraustausche, auch längere Aufenthalte.
- Feuerwehrbesuch beeindruckt Gäste, zudem Rundflug über das Oderbruch und Besuch eines Schrebergartens.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
„Es gibt über 50 Freundschafts- und Partnerschaftsvereinbarungen zwischen deutschen und japanischen Städten, aber die zwischen Wriezen und Hachioji gehört zu den intensivsten.“ – Diese Feststellung machte Tatsuya Machida, stellvertretender Botschafter Japans in Deutschland, während seines Besuchs in Wriezen. Er war Teil einer japanischen Delegation, die die Oderbruchstadt besuchte.
Neben ihm und weiteren Botschaftsmitarbeitern waren auch Gäste aus Hachioji darunter, der japanischen Partnerstadt von Wriezen, die im Großraum Tokyo liegt und 575.000 Einwohner hat. Kazuo Shiyake, Bürgermeister von Hachioji, Yayoi Minobe, Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, und Shiho Nakamura, Generalsekretärin der Versammlung, nahmen einen weiten Weg um den halben Globus auf sich, um die Freunde in Deutschland zu besuchen.
„Hintergrund unserer Beziehungen und des Besuchs war natürlich der Geburtstag unseres Ehrenbürgers Dr. Nobutsugo Koyenuma. Das Wirken des japanischen Arztes in einer, für uns unvorstellbar wirren, Zeit, lässt sich nicht in wenigen Worten zusammenfassen“, informierte Karsten Ilm (CDU), Bürgermeister von Wriezen. Lange und intensiv war der Besuch seitens der Stadtverwaltung und insbesondere der Japan-Beauftragten Juliane Ehlert vorbereitet worden.
Partnerschaft zwischen Wriezen und Hachioji wird intensiver
Er begann vormittags mit einer Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof Wriezen am Grab des Ehrenbürgers Nobutsugu Koyenuma im Beisein der Wriezener Stadtverordneten sowie des ehemaligen Bürgermeisters Uwe Siebert, der die Partnerschaft mit Hachioji initiiert hatte. Koyenuma, der aus Hachioji stammte, hielt sich während des Zweiten Weltkrieges zu Forschungszwecken im Deutschen Reich auf. Nach Kriegsende wurde er von den sowjetischen Besatzern nach Wriezen abkommandiert, wo er in der Seuchenstation im heutigen Rathaus tätig war. Im März 1946 starb Koyenuma, nachdem er zahlreichen Menschen geholfen hatte, selbst an Typhus.
Nach der Gedenkveranstaltung folgte ein gemeinsamer Besuch in der Villa Blunk. Im Anschluss folgte ein deutsch-japanisches Arbeitsgespräch zu den Themen Kunst, Kultur, Tourismus, Landwirtschaft, Regionalität, Demografie „und die Frage, wie das Vermächtnis unseres Ehrenbürgers Dr. Nobutsugo Koyenuma erhalten und weitergetragen werden kann, um Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen“, wie Bürgermeister Ilm berichtet.

Der Wriezener Bürgermeister Karsten Ilm und Kazuo Shiyake, Bürgermeister von Hachioji, präsentieren den erneuerten Freundschaftsvertrag zwischen beiden Städten.
Juliane EhlertNach diesem intensiven Austausch gab es einen Empfang im Ratssaal mit einem gemeinsamen Essen im Beisein der Stadtverordneten und Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher, sowie der Wegbegleiter und Unterstützer dieser Freundschaft. In diesem Rahmen bekamen die Gäste aus Japan Gelegenheit sich ins Goldene Buch der Stadt Wriezen einzutragen. Zudem wurde eine erneuerte Freundschaftsvereinbarung zwischen den Partnerstädten unterzeichnet.
Darin ist verankert, dass die beiden Städte weiterhin eng zusammenarbeiten und ihre Freundschaft vertiefen werden. Der Jugend- und Bürgeraustausch solle, gerade in Hinblick auf das zehnjährige Jubiläum des Freundschaftsvertrages von 2017, das 2027 ansteht, weiter intensiviert werden.
Die Gäste aus Hachioji ließen es sich nicht nehmen, die evangelischen Johanniter-Schulen zu besuchen, die bereits seit über zehn Jahren enge Beziehungen zu einer Partnerschule in Hachioji pflegen. „Im sich anschließenden Gespräch wurde vereinbart, dass zukünftig auch wieder Schüleraustausche stattfinden sollen. Als besonders zielführend für einen intensiven Austausch sehen alle Beteiligten längere Aufenthalte einzelner Schülerinnen und Schüler in der jeweiligen Partnerschule. Zwei Schülerinnen aus dem siebten Jahrgang zeigten bereits großes Interesse“, teilen die Johanniter-Schulen Wriezen nach dem Besuch der japanischen Gäste mit.
Besonders beeindruckt zeigte sich Bürgermeister Shiyake von dem Prinzip der Freiwilligen Feuerwehr, das er im Zuge des Besuchs im neuen Feuerwehrgerätehaus kennenlernte. Stadtwehrführer erläuterte den interessierten Gästen, warum sich so viele Freiwillige in der Feuerwehr engagieren und wie die Ausbildung bei der Jugendfeuerwehr abläuft. „Den Kindern und Jugendlichen wird beigebracht, wie wichtig die Gefahrenabwehr ist“, erklärte er.

Den Gästen aus Japan wurde am Gerätehaus ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Wriezen vorgeführt.
Felix KroneStatistisch bewältige die FFW Wriezen, die älteste in der Mark Brandenburg, jeden dritten Tag einen Einsatz, rechnete Möller vor. Während er aufmerksam zuhörte und Fragen stellte, trug Shiyake die Feuerwehrjacke von Möller, die passte wie angegossen. „Vielen Dank, sie ist schön warm“, sagte der Bürgermeister aus Japan und fragte, was denn der rote Adler auf der Uniform bedeute. Dieser stehe für Brandenburg, antwortete Möller. Anschließend wurde den Gästen ein Tanklöschfahrzeug in Aktion vorgeführt. Danach konnten sich die Gäste bei einem Rundflug über das Oderbruch, der vom Flugplatz Neuhardenberg startete, einen Überblick über die Region verschaffen.
„Ein spezieller Wunsch unserer Gäste überraschte mich besonders“, so Bürgermeister Ilm. Schon im Vorfeld kommunizierten sie den Wunsch, einen typisch deutschen Schrebergarten zu besuchen. „Deutschland ist bekannt in der Welt für die von Moritz Schreber vor ca. 200 Jahren entwickelte Idee des ‚Schrebergartens‘. Hieraus leitet sich die immer noch praktizierte Kultur des Kleingartenwesens ab. So besuchten wir den schön gepflegten Garten von Herrn Skrzypiec. Trotz des bereits herbstlichen Zustands des Gartens, waren unsere Gäste von dem Kleingarten und dem dahintersteckenden Prinzip, welches, ich den Gästen erläuterte, beeindruckt“, berichtet Ilm. „Die Möglichkeit der gesunden Selbstversorgung und Erholung auf der eigenen ‚Scholle‘ ist scheinbar auch in Japan ein aktuelles Thema“, ist die Schlussfolgerung des Bürgermeisters.
Untergebracht waren die Gäste im Café in Haselberg, wo nach dem intensiven Programm der Tag ausklang. Die Partnerschaft werde künftig noch mehr mit Leben gefüllt, erklärt Ilm. Die Stadtverordneten und Bürger der Stadt stünden voll hinter der Partnerschaft, betont er. „Für 2027 liegt uns bereits eine Einladung seitens unserer Freunde nach Hachioji vor. Die Konkretisierung und Planung dieses Ereignisses wird bereits gemeinsam mit den Stadtverordneten besprochen“, teilt er mit.


