Tanken und Einkaufen in Polen
: Polenmarkt Hohenwutzen erweitert Indoor-Spielplatz

Einkaufen soll zum Erlebnis für die ganze Familie werden. Deshalb hat der Polenmarkt Hohenwutzen seinen Indoor-Spielplatz um 500 Quadratmeter Fläche erweitert. Was erwartet dort Familien mit Kindern?
Von
Steffen Göttmann
Osinow Dolny
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  • Warten auf Kinder: Tretautos auf dem Indoor-Spielplatz des Polenmarktes Hohenwutzen.

    Warten auf Kinder: Tretautos auf dem Indoor-Spielplatz des Polenmarktes Hohenwutzen.

    Nicolas Gesch
  • Polenmarkt Hohenwutzen: Das Rutsch-und Kletterparadies wurde bereits im Juli eröffnet.

    Polenmarkt Hohenwutzen: Das Rutsch-und Kletterparadies wurde bereits im Juli eröffnet.

    Niolas Gesch
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„Polenmarkt Hohenwutzen“ ist der Name des Unternehmens, dem das Gebäude und das Gelände rund um die ehemalige Zellstofffabrik in Niederwutzen, dem heutigen Osinow Dolny in Polen, gehören. Die polnische Firma baut das Gerippe des direkt am Grenzfluss Oder liegenden ehemaligen Fabrikgebäudes nach und nach aus und vermietet Gebäude und Areal an mehr als 700 Händler und Dienstleiter, die all das feilbieten, was die vornehmlich deutsche Kundschaft wünscht.

Neuer Indoor-Spielplatz mit Tretauto-Parcours

Um die Gäste länger auf dem Markt zu halten, hat Nicolas Gesch, Geschäftsführer des „Polenmarkt Hohenwutzen“ am 1. Juli einen 500 Quadratmeter großen Indoor-Spielplatz mit einem Rutsch- und Kletterparadies eröffnet. Jetzt erweiterte er das Angebot für Kinder im Alter von drei bis acht Jahren um weitere 500 Quadratmeter.

„Wir haben elf Tretautos aus deutscher Produktion gekauft“, berichtet Gesch. Darunter seien ein Polizei- und ein Feuerwehrfahrzeug, Traktoren, einen Gabelstapler und ein Straßenwacht-Unimog. Der Clou: Die Firma kaufte gleich noch Zusatzgeräte wie eine Bürste für das Straßenwachtfahrzeug, Baggerschaufeln für die Traktoren, Walzen und Anhänger. Alle Teile können mechanisch bewegt werden. Auf dem Gelände des „Polenmarkt Hohenwutzen“ gibt es bereits einen Spielplatz mit einem Bagger, der allerdings elektrisch bewegt werden kann. Das ist bei dem neuen Spielplatz nicht der Fall. „Die Kinder sollen sich bewegen“, sagt der Chef und selber Familienvater.

Gastgeber errichtet Häuser, Verkehrsschilder und Ampeln

Auf dem Boden sind Straßen gemalt, die die Kinder wie auf einem Parcours abfahren können. „Sie müssen es aber nicht, sondern können sich auch frei auf der Fläche bewegen“, sagt der Geschäftsführer und fügt hinzu: „Wir werden noch Häuser, Verkehrsschilder und Ampeln errichten, dann wäre sogar Verkehrserziehung möglich.“

Der Erfolg der vergangenen zwei Wochen gibt dem Geschäftsführer recht. „Da möchte man noch einmal Kind sein“, sagt er lachend. „Wir müssen immer wieder die Eltern davon abhalten, sich selber auf die Tretautos zu setzen.“ Für deren Gewichts seien die Spielgeräte nicht geeignet.

Täglich geöffnet und kostenlos

Geöffnet ist die gesamte Spielfläche täglich von 9 bis 17 Uhr. Der Besuch ist kostenlos. Insgesamt erhofft sich Nicolas Gesch noch mehr Besucher auf dem Indoor-Spielplatz. Die Wochenenden seien bereits gut besucht, an den Werktagen sei dagegen noch Luft nach oben. Problem ist jedoch, dass die Kinder aus der Region ohne Elterntaxi nicht nach Osinow Dolny kommen können. Busverbindungen nach Hohenwutzen gibt es nur wenige und nach Osinow Dolny überhaupt nicht. Und der Shuttle-Bus, der zwischen Berlin und dem Polenmarkt pendelt, ist kein Linienbus und darf nicht in Bad Freienwalde halten.

Zweiter Shuttle-Bus aus Richtung Eberswalde in Planung

„Wir würden gerne noch eine zweite Shuttle-Linie aus Richtung Eberswalde eröffnen“, unterstreicht Gesch. Aber das sei noch Zukunftsmusik. Der Markt lockt Menschen jedoch nicht nur aus der Region, sondern aus einem größeren Umkreis an. Dort müsse das Angebot des Indoor-Spielplatzes noch bekannter werden.

Die große Spielfläche ist im obersten Stockwerk des Hauptgebäudes der ehemaligen Fabrik zu finden und bequem per Aufzug zu erreichen. Der Eintritt ist frei, es gibt allerdings aus keine Betreuung. Lediglich ein Wachdienst passt auf, dass niemand über die Stränge schlägt.

Erlebnis für die ganze Familie

„Wir wollen, dass der Besuch bei uns zum Erlebnis für die gesamte Familie wird“, sagt Gesch. Ein Kern des Geschäfts sind sicher die beiden Tankstellen auf dem Marktgelände, die das Unternehmen betreibt. Die weniger von Steuern und Abgaben belasteten und daher preiswerteren Kraftstoffe locken viele Kunden in den kleinen Grenzort. Hinzu kommen viele Waren des persönlichen Bedarfs und Dienstleistungen, die billiger als in Deutschland sind.

Polnischer Baumarkt steht in den Startlöchern

Wenngleich auf dem Marktgelände mehr und mehr feste Verkaufsstände das Bild prägen, bleibe der Billig-Charakter weiter Hauptteil des Konzepts, so der Geschäftsführer. Damit lockt er die Kundschaft aus Berlin und ferneren Gebieten des Landes Brandenburg.

Demnächst werde ein Baumarkt eröffnen, der 600 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet. Ein polnischer Betrieb aus Chojna eröffne auf dem Marktgelände eine Filiale. Der Eröffnungstermin steht jedoch noch nicht fest.