Umwelt in Bad Freienwalde
: 75 Jahre Naturschutzeule – so feiert die Kurstadt

Die Naturschutzeule wurde in Bad Freienwalde erfunden und hat sich bundesweit als Symbol für Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete durchgesetzt. Jetzt feiert sie Geburtstag.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Jubiläum: Katrin Bosse, Geschäftsführerin des Hauses der Naturpflege in Bad Freienwalde, verschickt Eulenpost.

Jubiläum: Katrin Bosse, Geschäftsführerin des Hauses der Naturpflege in Bad Freienwalde, verschickt Eulenpost.

Steffen Göttmann
  • Bad Freienwalde feiert das 75-jährige Jubiläum der Naturschutzeule.
  • Erna und Kurt Kretschmann gründeten das Haus der Naturpflege vor 65 Jahren.
  • Unternehmer und Bürger sind eingeladen, am Projekt „eulenARTen“ teilzunehmen.
  • Jubiläumsjahr 2025 mit vielen Veranstaltungen, Festwoche im Oktober.
  • Gestaltete Eulen werden ausgestellt und versteigert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als Erna (1912-2001) und Kurt (1914-2007) Kretschmann, die Naturschutz-Nestoren der DDR, vor 65 Jahren das Haus der Naturpflege in Bad Freienwalde gründeten, war das Symbol des anerkannten Naturschutzes bereits zehn Jahre alt. Was in Bad Freienwalde begann, setzte sich nach der Wiedervereinigung in der ganzen Bundesrepublik durch. Die Eule als Symbol verdrängte den Weißkopfseeadler, den es in Deutschland gar nicht gibt.

Der Verein Haus der Naturpflege will den Geburtstag der Naturschutzeule gebührend feiern und die gesamte Stadt Bad Freienwalde mit einbeziehen. Katrin Bosse, Geschäftsführerin des Hauses der Naturpflege hat sich dafür etwas Besonderes ausgedacht und lädt alle Bürger aus der Kernstadt und den Ortsteilen ein, sich an dem Projekt „eulenARTen“ zu beteiligen.

Unternehmertreffen in Bad Freienwalde zur Naturschutzeule

Mit der ersten Unternehmerveranstaltung startet das Haus der Naturpflege ins Jubiläumsjahr. Katrin Bosse hat zum 13. Februar 2025 um 18 Uhr 190 Einladungen verschickt und bittet Unternehmer der Region, darunter Handwerker, Geschäftsleute, niedergelassene Ärzte, Physiotherapeuten, Rechtsanwälte und Selbstständige aller Art ins Teehäuschen.

Nach dem Tag der Vereine am 27. Januar auf Initiative von Marco Terei im Bahnhofsgebäude der Stadt Bad Freienwalde spüre sie, dass der Zusammenhalt in der Stadt wächst. „Ohne Vereine und Unternehmer geht nichts in einer Stadt“, sagt Katrin Bosse. Unternehmer oder Selbstständige, die keine Post bekommen haben, sich aber für die Eule interessieren und sich zugehörig fühlen, sind auch zu dem Abend eingeladen. Katrin Bosse weiß nicht, ob sie alle erreicht hat.

„Die Eule ist in Bad Freienwalde geschlüpft und entwickelt große Kraft für Bad Freienwalde und die Region, indem sie bundesweit Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete schützt“, so die Geschäftsführerin, die seit 1. März 2023 im Amt ist. Sie löste Kerstin Götter ab, die mehr als 32 Jahre in Zusammenarbeit mit dem Vereinsvorstand die Geschicke des Hauses lenkte und am 28. Februar 2023 in den Ruhestand ging.

Bad Freienwalde: Naturschutzeule steht für Heimatgefühl

Für Katrin Bosse strahlt die Naturschutzeule Heimatgefühl aus. „Während meiner zweijährigen Pilgerzeit war ich über Winter immer Zuhause und arbeitete in der Tourist-Information“, berichtet sie. Zum Abschied habe ihr der damalige Geschäftsführer Andreas Hensel eine Naturschutzeule aus Filz geschenkt. „Von dem Moment an hatte ich immer ein Stück Heimat dabei“, erinnert sie sich. Die ganzen zwei Jahre hatte sie die Eule immer in ihrem Rucksack.

Unternehmer, die eine Einladung bekommen haben, finden in dem großen Umschlag einen Eulen-Bausatz aus Holz mit fünf Teilen. Insgesamt 500 Bausätze hat das Haus der Naturpflege von der Tischlerei Nico Gärtner in Altranft herstellen lassen. Diese hat sie an Unternehmer, aber auch Künstler, Schauspieler wie Matthias Schweighöfer oder Musiker wie Peter Fox verschickt. Das „Haus am See“, das er besungen hat, steht in Lunow-Stolzenhagen, also noch in der Region.

Die Empfänger einer Eule aus Holz sind aufgerufen, Fantasie zu entwickeln und sie nach persönlichem Geschmack zu gestalten. „Einzige Bedingung ist, dass alle fünf Bauteile verwendet werden“, sagt Katrin Bosse. Wer keinen Eulen-Bausatz aus Holz bekommen hat, kann sich einen im Haus der Naturpflege, Dr.-Max-Kienitz-Weg 2, oder in der Tourist-Information, Uchtenhagenstraße 3, in Bad Freienwalde abholen. Nach dem Unternehmertag wird sich Karin Bosse verstärkt an Schulen und Kindergärten wenden.

Neuer Internetauftritt und neue Möbel im Seminarraum

Mit der Post werde ein QR-Code verschickt, der den Nutzer auf den neuen, modernen Internetauftritt des Hauses der Naturpflege leitet, gestaltet von dem Bad Freienwalder Webdesigner Stefan Schleinitz, betont Katrin Bosse, der derzeit das ganze Haus einer Frischzellenkur unterzieht. Der Seminar- und Ausstellungsraum des Hauses erstrahlt in heller Farbgebung und ist mit neuen Möbeln ausgestattet. Auf der Homepage ist ein Projekt-Trailer als Einstieg in das Kunstprojekt für alle zu finden. Autorin sei Sarah Sandring von Nirgu-Film, die sich als Wahlheimat Bad Freienwalde auserkoren habe, berichtet die Geschäftsführerin. Die beiden großen Wohnungsgesellschaften WoBaGe und GWG haben den Film finanziell unterstützt.

Bis 15. März 2025 müssen die gestalteten Eulen im Haus der Naturpflege oder in der Tourist-Information abgegeben werden. Alle gestaltete Eulen werden an öffentlichen Orten ausgestellt, an Naturobjekten, in Schaufenstern oder bei Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. Die schönsten Exemplare werden zur Unterstützung der Naturschutzprojekte des Hauses der Naturpflege versteigert.

Das Jahr 2025 steht in Bad Freienwalde im Zeichen der Eule

Das ganze Jahr steht im Haus der Naturpflege im Zeichen der Eule. Es gibt Filmvorführungen, Illuminationen in der Stadt und Schulveranstaltungen. Die Festwoche zur Naturschutzeule wird vom 13. bis 19. Oktober 2025 sein. Am 18. Mai, dem Tag der Vereine, wird eine Sternwanderung von verschiedenen Punkten zum Kurpark führen, wo sich an Ständen die Vereine der Stadt präsentieren.

Die Naturschutzeule

„Ich bestellte im Erzgebirge 5000 Holztafeln mit der Eule als Naturschutzsymbol. Die mit Dach hergestellten hübschen Holztafeln mit eingebrannter Eule und verschiedenen Aufschriften wie Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Naturdenkmal und geschützte Alleen verschickten wir von Bad Freienwalde aus an uns bekannte Naturschützer in der ganzen DDR.“ So schilderte Kurt Kretschmann (1914-2007), Naturschutznestor der DDR, die Anfänge des Eulen-Symbols. Weil die Eule als Todesvogel einen schlechten Ruf genoss, holte Kretschmann sie aus der Schmuddel-Ecke in den Mittelpunkt.

Das erste Symbol der Naturschutzkreisstelle des Landkreises Oberbarnim in Bad Freienwalde war ein Flamingo. Weil der nun nicht unbedingt die Natur der Heimat symbolisierte, beratschlagten die Mitarbeiter unter Leitung von Kurt Kretschmann Alternativen. Seine Idee von der Eule setzte Hans Ohnesorge in einer ersten Skizze um und schnitzte auch eine Eule. Diese Entwürfe dienten dem Eberswalder Grafiker Heinz Friedrich als Grundlage für die stilisierte Eule, die Kretschmann von da an propagierte und weiter verbreitete, berichtet der Regionalhistoriker Reinhard Schmook, ab 1977 Leiter des Oderlandmuseums. Ohnesorge war sein Vorgänger.