Bundestagswahl 2025
: Derbe Verluste für SPD in Storkow und am Scharmützelsee

Die AfD verzeichnet in Storkow und am Scharmützelsee massiven Zuwachs. Die SPD erlebt eine sehr schwere Niederlage.
Von
Marcel Gäding
Storkow
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Bundestagswahl 2025: In Storkow wurde unter anderem im Rathaus gewählt (Symbolfoto). In einem der Ortsteile sicherte sich Rainer Galla (AfD) fast 60 Prozent der Stimmen.

Bundestagswahl 2025: In Storkow wurde unter anderem im Rathaus gewählt (Symbolfoto). In einem der Ortsteile sicherte sich Rainer Galla (AfD) fast 60 Prozent der Stimmen.

Marcel Gäding
  • AfD gewinnt in Storkow und Scharmützelsee deutlich an Stimmen, SPD verliert stark.
  • Rainer Galla (AfD) holt im Wahlkreis 63 fast 40% der Erststimmen.
  • Mathias Papendieck (SPD) muss Bundestag verlassen.
  • Wahlbeteiligung in Storkow bei 81,1%, in Scharmützelsee bei 83,4%.
  • AfD in Storkower Ortsteil Schwerin mit fast 60% erfolgreich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bislang galten Storkow und die Gemeinden im Amt Scharmützelsee als sichere Bank für die Sozialdemokraten. Doch auch dort werden nach der Bundestagswahl 2025 alle Karten neu gemischt. Künftig wird der Wahlkreis 63 im Bundestag demnach von Rainer Galla (AfD) vertreten, während der bisherige Abgeordnete Mathias Papendieck seinen Schreibtisch im Berliner Regierungsviertel räumen muss.

In Storkow und den dazu gehörenden 14 Ortsteilen verpasste AfD-Mann Rainer Galla knapp 40 Prozent: Auf ihn entfielen bei den Erststimmen 39,46 Prozent (+18,04 Prozent), auf den bisherigen Bundestagsabgeordneten Mathias Papendieck 22,17 Prozent (-8,36 Prozent). Platz drei geht in der Storchenstadt an Désirée Schrade von der CDU mit 16,23 Prozent (+1,28 Prozent).

Bundestagswahl 2025: die Ergebnisse für Storkow

Bei den Zweitstimmen belegt die in Teilen vom Verfassungsschutz in Brandenburg als rechtsextremistisch eingestufte AfD 36,87 Prozent (+17,07 Prozent), dahinter folgt die CDU mit 15,04 Prozent (+1,91 Prozent). Deutlich Federn lassen musste die SPD mit 13,93 Prozent, minus 16,33 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl 2021.

Das BSW kommt auf 12,42 Prozent, Die Linke auf 10,68 Prozent. Grüne (3,86 Prozent) und FDP (3,24 Prozent) spielen quasi kaum eine Rolle. Wahlberechtigt waren 7617 Menschen. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,1 Prozent – und damit 5,37 Prozent höher als 2021.

Storkow nach der Wahl: Wo Rainer Galla fast 60 Prozent erlangte

Nach der Bundestagswahl darf man den Storkower Ortsteil Schwerin (91 Wahlberechtigte) als AfD-Hochburg bezeichnen. Dort sicherte sich Rainer Galla von der AfD 59,68 Prozent der Erststimmen, SPD-Mann Papendieck hingegen nur 6,45 Prozent. Der Grünen-Kandidat Jelle Kuiper ging in Schwerin komplett leer aus. Das zweitbeste Ergebnis bekam Galla im Storm-Viertel in der Innenstadt (49,48 Prozent), das drittbeste Ergebnis erzielte er im Ortsteil Philadelphia (47,74 Prozent).

Sein Einsatz im Ortsteil Groß Schauen für eine Verkehrsberuhigung auf der B246 bescherte Mathias Papendieck (SPD) in Groß Schauen das beste Ergebnis von ganz Storkow: 29,47 Prozent. Im Ortsteil Bugk holte er 28,10 Prozent, in Rieplos 25,97 Prozent. CDU-Herausforderin Désirée Schrade erhielt rund um das Strandbad Storkow 22,49 Prozent, im Fontane-Viertel an der Europaschule 18,08 Prozent und im Ortsteil Kummersdorf 17,95 Prozent.

Ein komplett anderes Bild ergibt sich beim Blick auf die in Storkow per Briefwahl abgegebenen Stimmen, für die sich 1338 Wählerinnen und Wähler entschieden. Im Briefwahllokal 1 lag Papendieck mit 33,11 Prozent vorn, ebenso im zweiten Briefwahllokal (29,93 Prozent). AfD-Kandidat Galla erhielt im Briefwahllokal 2 25,53 Prozent, im Briefwahllokal 1 19,89 Prozent.

Bundestagswahl 2025: Ergebnisse für das Amt Scharmützelsee

Deutlich schwächer schnitt Rainer Galla in den fünf Gemeinden des Amtes Scharmützelsee ab, wo 8682 Menschen an die Urne gebeten wurden, 7241 von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten (83,4 Prozent). Dort erhielt der AfD-Kandidat 33,99 Prozent, Désirée Schrade von der CDU 22,71 Prozent und Mathias Papendieck (SPD) 20,72 Prozent.

AfD-Kandidat Rainer Galla am Abend der Bundestagswahl in Steinhöfel. In einem Gasthaus verfolgte er die Ergebnisse für den Wahlkreis 63 (Frankfurt/ Oder-Spree).

AfD-Kandidat Rainer Galla am Abend der Bundestagswahl in Steinhöfel. In einem Gasthaus verfolgte er die Ergebnisse für den Wahlkreis 63 (Frankfurt/ Oder-Spree).

Marcel Gäding

Dennoch kann Galla am Scharmützelsee einen Zuwachs von immerhin 16,24 Prozent verbuchen, die SPD hingegen beklagt bei den Erststimmen 6,2 Prozent weniger Wählerinnen und Wähler. Die CDU bleibt bei Erst- und Zweitstimmen weitgehend stabil.

Mit 31,63 Prozent bei den Zweitstimmen erreicht die AfD am Scharmützelsee nahezu das Niveau der Wahlergebnisse auf Brandenburger Landesebene. Die CDU kommt auf 20,27 Prozent, die SPD auf 13,14 Prozent, BSW auf 12,87 Prozent, Die Linke auf 9,31 Prozent, Grüne auf 5,38 Prozent und FDP auf 4,57 Prozent.

Wahl 2025: hier punkteten Galla, Papendieck und Schrade besonders

Die meiste Unterstützung bekam Rainer Galla in Langewahl (52,34 Prozent), in den anderen Gemeinden wie Wendisch Rietz oder Bad Saarow schaffte er zwischen 38 und 39 Prozent. Weil 2219 Menschen per Brief wählten, schmolz sein Gesamtergebnis allerdings. Dort lagen seine Werte zwischen 17 und 25 Prozent. Mathias Papendieck sicherte sich in Reichenwalde (24,27 Prozent) die meisten Stimmen, CDU-Frau Schrade in Diensdorf-Radlow (24,21 Prozent). Bis auf eine Ausnahme hatte Mathias Papendieck bei der Briefwahl die sprichwörtliche Nase vorn (bis zu 29,73 Prozent). Désirée Schrade holte in einem der vier Briefwahllokale sogar 31,43 Prozent.