Campingpark am Schwielochsee: Känguru-Babys verzaubern Urlauber in Zaue – Namen gesucht

Änni und Mieke aus Berlin sind ganz verliebt in eines der sechs Kängurus im Ferienhaus- und Campingpark „Ludwig Leichhardt“ in Zaue. Betriebsleiter Andreas Dürselen gestattet den Kindern Kontakt auf Augenhöhe.
Marcel GädingAndreas Dürselen ist gut vorbereitet, bevor er mit Änni und Mieke ins Gehege geht. „Äpfel, Gurken, Knäckebrot, Hafer und Bananen sind hier drin“, sagt der Betriebsleiter des Ferienhaus- und Campingparks „Ludwig Leichhardt“ und zeigt auf eine große Schüssel. Die beiden Mädchen aus Berlin, vier und sechs Jahre alt, können es kaum erwarten, dass sich die Tür öffnet. Ganz vorsichtig gehen sie hinein. Es dauert nicht lange, da steht bereits ein neugieriges Känguru vor ihnen. Seine Aufmerksamkeit gilt aber weniger den Kindern einer Urlauberfamilie, sondern mehr dem vitaminreichen Kraftfutter.
Die Kängurus sind die Stars des Ferienhaus- und Campingparks in Zaue am Schwielochsee. In einer gut 400 Quadratmeter großen Anlage leben inzwischen sechs Tiere – wobei es genau genommen seit Kurzem acht sind. Denn zwei Weibchen haben Nachwuchs. Andreas Dürselen entdeckte Anfang März 2024 die kleinen Köpfe der Känguru-Babys. Seither hüpfen die Mütter samt Nachwuchs durch das Gehege. Nähert man sich ihnen, bleiben sie stehen, was einen Blick auf die Kleinen im Beutel ermöglicht. „Oh, sind die süß“, sagt Änni, die mit ihren Eltern und ihren Geschwistern die Osterferien in dem Park verbringt.
Ludwig Leichhardt zog es nach Australien
Dass die Bennett-Kängurus seit 2012 zu den „Dauercampern“ gehören, hängt mit dem Namensgeber des Ferienhaus- und Campingparks zusammen, der den Zusatz „Ludwig Leichhardt“ trägt. Leichhardt wurde 1813 in Sabrodt bei Trebatsch, einem Ortsteil von Tauche, geboren. Nachdem er zunächst europäische Länder bereist hatte, um Natur und Landschaft zu erkunden, ging es 1841 über den großen Teich nach Australien.

Eines der beiden Känguru-Weibchen mit seinem Nachwuchs. Erst zum Herbst hin verlässt ihr Baby den schützenden Beutel der Mutter.
Marcel GädingWie einst die berühmten Humboldt-Brüder galt Leichhardts Interesse fremden Welten. Und so zog es ihn nach Australien, wo er Flüsse und Gebirge sowie viele Tier- und Pflanzenarten entdeckte. Viele davon tragen den Namen des Australienforschers. Ein Stadtteil der Millionenmetropole Sydney heißt zudem „Leichhardt“.
In Australien ist Leichhardts Name bekannt, während er hierzulande nur von regionaler Bedeutung ist – vom Süden des Landeskreises Oder-Spree über den Landkreis Dahme-Spreewald bis nach Cottbus. Im Alter von 35 Jahren verliert sich die Spur des Entdeckers. Er wurde 1848 als verschollen gemeldet.
Kängurus erinnern an Australienentdecker Ludwig Leichhardt
Seit vielen Jahren vermarktet die Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose-Oberspreewald (TEG) den Namen Leichhardt. Es gibt einen Leichhardt-Naturlehr- und Erlebnispfad, ein Leichhardt-Museum, viele Leichhardt-Schulen und eben den Ferienhaus- und Campingpark „Ludwig Leichhardt“ in Zaue am Schwielochsee.
Die Kängurus sind quasi die niedlichen Botschafter, die den Bogen zu Leichhardts Verdiensten spannen sollen. In jedem Fall ziehen sie auch Besucher an, die nicht zwingend am Schwielochsee übernachten.
Ferienanlage am Schwielochsee ist nun Heimat von Kängurus
Vor zwölf Jahren zogen die ersten beiden Bennett-Kängurus Jack und Jill in ihr neues Zuhause ein. Jill kam aus dem Nürnberger Zoo, Jack aus Cottbus. Seither gibt es immer wieder Nachwuchs. Bis zur Corona-Pandemie wurden die Babys von den jeweiligen australischen Botschaftern in Deutschland getauft. Einige Tiere verließen den Ferienhaus- und Campingpark, kamen in anderen Einrichtungen unter.

Auszubildende Klara Sprenger präsentiert in Zaue das Maskottchen: ein Plüsch-Känguru namens Ludwig, benannt nach Ludwig Leichhardt. Kleine Gäste der Ferienhäuser am Schwielochsee erhalten die Mini-Kängurus geschenkt.
Marcel Gäding„Natürlich wollen wir uns mit den Kängurus auch von anderen Campingplätzen absetzen“, sagt Jana Lopper, die Geschäftsführerin der TEG. Das kommunale Unternehmen betreibt den Ferienhaus- und Campingpark am Schwielochsee, der auf beachtliche 30.000 Übernachtungen pro Jahr kommt, zudem auch Platz für Hunderte Dauercamper bereithält, seit Kurzem zwei Tinyhäuser und überdies 14 Ferienhäuser zur Vermietung anbietet. Schritt für Schritt wurde die weitläufige Ferienanlage modernisiert.
Tierarzt aus der Region kümmert sich um Kängurus
Noch gute acht Monate wird es dauern, bis die beiden Känguru-Babys die schützenden Beutel ihrer Mütter verlassen. Damit es den kleinen und großen Beuteltieren an nichts fehlt, schaut ein Tierarzt aus Alt-Zauche gelegentlich nach ihnen. Inzwischen ist der Veterinär auf Kängurus spezialisiert.
Ihre Artverwandten kommen ursprünglich aus dem Südosten Australiens. Sie können bis zu 19 Kilogramm schwer werden, erreichen eine Körperlänge bis zu einem Meter. Der Nachwuchs wird bis zu 40 Tage ausgetragen, dann kommt ein Junges zur Welt, das zunächst weniger als 1 Gramm wiegt.
Name für Känguru-Babys gesucht
MOZ.de und LR.de suchen für die beiden süßen Känguru-Babys einen Namen. Vorschläge werden bis zum 15. April 2024 per E-Mail an beeskow-red@moz.de entgegengenommen.
Im nächsten Schritt wird eine Jury aus dem Leichhardt-Land die jeweils drei schönsten Namen küren.
Über eine Online-Abstimmung soll dann von den Leserinnen und Lesern der jeweilige finale Name gewählt werden.


