Bereits 2018 hat der Bund bekundet, die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben. Fünf Milliarden Euro stehen bereit. Selbst das Grundgesetz wurde geändert, weil es um Bildungsfragen geht. Im März 2019 stimmte dann der Bundesrat zu. Doch das Geld fließt noch immer nicht. Bis Ende Juni diesen Jahres waren gerade einmal 15,7 Millionen Euro aus dem Programm abgerufen worden.

Angst vor Zusatzkosten

Einige Kreise und Kommunen, die als Schulträger für die Abwicklung der Digitalinvestitionen zuständig sind, verzichten offenbar, weil sie Angst vor Zusatzkosten haben. Ob Server, Endgeräte und digitale Tafeln zu den kalkulierten Preisen zu beschaffen sind, ist fraglich. Außerdem ist unklar, wer die Folgekosten für die technische Wartung trägt. Außerdem brauchen die Schulen vor der Antragstellung Medienkonzepte. Die sind schwierig auszuhandeln, wenn die Elternschaft beispielsweise aus Strahlenschutzgründen W-LAN im Schulgebäude ablehnt.

Online-Anträge mit Hindernissen

Der Landkreis Oder-Spree ist weiter. Für das Oberstufenzentrum, die größte Schule in Kreisträgerschaft, habe er einen Antrag über 1,3 Millionen Euro bei der ILB eingereicht, so Schulverwaltungsamtsleiter Roland Pilz vor dem Kreisbildungsausschuss. Für 15 weitere Schulen seien die Anträge fertig. Er bekomme sie jedoch nicht an die ILB übermittelt. Das müsse online geschehen. Wenn er sich auf seinem Dienstrechner einlogge, habe er aber schon mal 180 User vor sich, bevor er ein Datenpaket senden könne. Und die 180 seien innerhalb eines Arbeitstages nicht abgearbeitet.