Tauche befindet sich derzeit fest in Weiberhand. Gezampert wurde dort in diesem Jahr mit „Jochens Jungs“ und die Stimmung war wie immer sehr ausgelassen. Erst beim Eierkuchenball wird der Staffelstab im Dorf wieder an die Männer abgegeben, die dann im nächsten Jahr mit der Ausrichtung der Fastnacht dran sind. Bloß gut, dass die Coronazwangspause vorbei ist.
Zuerst einmal genossen die Damen aber ihr Wochenende, welches bereits am Freitag in der Gaststätte „Zur Sonne“ mit „Herz Ass“ begann. „Es war gut besucht“, freuten sich die Frauen. Der erste Abend gilt immer besonders der Dorfgemeinschaft. Hier gibt es gleich mehrere Ehrentanzrunden und dran glauben muss „wer im letzten Jahr ein Kind bekommen hat, ein Haus gebaut hat oder zugezogen ist, Hochzeit gefeiert hat oder auch einen runden Geburtstag feierte“, so die Einheimischen. Nach der Tanzrunde werden die betreffenden Personen „über die Theke geschmissen“.

Eine Runde Schnaps gehört dazu

Heißt, man trägt sie zur Theke des Gastraumes und verlangt als Dank für den Tanz eine Runde Schnaps. Eine schöne Tradition, die man da in Tauche aufrechterhält. Auch der zweite Tanzabend am Samstag fand im örtlichen Gasthof statt. Wieder mit Herz Ass und wie schon am Vortag mit vielen Gästen und einem bunten Programm.
Zampern macht Spaß: Dietgard Rauls, Mandy Schwiegk, Heike Thomas und Birgit Krieg schunkelten sich bei bestem Zamperwetter durch Giesensdorf und Wulfersdorf.
Zampern macht Spaß: Dietgard Rauls, Mandy Schwiegk, Heike Thomas und Birgit Krieg schunkelten sich bei bestem Zamperwetter durch Giesensdorf und Wulfersdorf.
© Foto: Cindy Teichert
Wie in Tauche, so begann auch in Giesensdorf/Wulfersdorf das Fastnachtswochenende bereits am Freitag mit der Vorglühparty und DJ Udo. Am Samstag ging es auf Zampertour durch die beiden Ortsteile. Begleitet wurden die Narren von den „Gaudi-Buam“, die sich diesmal in einer zehnköpfigen Formation zusammenfanden. Und wenn plötzlich so ein Orchester auf dem Hof musiziert, dann geben die Hausherren natürlich gern einen Obolus für die Zamperkasse und spenden Eier und Speck. Einige Frauen aus dem Ort begannen noch am Samstagnachmittag mit den Vorbereitungen zur Herstellung der Eierkuchen, die es schon beim Frühschoppen am Tag nach der Fastnacht geben sollte.

Eierkuchen gibt es schon zum Frühschoppen

Zuvor war aber erst nochmal richtig Party angesagt beim Fastnachtstanz im Festzelt mit der „NEO Partyband“. Ein buntes Programm wurde natürlich auch wieder einstudiert. So gab es talentierte männliche Klavierspieler, agile Rentner und sexy Tänzerinnen zu sehen.
Der kleine Friedländer Ortsteil Schadow wusste lange nicht, ob er es in diesem Jahr wieder schafft, eine Fastnacht mit allem, was dazu gehört, auf die Beine zu stellen. Insbesondere die Beschaffung eines Festzeltes bereitete – so wie man es auch aus vielen anderen Dörfern hört – Probleme. Aber Aufgeben kam für Antonia Fietzke und Gabi Töpel, die neu im Organisationsteam sind, sowie Ivonne Görsdorf, die Dritte im Bunde, mit 20-jähriger Erfahrung, nicht infrage.
Und so fand sich im letzten Moment doch noch eine Lösung. „Wir bedanken uns bei den großzügigen Sponsoren, ohne die wir es in diesem Jahr nicht geschafft hätten“ so Antonia Fietzke.

Zampereinnahmen reichen nicht mehr zur Kostendeckung

In den Vorjahren reichten immer die Zampereinnahmen aus dem Dorf, um die Kosten zu decken, aber obwohl die Schadower Einwohner wirklich sehr großzügig sind, wie die Organisatoren betonen, wird eine solche Veranstaltung in der Zukunft gerade für so kleine Ortschaften wohl ohne Zuwendungen Dritter nicht mehr möglich sein.Doch davon lässt man sich in Schadow nicht unterkriegen.
Lustige Runde: Maria Schulze, Linda Schulze, Sandra Schulze und Kathrin Kulenkamp amüsierten sich beim Zampern in Schadow.
Lustige Runde: Maria Schulze, Linda Schulze, Sandra Schulze und Kathrin Kulenkamp amüsierten sich beim Zampern in Schadow.
© Foto: Cindy Teichert
„Wenn man es wirklich will, dann findet sich ein Weg“, ist Antonia fest überzeugt. Schadow hat, wie übrigens auch Tauche und Giesensdorf/Wulfersdorf, nie wirklich ausgesetzt, mit dem Fastnacht feiern. Alle drei Orte feierten während der Corona-Pandemie Sommerfastnachten in Monaten, in denen die Coronamaßnahmen weitgehend gelockert waren. Für die Schadower endeten diese Veranstaltungen immer bei Familie Schulze im Pool. Das wird wohl an diesem Wochenende eher nicht passiert sein, denn niemand wollte mit Schnupfen zum Tanz ins Festzelt mit der Band „4&eins“.
In etlichen Orten bleibt man aber bei der ersten richtigen Fastnachen nach Corona wegen der vielen Schwierigkeiten erst einmal unter sich. Zumindest wurde nicht überall viel Werbung für die Feste gemacht. Sonst hätten wir an diesem Wochenende von noch mehr lustigen Touren durch die Dörfer berichten können, zum Beispiel auch durch Merz und Mixdorf.
Angeln ist nicht nur Männersache: Anika Korn, Julia Mathäus, Sophia Trampenau, Carolin Klaus (hinten) und Charleen Gierke, Sabrina Wegner und Judith Hönicke (vorn) bei der Taucher Weiberfastnacht.
Angeln ist nicht nur Männersache: Anika Korn, Julia Mathäus, Sophia Trampenau, Carolin Klaus (hinten) und Charleen Gierke, Sabrina Wegner und Judith Hönicke (vorn) bei der Taucher Weiberfastnacht.
© Foto: Cindy Teichert