Die erste Fastnacht im Jahr 2023 – sie gehörte schon immer den Leißnitzer Männern. Eigentlich war alles wie immer, aber irgendwie doch anders. Die Zamperkapelle saß im Einkaufswagen. Geschoben wurde dieser von Christian Haubitz-Reinke alias DJ Quick Willi. Der gebürtige Leißnitzer, der auch am Abend für Stimmung im Festzelt sorgte, begleitete in diesem Jahr erstmals auch die Zampertour mit Laptop, Mischpult und Lautsprechern.

In Leißnitz läuft es wieder – und hoffentlich noch viele Jahre

Ein Bruch mit der Tradition und eine Gradwanderung, die man aus organisatorischen und Kostengründen gewagt hat. „Man muss es versuchen“ so Mitorganisator Daniel Reinke. Und es wurde ja auch nicht alles umgekrempelt. Wie immer war der Erbsentruck mit dabei, an dem es traditionell Erbseneintopf mit Würstchen gab. Und auch das Abendprogramm konnte sich wieder sehen lassen. Rick Fokker und Sohn Niels sangen ein von Steffen Perschk umgedichtetes Lied zur Melodie von Kaisers Hit „Gegen die Liebe kommt man nicht an“. Der Titel hieß nun „Gegen die Impfung kommt man nicht an“, denn „wer sich gegen die Impfung stellt, sieht seinen Hof und nicht die Welt“.
Die Leißnitz Tigers wurden abgelöst von den Young Tigers und sogar der Wendler gab sich ein Stelldichein. Geübt wurde wie immer spontan zwischen den Feiertagen. Monatelange Vorbereitungen brauchen echte Kerle nicht. „Jeder hat seine Aufgabe und weiß, was zu tun ist“ so Florian Reinke, der dritte Reinke-Bruder im Bunde. Es läuft in Leißnitz und ob nun mit Zamperkapelle oder DJ hoffentlich noch viele Jahre.

Mit dem „Rietzer Echo“ bis in die Nacht hinein gefeiert

In Ragow drehte man seine Runde durch das Dorf, traditionell mit Zamperkapelle. Die „Buckower Puhl Combo“ sorgte dort für Stimmung. Vito Beyreiß erlebte dieses Spektakel zum ersten Mal. Dem Rheinland-Pfälzer sind zwar Karnevals-Umzüge nicht fremd, aber vom Zampern hörte er nur von seiner aus Ragow stammenden Freundin Julia Schulz. Wirklich vorstellen konnte er sich das nicht.
„Er war die letzten Tage richtig aufgeregt“ verriet Freundin Julia. Die Begeisterung stand dem jungen Mann dann ins Gesicht geschrieben. „Es ist alles sehr neu und spannend“, erzählte er. „Früher war das Zampern ein Privileg der Jugend, später übernahm die Feuerwehr die Organisation und dann zamperten hier eine Zeit lang nur Frauen“ erinnerte sich Eberhard Graske, der den Umzug eine Weile begleitete.
So schön war’s in Groß Rietz: Eine Kapelle, ein Hund und viele verrückte Weiber – das ist typisch Weiberfastnacht, nur Frauen – mit Ausnahme der Zamperkapelle.
So schön war’s in Groß Rietz: Eine Kapelle, ein Hund und viele verrückte Weiber – das ist typisch Weiberfastnacht, nur Frauen – mit Ausnahme der Zamperkapelle.
© Foto: Cindy Teichert
„Bei jedem Wetter gingen wir los. Nur einmal war so ein Sturm, dass es nicht ging, dann blieb die Kapelle über Nacht und es wurde am nächsten Tag gezampert“ schwelgte er in alten Zeiten. Stürmisch war es letzten Samstag zum Glück nicht und in der Ragower Gaststätte wurde mit dem „Rietzer Echo“ bis in die Nacht hinein gefeiert. Ein buntes Programm mit allerlei bekannten Stars, Männer- und Damenballett rundeten den schönen Tag, auf den man nun drei Jahre warten musste, ab.

Bei der Weiberfastnacht waren viele jungen Frauen dabei

So lange mussten auch die Weiber in Groß Rietz pausieren. Um so doller trieben sie es nun und tanzten vergnügt durch das große Dorf. Musikalisch begleitet wurden sie von bekannten Gesichtern, welche sich jedoch in einer neuen Formation zusammengefunden haben. „Die Blechvibratoren“ gibt es erst seit etwa einem halben Jahr, jedoch die Zampermusik ging ihnen so locker von der Hand oder besser gesagt von den Lippen, als hätten sie schon immer gemeinsam musiziert.
Organisiert wurde die Weiberfastnacht vom Groß Rietzer Frauenverein e.V. „Wir sind zufrieden und freuen uns, dass heute besonders viele junge Frauen mit dabei sind“ so Anette Kerst-Schulz. Nach dem Zampern kehrte man in den alten Konsum ein. Die Dorfgemeinschaft war eingeladen und in gemütlicher Runde ließ man sich die zubereiteten Eier schmecken, die am Tage eingesammelt wurden.

Weitere Termine

Die Weiberfastnacht in Tauche startet am 13. Januar mit Tanzabend in der Gaststätte „Zur Sonne“ ab 19.30 Uhr. Es spielt die Band „Herz Ass“. Am 14. Januar geht es ab 8 Uhr auf Zamper-Tour mit „Jochens Jungs“, abends Fastnachtstanz ab 19.30 Uhr, Gaststätte „Zur Sonne“ mit „Herz Ass“ und Programm.
In Schadow wird am 14. Januar ab 9 Uhr gezampert, der Fastnachtstanz startet ab 20 Uhr im Festzelt mit „4&eins“, dazu werden Longdrinks serviert und ein breites Imbissangebot.
Die Vorglühparty zur Fastnacht Giesensdorf/Wulfersdorf wird am 13. Januar ab 20 Uhr gefeiert, der Fastnachtstanz am 14. Januar ab Uhr mit der „Neo Partyband“ und am Sonntag wird ab 11 Uhr zum Frühschoppen mit Eierkuchenessen geladen – alle Veranstaltungen im Festzelt.