In gewisser Weise ist es eine angespannte Ruhe, die über der Stadt Beeskow liegt. Die Bilder und Nachrichten vom Krieg in der Ukraine bewegen und machen Angst. Und die Menschen wollen helfen. Am Wochenende sollten die ersten geflüchteten Menschen in der Oder-Spree-Kreisstadt ankommen. Doch das verzögert sich. „Aber wenn es soweit ist, stehen wir bereit“, sagt Barbara Buhrke vom Beeskower Ehrenamtszentrum. Zehn Freiwillige haben sich bereits bei ihr gemeldet. Sie wollen den Menschen bei der Eingewöhnung in Deutschland helfen. Einige sprechen russisch und ukrainisch, so Barbara Buhrke. Fünf Helfer hätten zudem angeboten, übergangsweise Menschen im eigenen Haus oder in einem freien Zimmer in der Wohnung aufzunehmen. Das sei doch besser als in einer Gemeinschaftsunterkunft.
Auch Sachspenden seien ihr schon angeboten worden. „Ich bitte darum, damit zu warten“, sagt Barbara Buhrke. Wenn die Menschen da seien, dann wisse man, was man wirklich brauche. Da vor allem Frauen mit ihren Kindern erwartet werden, werde dann sicher Spielzeug sehr gefragt sein.
Andere haben schon geholfen, Sachspenden in die Ukrainie oder den polnisch-ukrainischen Grenzraum zu bringen. Lena Mietchen zum Beispiel. Sie lebt mit ihrem Mann Marian auf dem Vielseitenhof in Leißnitz, einem Ortsteil von Friedland. „Als die Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine los ging, waren wir erst einmal emotional sehr betroffen“, erinnert sie sich. „Als Nächstes stellte sich dann für uns die Frage: Was können wir machen?“ Sie startete im Freundeskreis und über soziale Medien einen Spendenaufruf. „Ich bin wirklich überwältigt von dem Zuspruch und den vielen Reaktionen“, sagt Mietchen. „Ich glaube, am Ende hatten wir 300 Kisten in unserer Scheune stehen“, sagt Lena Mietchen sichtlich bewegt. Ein Teil der Spenden befindet sich mittlerweile auf dem Weg Richtung Ukraine. „Besonders Schlafsäcke und Decken wurden gebraucht“, wissen die Organisatoren. „Teilweise haben die Leute auch extra eingekauft“, sagt Mietchen überrascht. „Hygieneartikel, Windeln, Feuchttüchter.
Insgesamt 25 Helferinnen und Helfer kümmerten sich um die Annahme der Spenden, auch Ortsvorsteherin Jana Kaufmann war dabei. „Manche haben Essen mitgebracht. sodass wir am Ende ein riesiges Buffet hatten“, schwärmt Lena Mietchen.
Am Mittwoch kommt dann noch einmal ein großer Lkw nach Leißnitz, der die restlichen Spenden Richtung Grenze mitnimmt. „Ich glaube viele Menschen aus der Umgebung waren froh, dass sie hier eine Anlaufstelle hatten. Viele sind ja auch extra nach Fürstenwalde gefahren“, weiß die Leißnitzerin.
Gesammelt wurde auch im Beeskower Jugendclub Pier 13. „Wir sind überwältigt von der Resonanz auf unseren Aufruf“, sagt Tobias urban. Die meisten Spenden seien schon im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet angekommen, gemeinsam mit Dingen, die an anderen Orten, an denen die Stiftung SPI, die Träger des Clubs ist, gesammelt wurden. Durch Status-Meldungen und Nachrichten in Whats-App-Gruppen wisse er auch, dass das Team gut zurückgekehrt sei und dabei auch Menschen aus der Ukrainie mitgebracht habe. Was an Hilfsgütern nicht mehr in den SPI-Bus gepasst habe, werde in den nächsten Tagen an andere Hilfsorganisationen übergeben.

Frankfurt (Oder)/ Cottbus

Auch die Gemeinde Tauche will helfen. Auf der Internetseite heißt es, dass bereits nach Mitteln und Wegen gesucht wird, die bereits vielfältig angelaufenen Hilfsprojekte zu unterstützen. „Ich bin angesichts der zahlreichen Hilfsangebote aus der Bevölkerung sehr berührt und dankbar. Für eine bessere Koordination von Unterkunftsangeboten und Sachspenden haben wir eine zentrale Stelle in der Verwaltung eingerichtet.“, erklärt Bürgermeisterin Stefanie Erdmann.
Mehr Infos zur Hilfe für die Ukraine gibt es auf unserer Themenseite:

So ist Hilfe für die Ukraine möglich

Hier können Bürgerinnen und Bürger unbürokratisch ihre Hilfsangebote und Kontaktdaten mitteilen.
Ansprechpartner in der Gemeinde Tauche ist Herr Radlow (Tel.: 033675 60913, E-Mail: ordnungsamt@gemeinde-tauche.de).
Das Amt für Ausländerangelegenheiten und Integration des Landkreises Oder-Spree hat eine Hotline für Bürgerinnen und Bürger eingerichtet. Wir sind für Sie montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 14 Uhr und sonnabends von 9 bis 12 Uhr unter der Rufnummer 03366 35-2003 erreichbar.
Wer geflüchtete Menschen unterstützen möchte, sich in Deutschland zu orientieren und eine Stütze sein möchte, kann sich im Hüfnerhaus oder direkt bei Barbara Buhrke unter 015209418177 melden.